von Fans für Fans

American Psycho

 

Aus dem offiziellen Programm:
Schon vor seinem Erscheinen 1993 war Bret Easton Ellis’ AMERICAN PSYCHO ein Skandalon, da der Hausverlag des Starautoren sich unter dem Druck der öffentlichen Meinung weigerte das Buch zu verlegen. Schließlich erschienen in einem Kleinverlag, übertraf der Kultkracher selbst die schlimmsten Befürchtungen der Sittenwächter:

Mit geradezu buchhalterischer Akribie protokolliert Ellis den Gedankenfluss eines durchgedrehten Wall-Street-Brokers und Serial Killers, folgt ihm bis in die letzten Gehirnwindungen und schildert mit spürbarer Freude am Detail, welch unappetitliche Spielchen mit Frauen, einer Ratte, einem vergammelten Stück Käse und diversen Haushalts- und Handwerksgeräten wie z.B. Bohrmaschinen oder einer Kettensäge veranstaltet werden können – gore as gore can be. Das Provozierendste daran: Patrick Bateman ist kein geistesgestörter Mutant, sondern ein attraktiver Erfolgsmensch, mehr Hannibal Lecter als Michael Myers.

Kann ein solcher Hardcore-Roman mit all seinen Perversitäten überhaupt verfilmt werden? Er kann. Und zwar, wie das intelligente Meisterwerk der früheren Dokumentarfilmerin Mary Harron (I SHOT ANDY WARHOL) beweist, auf eine ganz und gar unspektakuläre und dabei doch so packende Art, dass man vor lauter Spannung das Atmen vergisst: very, very stylish, aber ohne den üblichen Steadicam-Helden-im-Gegenlicht-commercial-Schmonzes à la Michael Bay, und eisenhart, aber ohne billiges Blut- und Gedärmgewühle.

So verdankt AMERICAN PSYCHO mehr der unterspielten, aber stets drohenden Gewalt im Stil von TAXI DRIVER, RESERVOIR DOGS oder SILENCE OF THE LAMBS als den üblichen Offensichtlichkeiten der Schlitz-sie-auf-No-Brainer. Explizit ist der Streifen dafür überraschenderweise im Zitieren von Hardcore-Pornos, die sich Bateman im TV anschaut – was die US-Moralwächter besonders gefreut hat.

Hervorragend besetzt mit einem großartigen Christian Bale in der Hauptrolle (man mag sich gar nicht ausmalen, was gewesen wäre, hätte Beach-Bubi Leo DiCaprio kein Muffensausen bekommen), ist Harrons Thriller zudem ein bestechendes Zeitporträt.

Mit messerscharfer Präzision und wohlkalkulierter Kühle zelebriert der Film den Hedonismus und Narzissmus der Eighties – eines Jahrzehnts, in dem der schöne Schein alles, und nichts wirklich schön war. Großartige Schlüsselszene, wenn Bateman anfängt zu hyperventilieren, bloß weil seine Kollegen die cooleren Visitenkarten zücken. Oder wenn er selbstverliebt und obsessiv das Spiel der Muskeln unter seiner Haut beobachtet, während er es mit zwei Huren treibt.

New York ist in diesem Film die Hölle, sein Held am Rande des Wahnsinns und das Leinwandwerk selbst unzweifelhaft state-of-the-art...


Thrills, spills, and chainsaws – Patrick Bateman finally hits the screen. But don’t expect to find a one-to-one interpretation of sentences from Ellis’ controversial cult book like "a few of her intestines are smeared across one wall and others are mashed up into balls that lie strewn across the glass top coffee table". Oh no. No blood bath, no rat games in this version. But still pure celluloid terror.

The result is the best imaginable film of very difficult material; it doesn’t say much more than, the 80s were shit, but manages exactly to catch the all-surface, dazzling obsessive tone of the novel, making its points by treating all subjects with exactly the same pornographic attention as the sex and violence.

Empire



7.4 Sterne (34 Bewertungen)

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