von Fans für Fans

Anthony Zimmer

Klasse

von miltimilti
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Dieser Film ist ein Highlight. Ich habe mich ertappt wie ich permanent in aufrechter Position mit aufgerissenen Augen und leicht geöffneten Mund fast 2 Stunden im Kinosessel saß. Eine permanente, unterschwellige Spannung zeichnet den Film aus. Tolle Optik und eine verzwickte Geschichte, die am Ende zufriedenstellt. Ich kann ihn nur empfehlen.
miltimilti
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

04.08.2005, 20:06


Review

von Holger Hellmuth
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Französischer Krimi, der eine schöne Geschichte leicht und locker erzählt. Ich würde ihn mit einem Hitchcock vergleichen. Und zwar einem guten Hitchcock. Fast ohne Gewalt und Tote, manche Festivalbesucher nennen sowas abfällig 'Fernsehfilm-Format'.
Holger Hellmuth
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

05.08.2005, 03:53


Review

von asta
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Anthony Zimmer ist ein schöner, geradlinig erzählter, sehr französischer Thriller.
Er kommt fast ohne die heute üblichen Rückblenden und hektischen Schnitte aus und kann die Spannung trotzdem über die ganze Strecke halten.
Ein paar Abzüge gibt's nur, weil er mir an einigen Stellen dann doch zu lange ruhig war.
asta

05.08.2005, 12:16


Über den Dächern von Nizza

von GeorgeKaplan
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Filme von Alfred Hitchcock haben schon immer junge Filmemacher beeinflusst. In den 70er Jahren etwa begann Brian de Palma, seine Lielingshitchcocks "Das Fenster zum Hof", "Vertigo" und "Psycho" immer wieder aufs neue zu variieren. Heraus kamen denkwürdige Klassiker wie "Schwarzer Engel" oder "Dressed to kill", die mit damals einer scheinbar schwebenden Kamera das Gefühl vermittelten, einem erotischen Traum beizuwohnen, und im totalen Kontrast zu dem kühlen und kalkulierendem Stil von Hitchcock selbst standen. Leider sank dann sein Stern in den 80ern, und heutzutage muss er schon um Regiearbeiten betteln. Das ist schade, denn als den 90ern einige Remakes von Hitchcockfilmen gedreht wurden, war er nicht dabei, und das, was wir dann auf der Leinwand erblicken mussten, war schlicht und ergreifend völlig überflüssig.

"Anthony Zimmer" nun sieht so aus, als ob de Palma mit neuer Identität ein Remake von "Über den Dächern von Nizza" und "Der unsichtbare Dritte" gedreht hat. Solche erotischen und eleganten Kamerafahrten haben wir schon lange nicht mehr gesehen (um genau zu sein, zuletzt bei "Femme Fatale" von de Palma). Die Story von einem Übersetzer, der für einen Meistergauner gehalten wird, einer jungen geheimnisvollen Dame begegnet und durch sie in allerlei Schwierigkeiten gerät, hat alles, was - mein - Herz begehrt. Ja, da sind sie wieder, die Postkartenmotive der Cote d'Azur, die eleganten Hotels, das Spiel mit den Identitäten, die verführerischen Blicke der Hauptdarstellerin - und auch der Mc Guffin ist wieder da (in Form eines Notizbuches).
GeorgeKaplan
sah diesen Film im Cinedom, Köln

13.08.2005, 12:18


Verbrecherjagd im großen Stil

von todaystomorrow
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Für Freunde des unterhaltsam inszenierten Krimis mit integriertem Rätselraten bei schöner Optik ist "Anthony Zimmer" ohne Frage eine gute Wahl. Wer ist der brillante Geldwäscher und Gentleman-Schwerverbrecher Zimmer wirklich? Wie sieht er jetzt, nach größerem chirurgischen Eingriff (der absurderweise auch seine Stimme unkenntlich verändert hat...), aus? Wird der ärmliche Übersetzer Francois der Verfolgung durch Polizei und russische Mafia entkommen, nachdem er aufgrund heimtückischer Maßnahmen der geheimnisvollen Chiara für Zimmer gehalten wird? Und welche Rolle spielt diese Frau wirklich?

Fragen, die der elegante französische Hochglanzbeitrag, stets stilsicher und recht charmant vorgehend, erst am Ende seiner Laufzeit beantwortet. Auf dem Weg dorthin verliert er allerdings manchmal zu sehr an Tempo und wirkt zu selbstverliebt, um Zuschauer, die keine ausgemachten Krimifans sind, ausreichend zu fesseln. Auch fallen die Antworten meiner Meinung nach nur bedingt befriedigend aus: der Aufbau der Story verspricht cleverer zu sein, als der Film es in seiner Auflösung (und auch schon in Teilen seines Verlaufs) einlösen kann. Zudem enthält er mindestens einen größeren logischen Fehler, der das wendungsreiche Spiel um Finten und falsche Fährten in seiner Pointiertheit und Intelligenz nachträglich ein Stück weit schmälert.

Auch ist mir die Inszenierung insgesamt ein wenig zu unspektakulär bzw. unentschieden: Wenn es tatsächlich das einzige Ziel des Films ist, uns ob der Identität Zimmers vor Neugier brennen zu lassen, läßt er uns einfach nicht genug raten. Das heißt: es treten zu wenige Figuren auf, ihre Konstellationen ändern sich nicht überraschend genug. Geht es "Anthony Zimmer" hingegen genauso sehr darum, uns durch Action und Dramatik zu unterhalten, bietet er auch hier zu wenig - und weist durchaus einige Längen auf. Diese werden zwar durch seine Schauwerte teilweise wettgemacht, aber im Ganzen reichen tollen Aufnahme von Nizza und eine sichtlich gealterte Sophie Marceau nicht aus, um derartige Schwächen zu überdecken.

Neben der guten Kameraarbeit gehören die guten Darsteller aber fraglos zu den Qualitäten des Films. Die Figuren sind optimal besetzt und erreichen eine gewisse Tiefe, wenn sie auch einen Tick zu schablonenhaft gezeichnet sind (worüber sich der Film in einigen Dialogen aber auf recht kluge Weise sogar selbst lustig macht).

Insgesamt ist "Anthony Zimmer" recht unterhaltsam, ich hatte mir aber nach der in hohem Tempo vorgetragenen Exposition und angesichts der beträchtlichen Produktionswerte doch einen spitzeren Thriller erwartet. Von mir darum nur 6 Punkte, aber Genrefans bewerten den Film vermutlich ein wenig positiver als ich.
todaystomorrow
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt

18.08.2005, 21:21


Hitchcock lebt!

von FFFler
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Man könnte fast meinen Hitchcock wäre zurück! Alles, aber auch wirklich alles erinnert hier an die Filme des Meisters und dann brauch ich wohl auch nicht zu erwähnen, dass der Film sicherlich alles andere als schlecht geworden ist. Die Geschichte ist durchweg spannend und überzeugend (wenngleich das Ende auch recht früh erahnbar ist) in Szene gesetzt. Zudem passen die Darsteller sehr gut in ihre Rollen und sogar Sophie Marceau gelang es das erste Mal mich wirklich überzeugen zu können. Wie gesagt: Das Ende ist vorhersehbar für jeden, der ein paar Filme des Genres gesehen hat, aber es ist schön mal wieder einen Film im Stile von Hitchcocks Meisterwerken zu sehen.
FFFler

04.05.2006, 18:51


Review

von Frank
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Jèrôme Salle ist dieses Jahr mit Largo Winch auf dem FFF vertreten. Wer neugierig auf diesen Regisseur ist und Krimis liebt, findet evtl. an seinem vorigen Werk "Anthony Zimmer" aus dem Jahre 2005 gefallen, zu dem er auch das Drehbuch verfasst hat.

Anthony Zimmer hat sein Geld mit Drogengeschäften gemacht, genauer mit Geldwäsche. Er wird schon lange gesucht, ist aber äußerst geschickt darin, seine Identität zu verschleiern, wobei er auch vor plastischer Chirurgie nicht zurückschreckt. So kennt niemand sein wahres Gesicht, weder der Inspektor, der ihn seit Jahren verfolgt, noch die russische Mafia, die ihn seit kurzem aufzuspüren sucht, noch der Zuschauer.

Identität ist also ein Thema dieser Geschichte. Hier geht es nicht darum die eigene zu finden, sondern sie nach außen hin geheim zu halten.

Yvan Atall und Sophie Marceau spielen die Hauptrollen in diesem eleganten, leicht stylischem und sehr französischem Krimi, der in und um Nizza spielt.
Ein ahnungsloser Übersetzer wird für den Gesuchten gehalten. Er begegnet einer jungen Frau;
Und damit entfaltet der Film seine Magie.

Unterstützt wird er dabei von seinem hervorragend passendem Score, der zwischen beschwingtem Jazz und atmosphärisch klassischem Soundtrack harmonisch wechselt.

In schlichten, seichten Bildern, ohne jemals überfrachtet zu wirken, strahlt Anthony Zimmer eine Ruhe aus, die manchmal fast wehtut.

In der Tat gibt es im konventionellem Sinne spannendere oder fesselndere Krimis. Die Spannung dieses Films ergibt sich aus seiner Magie und bleibt daher unterschwellig. Genau das macht Anthony Zimmer aus, macht ihn so besonders.
Die Sequenz im Zug zwischen den beiden Hauptdarstellern umhüllt eine magische Aura, die in jedem Dialog, in jeder Pause präsent ist. Es ist mehr als nur erotisches knistern.

Es hätte Anthony Zimmer jedoch nicht geschadet, seinen Fokus zeitweilig zu verlagern, so das er sich auch inhaltlich spannender gestaltet hätte und nicht hauptsächlich atmosphärisch. So kommt das mitfiebern, wer denn nun wirklich der große Unbekannte ist, ein bisschen zu kurz.
Seitens des Drehbuchs darf man sich auch fragen, wieso der Inspektor nicht etwas schlauer ist...

Insgesamt dennoch ein unbedingt zu empfehlender Krimi, der durch seine Atmosphäre hervorsticht.
Frank

27.08.2009, 23:13




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