von Fans für Fans

Arsène Lupin

Review

von Parzival
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Schade, dass über diesen Film keiner geschrieben hat. Was für ein Spektakel. Echter Kintopp, und meiner Meinung nach der beste und aufwendigste Festival-Film in diesem Jahr. (Schade, dass er in München um 12.45 Uhr kam!) Für 23 Millionen Euro erzählt Salomés die irrwitzige Lebensgeschichte eines eleganten Diebes namens Arsène Lupin am Ende des 19. Jh. Mit welcher Eleganz Romain Duris (aus L`auberge espagnole) seine charmanten Untaten begeht, da können die Oceans 11 heimgehen. Brillant gespielt (v.a. Scott Thomas und die bezaubernde Eva Green), sensationell ausgestattet, mit Non-Stop action, bombastischen Soundtrack, großartigen Details und sprichwörtlich französischem Charme wird der Zuschauer in eine andere Zeit und Welt versetzt. Das Tempo, die Intelligenz und die zahlreichen Wendungen lassen sogar die ebenfalls gelungenen und ähnlich gelagerten "Pakt der Wölfe" und "Vidocq" vergessen machen. Wer großes Abenteuerkino sehen will, der muss sich nur diesen Film ansehen. Da kommen die Amis nicht mit...
Parzival

05.08.2005, 14:00


Review

von Holger Hellmuth
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Netter, aber etwas zu vollgepackter Abenteuerfilm, der im Stil den Abenteuerromanen um die Jahrundertwende (1900) durchaus ähnelt.
Tiefgang in der Charakterbeschreibung und Realitätsnähe darf man nicht erwarten, längere Dialoge auch nicht. Viele Szenen wirken etwas gehetzt, der Film insgesamt sehr episodenhaft.. Andererseits ist er spassig, unterhaltsam, spannend, mit tollen Kostümen und Landschaften.
Holger Hellmuth
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

12.08.2005, 18:22


Bunt, bombastisch, banal

von todaystomorrow
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Von diesem Film hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Nämlich in erster Linie eine außergewöhnliche, faszinierende visuelle Stilistik - gerade, da von anderen des öfteren "Vidocq" als Vergleich herangezogen wurde. Mit Ausnahme einer einzigen kurzen Sequenz aber, die tatsächlich einem Bildrausch gleicht, wurden meine diesbezüglichen Erwartungen aber vollständig enttäuscht.

Das soll nicht heißen, daß "Arsène Lupin" nicht schon anzusehen wäre. Im Gegenteil, das grandiose Setdesign, wunderbare Kostüme und großartige Kameraarbeit beeindrucken durchaus. Aber die Bildsprache ist "nur" die eines klassischen Abenteuerfilms, wenn auch eines sehr "großen", aufwendig und teuer produzierten.

Natürlich paßt das letztendlich auch am besten zur Handlung, die - von wenigen übernatürlichen Elementen abgesehen - stets der zwar typisch phantastisch übersteigerten, märchenhaften, aber doch nicht völlig von den Grenzen der Realität losgelösten Stoffentwicklung dieses Genres verhaftet bleibt.

Wie sehr man diese Handlung und ihren Aufbau nun schätzt, ist voll und ganz eine Frage des jeweiligen persönlichen Geschmacks. Ich war nie ein großer Fan von Abenteuerfilmen, die vor der letzten Jahrhundertwende spielen, weshalb ich "Arsène Lupin" dann wohl auch weniger abgewinnen konnte als manch anderer. Dabei hat er mich durchaus unterhalten: er ist temporeich inszeniert (wenn es auch ein wenig zu lange dauert, bis er in Fahrt kommt), bietet eine überaus facettenreiche Geschichte mit diversen geheimnisvollen Aspekten sowie immer wieder witzige Ideen und auch Dialoge.

Zwischendurch verfolgt der Film aber vielleicht ein paar Wendungen zuviel, es ist nicht immer ganz einfach (und leider auch nicht immer interessant), der Handlung zu folgen. Zudem kommt er am Ende einfach nicht auf den Punkt und ist dabei ein ganzes Stück zu lang.

Zusammengenommen ist "Arsène Lupin" zwar sehr gut gespielt, sehr amüsant erzählt, sehr bunt und sehr "großes Kino", aber vom Genre und vom Setting her trotz aufsehenerregender Umsetzung einfach nicht ganz mein Fall. Darum nur 6,5 Punkte.
todaystomorrow
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt

18.08.2005, 17:09


Schöne Optik

von FFFler
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Vielleicht lag es auch daran, dass ich mir nicht sonderlich viel erwartet habe, aber ich wurde von diesem Film doch sehr positiv überrascht. Am ehesten kann man es wohl dem außergewöhnlichen Flair des Filmes zuschreiben, der mir sehr gut gefallen hat und über kleine Schwächen hinwegtäuschen konnte. Die Geschichte ist weitestgehend in Ordnung, will jedoch oftmals zu viel, was gerade am Ende den Film ein wenig nach unten zieht. Kristin Scott Thomas ist ein guter Bösewicht, Eva Green sieht im Vergleich zu Casino Royale hier wirklich heiß aus und auch mit Hauptdarsteller Romain Duris konnte man sich nach einer gewissen Zeit anfreunden. Bleibt unterm Strich zwar kein Highlight, aber ein recht unterhaltsamer Film, der jedoch hauptsächlich von seinem Flair lebt.
FFFler

11.05.2007, 08:43


Eine Abenteuerroman Verfilmung

von Frank
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Arsén Lupin ist eine Romanfigur des französischen Autors Maurice Leblanc.

Die Geschichte beginnt in Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts.
Arsén Lupin, gespielt von Romain Duris, erhält als kleiner Junge von seinem Vater eine wichtige Lektion.
Es ist die Aufmerksamkeit, die man lenken kann, um das Augenmerk vom Wesentlichen auf etwas weniger wichtiges zu richten. Ähnlich, der Lektion, die Michael Caine seinen Zauberern in "The Prestige" vermittelt, dort jedoch mit mehr Esprit. Damit ist für Arsén Lupin (A.L.) der Grundstein für eine Karriere als Meisterdieb gelegt.
Jahre später, er ist inzwischen ein junger Mann, haben seine Übungen Früchte getragen und er ist ein routinierter Dieb mit Gentlemangepflogenheiten. Er macht den Damen den Hof, sein Witz, Spontaneität und Improvisationstalent retten ihn auch aus heiklen Situationen.
Auf dem Anwesen des Herzogs trifft A.L. dessen Tochter, seine Cousine Clarisse (toll besetzt mit Eva Green) wieder, seine große Liebe. Eines Nachts wird er Zeuge eines Ereignisses, das ihm eine Bekanntschaft einbringt (Kristin Scott Thomas) die sein Leben verändern wird und den (größten) Stein dieser Geschichte ins Rollen bringt....

Es war ja zu erwarten: So ein Mann braucht Herausforderungen. Und die kriegt er geboten. Nichts geringeres als der Schatz der Könige von England wartet auf ihn.
Dem unvorbereiteten Zuschauer sei gesagt, das hier kein Film a’la Ocean’s 12, Thomas Crown oder ähnlich vorliegt, nicht nur wegen der Epoche. So diebisch und körperlich wie rede- gewandt Arsén auch ist, seine Figur besitzt nicht von sich aus den Einfallsreichtum und die Raffinesse anderer, modernerer Filmdiebe, sondern nutzt eher die Dummheit und Gutgläubigkeit seiner Mitmenschen aus, um an sein Ziel zu kommen. Und das wirkt schon manchmal arg überzogen, wenn er seinen Opfern reihenweise Ohrringe und Diamantencollies vom Körper klaut. Seine Art erinnert eher an eine Mischung aus Zorro und der Dreistigkeit eines Jean Paul Belmondo in – ich glaub es war "Der Dieb von Paris".
Die Gesellschaft aus jener Zeitepoche war ja überhaupt von noch etwas anderer Struktur in ihren Verhaltensmustern. Die besonders in der Sprache sich zeigende unterschwellige Arroganz der Personen macht sich bei A.L. als eine gewisse Selbstherrlichkeit in seinem theatralischem Auftreten bemerkbar.
So wie seine Hauptfigur, zeichnet sich auch die Story in weiten Teilen durch eine gewisse Oberflächlichkeit aus. Zu Beginn ist dieses jedoch viel ausgeprägter, denn Arsén wächst mit seinen Aufgaben. Der Film nimmt sich viel Zeit, die Liebschaften auszuloten, die die Ereignisse begleiten und beeinflussen. Er ist nicht nur (Mystery) Abenteuer, Thriller, sondern auch Romanze.

Die Kulisse kann sich sehen lassen. Die Lichtverhältnisse sind harmonisch. Für A.L. wurden intensive, kräftige Farben gewählt. Auffällig ist allerdings ein Gelbstich, der sich durch den ganzen Film zieht. Viele Maler des Impressionismus (Manet, van Gogh) tranken sehr viel Absinth zur Inspiration. Man munkelt ihre Bilder hatten deshalb einen Gelbstich. Bewusst oder nicht, evtl. spiegelt sich hier ein Stück „Sichtweise“ der damaligen Zeit.
Die Musik ist gut und passend, aber eintönig und fängt daher bei dieser Filmlänge irgendwann an zu nerven.

Fazit

Beim ersten Ansehen gefiel er mir besser.
Er entlässt mich mit einem zwiespältigem Gefühl. Es gibt schlichtweg interessantere Hauptfiguren. Diese 130 Minuten lange Produktion will außerdem nicht so richtig enden, immer, wenn die Story abgeschlossen scheint, beginnt sie von Neuem.
Was dann kommt ist nicht wirklich schlecht, macht aber einen etwas zusammengestückelten Eindruck bis der Zuschauer dann letztendlich erlöst wird. Andererseits bietet er ein stimmiges Gesamtbild der Zeitepoche durch den er den Zuschauer unterhaltsam trägt.
Frank

26.11.2008, 23:48




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