von Fans für Fans

Avalon

Review

von Alan Smithee
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Toller Film, von einem Japaner ich glaube in Polen mit polnischen
Schauspielern gedreht, hat der Film alleine dadurch ein einzigartiges
Flair. Wenn man kuenstlerische/surreale/visuelle Filme oder Anime
wie Ghost in the Shell mag (GitS ist vom gleichen Regisseur) und die
Geduld hat, sich auf diesen Film einzulassen (er hat viele lange
Einstellungen), wird man diesen Film lieben. Endlich mal wieder ein
einfallsreicher SF-Film

Holger.
Alan Smithee

08.06.2002, 15:24


Review

von Markus Alexander
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Das illegale Virtual Reality Computerkampfspiel Avalon
hat dramatische Nebeneffekte. Das Spiel macht nicht
nur süchtig, sondern raubt manchen den Verstand.
Apathische Gestalten in Rollstühlen und Kranken-
betten zeugen von der Macht von Avalon.
Die Geschichte erzählt von der erfolgreichen Spielerin
Ash, die Tag für Tag immer tiefer in die Geheimnnisse
von Avalon einsteigt.

Ein athmosphärische dichter, beklemmender Film mit
eigentümlich-schöner Ästethik. Sehenswert!
Markus Alexander

30.07.2002, 21:42


Nebelland hab ich gesehen

von Herr_Kees
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Wer sich von den Vergleichen mit MATRIX locken lässt, wird hier unter Umständen ganz schön enttäuscht. AVALON ist ein amerikanisch-polnisch-japanischer Film, mit Betonung auf polnisch. Das manifestiert sich in recht trostlosen Alltagsbildern, monochromen Farben und einem Soundtrack, der an die besten Arbeiten von Kieslowskis Hauskomponisten Zbigniew Preisner (DREI FARBEN: BLAU, DIE ZWEI LEBEN DER VERONIKA) erinnert. Die Computerspieleffekte sind zwar recht spektakulär, aber sparsam gesät. Im Mittelpunkt steht eher eine metaphysische Suche nach alternativen Realitätsebenen. Darauf sollte man sich einlassen können, um dem Film etwas abzugewinnen.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

07.08.2002, 14:09


Poesie des Vergessens...

von todaystomorrow
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Ich muß dem letzten Review vor meinem zustimmen: Man braucht Ruhe und Geduld für diesen Film. Sehr viel sogar. Vielleicht sogar ein wenig ZU viel. Hier geht es sehr schwer und ernsthaft zu. Was beileibe nichts schlechtes sein muß - wenn man mit der richtigen Erwartung an den Film herangeht.

Vergeßt alle Bezüge zu GHOST IN THE SHELL, und deshalb auch zu MATRIX, was die filmischen Mittel und den Stil des Films angeht. Inhaltlich, sicher, geht es um etwas sehr ähnliches: um das, was hinter der öden Fassade des Alltags steckt oder stecken KANN; darum, was man selbst aus seiner Realität machen kann; darum, daß "Realität" als solches vielleicht nur eine Floskel ohne universal bindende Bedeutung ist; und darum, daß die allgemein akzeptierte Realität für den einzelnen nicht die wirklich entscheidende Grundlage des Erlebens sein muß.

Ja. Sehr ernsthafte philosophische Themen. Und im Gegensatz zu MATRIX und anderen Popcornfilmen auch entsprechend ernsthaft abgehandelt. Obwohl es hier vordergründig um ein illegales Computerspiel geht, um das Erleben des Spiels, um die Suche nach einem geheimen Level innerhalb des Spiels (und sich auch ca. zwei Drittel des Films in diesem Spiel, Avalon, abspielen) - erwartet bloß keine nennenswerten CGI-Effelte (oder überhaupt Spezialeffekte).

Was AVALON bietet, sind fast ausschließlich monochrom-braunstichige Bilder, die Tristesse, Ödnis, Melancholie, Elegie heraufbeschwören. Ich fühlte mich des öfteren an die letzte Verfilmung von 1984 erinnert, und auch an THE SLEEPWALKER (Argentinien, FFF 2000). Ein toller Soundtrack ist auch vorhanden - allerdings darf man wohl keine unüberwindbaren Antipathien gegenüber Opern hegen, um den Film genießen zu können...

Während wir erleben, wie die erfolgreiche Avalon-Spielerin Ash sich auf die Suche nach einem sagenumwobenen Geheimlevel begibt - um auch die letzten Geheimnisse des Spiels zu ergründen, und um eine alte Schuld auszugleichen -, tauchen wir tief in grundlgende Fragen des menschlichen Erlebens ein, die sich schon in einem Götter-Mythos, der im Film zitiert wird, formuliert finden: Nachdem Odin Schiffbruch erlitten hatte, wurde er von der Fee Morgan Le Fay sicher auf die Insel Avalon gebracht. Hier erholte er sich, fand zu alter Stärke zurück, und lebte fortan glücklich und zufrieden in diesem seinem Reich. Was er jedoch nicht merkte, war, daß Morgan ihm eine Krone aufgesetzt hatte - die Krone des Vergessens... und er vergaß, daß es noch eine "echte" Welt dort draußen gab, daß er eine Heimat hatte, daß er eigentlich ein anderes Leben hatte... Die Analogien zur Geschichte von Ash (und vielleicht von uns allen...) sind überdeutlich. Ach, übrigens, vergeßt das, was im Programmheft von der "schrägen Anarcho-Gang" steht. Das ist schlicht und einfach kompletter Bullshit.

So weit, so gut. Mir persönlich leider ein wenig zu zäh bis ermüdend, um ein wirklicher Hit zu sein. Voller tiefschürfender Überlegungen, intelligent inszeniert, atmosphärich: sicherlich. Jedoch für meinen Geschmack ein wenig ZU trübe und bewegungslos (was man nach der furiosen Anfangs-Viertelstunde nicht unbedingt erwarten würde). Wahrscheinlich insgesamt ein "wichtiger" Film. Und bestimmt nicht schlecht. Aber eben... zähflüssig. Und sehr sehr schwer.
todaystomorrow
sah diesen Film im Turm-Palast, Frankfurt

09.08.2002, 03:16


Großartig

von Alan Smithee
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Wie in anderen Reviews schon beschrieben: dies ist weder eine blöde "die Welt ist nicht real" Geschichte wie Matrix noch ein Film für Leute, die auf Gore Effekte aus sind.
Es ist einfach ein klasse Film, der sehr gute Schauspieler zu bieten hat, eine interessante Story, einen guten Plot, sehr gute dezidiert eingesetzte computergenerierte FX und den Betrachter eben nicht (wie eg. Matrix) mit blöden Erklärungsversuchen für die dünne Story nervt.
Bei "Avalon" merkt man (sofern man sich die Zeit nimmt) das hier ein Profi am Werk war, der weder das SFX noch das schwermütige "oh, das gibt uns ja aber zu denken" Publikum beachtet hat. Stattdessen wurde einfach ein guter Film gedreht.
Alan Smithee
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

10.08.2002, 02:49


träume vom Leben

von Alan Smithee
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War beeindruckt von der atmosphärischen Gestaltung. Trotz hektischer Momente wurde Ruhe und Besinnung stark in den Vordergrund gerückt, besonders während der letzten Minuten, wo sich Ash auf das Wesentliche in Ihrem Leben besinnt...
Tolle musikalische Untermalung, starke Charakteren!
Alan Smithee
sah diesen Film im Turm-Palast, Frankfurt

12.08.2002, 03:11


Verfilmte Schlaftablette

von Alan Smithee
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Wo war denn da Charakterstärke? Die Hauptprotagonistin stand den gesamten Film über imer irgendwo mit versteinerter Mine rum. Der immer selbe Gesichtsausdruck, ein Zärtliche Cousinen-Schleier über dem schrecklich,depressiv grauen Bild und einlullernde Musik. Wenn man vorher gute Laune hatte, hinterher sicher nicht mehr. Die ständige Monotonie des Films war sicher als Stilmittel gedacht,regt aber nach 20min nur noch zum schlafen an.
Die Story ansich war garnicht schlecht. Wenn man sie allerdings über 100min ohne jegliche Spannung erzählt, kommt das dem Film nicht zwingend zugute.

Für mich ein klarer Fall von Game over.
Alan Smithee
sah diesen Film im Cinemaxx, Berlin

19.08.2002, 12:33


Konsequent stilisiert

von Bobshock
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AVALON ist ein exzentrischer und unbequemer Film, der extrem langsam und reduziert daherkommt. Optisch und musikalisch wurde kunstbetont an das Thema "VR" herangegangen und die skurile Mischung spaltet (wie so viele Filme auf dem diesjährigen FFF). Mir persönlich hat der Film sehr gut gefallen. Was ihm an Action fehlte machte er mit seinen schönen Bildern und der eindrucksvollen Musikuntermalung wett. Die konsequente Monotonie in Farbe und Handlung ließ Raum für eigene Hirntätigkeit und fordert Interpretation. Welcome to Avalon.
Bobshock
sah diesen Film im Grindel, Hamburg

19.08.2002, 21:25


Naja, naja

von MrHenke
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Avalon ist vom rein optischen her ein absolutes Muß für Kinogänger. Sein Stil ist schon recht einzigartig: Ständig graubraune Farben, gute Computereffekte, bedrückte Atmophäre.
Leider von allem ein bisschen zu viel, was Avalon quasi ein wenig zu "overdressed", bzw., zu durchgestylt wirken lässt. Dazu kommen recht langweilige, unverständliche und minutenlange Einstellungen, die vieles ganz unnötig in die Länge ziehen und dem Zuschauer schon mal ein Gähnen entlocken können.
Der Soundtrack ist zwar spitze, aber auch teilweise zu sehr in die Länge gezogen.
Avalon ist also nicht wirklich empfehlenswert, aber auch nicht wirklich schlecht. Schwierig, anstrengend und an manchen Stellen wäre hier weniger wirklich mehr gewesen.
MrHenke
sah diesen Film im Cinemaxx, Berlin

25.08.2002, 14:02


Review

von ZardoZ
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AVALON ist visuell wie inhaltlich ein sehr anspruchsvoller Film. Wer hier Action erwartet kann nur enttäuscht werden. Hier geht es um die Frage, was ist real, was ist Traum? Leben wir alle nur in einem großen Rechner? Diese Fragen werden bewusst offen gelassen, ähnlich wie in CUBE würde eine komplette Auflösung nur alles zerstören und den Film einfach durchschnittlich machen.
Dazu kommen die sagenhaften SFX die ich persönlich überzeugender finde als alles was ILM-Hollywood abliefert.

Das der Film in polnisch, in Polen und mit Polen (was für ein Satz) gedreht wurde, ist eigentlich genau das Richtige gewesen und es wird eine unwirkliche, bedrückende Atmosphäre geschaffen wie ich sie selten erlebt habe.
Einfach ein Meisterwerk!
ZardoZ
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

08.08.2003, 18:43


Blade Runner 2?

von Horowitz
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Für diesen Film danke ich den Betreibern des Fantasy Filmfestes von ganzem Herzen. Bereits vor Anfang des Filmes wurde uns von einem Sprecher mitgeteilt, dass dieser Film wahrscheinlich niemals auf der Kinoleinwand in unserem Lande zu sehen sein wird und das Fantasy Filmfest diese einzigartige Möglichkeit nun bietet. Und das trifft es sehr genau, Avalon ist ein pures Vergnügen, ein 100%iger Kinofilm, dessen Atmosphäre einen völlig einnebelt und vor Ehrfurcht bewegungslos im Kinosessel verharren lässt. Damals hätte ich das vielleicht noch nicht so euphorisch geschrieben, aber mit einigem Abstand und etlichen Videosessions später kann ich nur zu diesem Schluss kommen, daß Avalon nur noch mit dem ewigen Science Fiction Klassiker und Meisterwerk Blade Runner zu vergleichen ist. Bilder, Musik, Story und die wunderbar kompromisslose Art, den Film nicht zu synchronisieren, sondern den original polnischen Ton beizubehalten, sind mit der Höchstnote zu belohnen. Meiner Meinung nach hat der Film keine Schwächen, außer vielleicht den schlechten polnischen Schauspieler beim Showdown. Natürlich muss man für diesen Film sensibilisiert sein, 08/15-Action-Fans sollten die Finger davon lassen. Für Blade Runner Fans ist es Ostern, Weihnachten & Geburtstag zusammen, für 10 Jahre im voraus!
Horowitz
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt

05.08.2004, 00:46




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