von Fans für Fans

Bed of the Dead

Ein Bett sieht rot

von Lovecraft
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Das Holz eines Henkersbaums von finsteren Kapuzen-Kultisten wird zu einem Prachtbett verarbeitet, gelangt auf irgendwelche Wege in einen Sexclub und bringt dort Leute um.

Das Bett als einzig sicherer Zufluchtsort vor im Dunkeln lauernden Monstern, das war einstmals ein lustiges Spiel im Kindergartenalter. Mit einem Augenzwinkern wäre "Bed of the dead" ja möglicherweise noch goutierbar, immerhin wurde bei Monty Python (Scott of the Sahara) schon Carol Cleveland von einem menschenfressenden Sideboard verfolgt. Hier ist die Idee aber tatsächlich todernst gemeint und somit mit Abstand die bescheuertste Prämisse für eine Story seit geraumer Zeit. "Smart", wie das Programmheft tönt, ist da gar nichts. Optisch ist der Streifen gar nicht so schlecht gemacht, und immerhin wird auch recht ordentlich gesplattert. Wenigstens ein halbwegs gelungener Einfall des Autors (Stichwort Telefongespräche) bewahrt das Script vor dem intellektuellen Super-Gau.

Dafür überwiegen, selbst wenn man das bekloppte Grundprinzip mal beiseitelässt, epische Längen, banale Dialoge und durchweg furchtbare Unsympathen, denen man nach nur wenigen Sekunden Screentime ein Federkissen ins Gesicht wünscht. Obendrein verhält sich das Bett auch noch vollkommen unlogisch, wenn es… Ach, ich habe keine Lust mehr auf diesen Unfug.
Lovecraft
sah diesen Film im Cinestar, Berlin

19.08.2016, 10:40


Feder um Feder, Brett um Brett

von todaystomorrow
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Also ganz ehrlich: Wenn ich einen Film mit dem Titel BED OF THE DEAD serviert bekomme, dann erwarte ich doch wahnwitzigen Party-Trash voller Schenkelklopf-Humor, rasanter Taktung und Gore galore. Eben das, wofür früher mal die "Midnight Madness"-Schiene stand. Ok, ein paar nette Splatter-Effekte gibt's hier tatsächlich zu goutieren – so schrecklich viele sind das aber auch wieder nicht und zudem sind die entsprechenden Szenen allesamt recht kurz gehalten. Ansonsten hat dieses Machwerk aber nicht mehr zu bieten als jeder andere Direct-to-Video-Streifen unterer Güteklasse – und das heißt, eine lahme Story ohne echte Höhepunkte, große Pacing-Probleme, austauschbare Figuren und unterdurchschnittlich talentierte Darsteller.

Die Geschichte um ein bösartiges Bett, das vor Jahrhunderten aus dem Holz eines Baumes gefertigt wurde, an dem Sektenmännern ein namenloses Opfer henkten, wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen erzählt: Nach einem Brand in einem Sex-Hotel untersucht ein fertiger Cop die Überreste einiger offenbar dabei Verstorbener. Im Gegenschnitt sind wir dann immer wieder beim Geschehen ein paar Stunden vorher dabei und erleben das schröckliche Wirken des Todesbettes mit.

Die Narration ist dabei so spannungsfrei und vor allem zäh gehalten, dass der geneigte Zuschauer fast automatisch viel mehr Interesse an einem ganz anderen Bett entwickelt: dem in seinem Schlafzimmer.

Ein, zwei nette Ideen gibt es zwar, so kann das Titel"monster" etwa die Realität und vor allem die Wahrnehmung seiner Opfer massiv manipulieren – das gab es aber auch schon in OCULUS, dort allerdings dramatisch beeindruckender umgesetzt.

Wirklich Nennenswertes bleibt von BED OF THE DEAD deshalb leider nichts. Zahme, lahme Durchschnittsware, der sowohl jedes Feuer als auch jede Klasse fehlt. 3 Punkte.
todaystomorrow
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

02.09.2016, 01:35


Wie man sich bettet, so stirbt man

von Zwerg-im-Bikini
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Warum das titelgebende Bett so tödlich ist, wird direkt im Vorspann etabliert, in dem man satanistischen Ritualen beiwohnen darf. Schnell wird klar: Hier erwarten einen die ganz harten B-Horror-Klischees! Nix mit Augenzwinkern oder Anspruch.

In der heutigen Zeit steht das bedrohliche Möbelstück dann in einem Sexclub, dessen Besitzer sich inzwischen denken kann, dass es verflucht ist. Anstatt es wegzuschaffen, wird aber lieber der Raum nicht mehr genutzt. Weil... ja. Wahrscheinlich, damit wir eine Handlung bekommen, denn zwei Pärchen mieten den Raum trotzdem für eine experimentelle Nacht im Dopppelpack.

An dieser Stelle dämmerte mir langsam, dass wir es mit einem dieser Filme zu tun haben, in denen einem nicht nur keiner der Charaktere sympathisch ist, sondern dass sie auch untereinander so sehr harmonieren wie Satanisten mit Bäumen. Meine Güte, wieso seid ihr eigentlich zusammen? Und wieso lasst ihr euch auf die dämliche Geburtstagsidee ein? Keines der beiden Paare scheint sich wirklich zu mögen. Außer verschämt angedeutetem Herumgepose der beiden Frauen und einiger nackter Männerbäuche sieht man aber sowieso nichts. Statt auf Sex setzt der Film auf Blut, was eine gute Entscheidung ist, denn in diesen Szenen liegt seine Stärke. Ich mochte auch die Grundidee mit dem verfluchten Bett, das man nicht mehr verlassen darf, weil man dann stirbt. Wie schnell die Betroffenen übrigens kapieren, was Sache ist, fand ich dann doch beeindruckend. Außerdem hat mich BED OF THE DEAD damit überrascht, dass er nach dem vorhersehbaren Anfang doch noch eine clevere Wendung eingebaut hat.

Worauf man besser gar nicht achten sollte ist die Logik. Warum das Bett nun wen genau tötet oder nicht und was es mit seinen letzten Visonen tatsächlich bezweckt hat, blieb mir genau so ein Rätsel wie diverse Ermittlungsszenen.

Für mich war BED OF THE DEAD trotzdem keine Gurke, sondern ein durchschnittlicher Grusler mit einigen frischen Ideen und leider zu vielen Schwächen. Für den Nachtslot völlig okay, da gab es schon einschläferndere Filme in den letzten Jahren.
Zwerg-im-Bikini
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt - Original-Review

02.09.2016, 10:37


Ein Bett im Blutfeld

von Leimbacher-Mario
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Schöntrinken erwünscht, hieß es heute im Midnight Madness mal wieder, denn es lief "Bed of the Dead". Ein Bett, das dich nicht mehr lebend entlässt, wenn du einmal Platz genommen hast. Jip, kein Witz. Richtig schön blöd, aber auch irgendwie richtig schön oldschool-cool. In den 80ern wäre er wahrscheinlich gefeiert worden & hätte spätestens auf VHS seinen kultigen Siegeszug angetreten. Heute gibt's eher Schelte & im besten Fall ein müdes Lächeln. Ich war heute Nacht zu Letzterem geneigt & halte den Film nur für halb so schlecht wie seinen Titel. Zumindest gut angeheitert, mit ein paar Horrorfreunden in wohlwollender Partylaune, kann der durchaus funktionieren. Dass er kein guter Film, noch nicht mal ein wirklich guter Horrorfilm ist, steht außer Frage. Aber dass er ein paar Abende versüßen & Fans finden wird ebenso.

Ein paar mehr Kills, bessere Darsteller (+ tiefere Charakterisierungen) & mehr von seinen lustigen & coolen Handmade-Effekten hätten mir noch mehr Freude gemacht, aber auch so kam ich auf meine simplen Kosten. Vielleicht haben niedrige Erwartungen ebenfalls in die Karten gespielt. Ich mochte die vielen Hommagen an die ganz Großen wie "Shining", "Hellraiser" oder "Nightmare On Elm Street", ohne diese billig zu kopieren (oder je an deren Niveau auch nur zu kratzen). Außerdem schafft der Film es, seine Balance zwischen Spaß, Trash & ernstem Gesicht zu wahren. Zumindest die meiste Zeit. Die Effekte waren klasse für sein geringes Budget & die Twists inklusive des noirischen Detective-Moves (& augenzwinkerndem Finale) kamen bei mir gut an. Insgesamt erfüllte er also seinen Zweck & es hätte weitaus schlimmer kommen können. Eine Reihe muss aus dem schicken Bett des Todes nicht direkt werden, das Zeug dazu hätte es aber... zumindest vor 30 Jahren gehabt ;)

Fazit: stumpfer, dummer, aber irgendwie oldschooliger Effekthorror, der seine aberwitzige Grundidee ernst runterspielt & nicht zu reinem Trash verkommt - für die Bluthunde & Bierfans unter uns! One Hell of a Bad Bed!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

09.09.2016, 02:37


Ernster als man denkt

von ArthurA
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Dank George Romeros Zombiefilmreihe ist "XY of the Dead" die beliebteste Titelvariante im Horrorgenre geworden und wird in letzter Zeit hauptsächlich mit immer absurder werdenden Zombiekomödien assoziiert, wie Dance of the Dead, Juan of the Dead oder Goal of the Dead. Jetzt also ein Film über ein Bett mit Zombies? Oder ein Zombiebett?! Nichts dergleichen! Trotz seines kaum ernstzunehmenden Titels, ist Bed of the Dead ein durch und durch ernster Horrorfilm und Zombies kommen darin überhaupt nicht vor. Stattdessen handelt der Streifen von vier jungen Leuten, die sich zum Zweck einer Sexorgie in das letzte verfügbare Zimmer eines schmuddeligen Sexhotels einmieten. Doch sobald sie sich auf dem imposanten Bett einfinden, verfliegt jegliche Lust auf Intimitäten. Höllische Visionen suchen die vier heim und wer versucht, das Bett zu verlassen, stirbt eines grausamen Todes. In einem parallelen Handlungsstrang untersucht der abgewrackte Polizist Vigil (Colin Price) die Tode der Protagonisten im besagten Hotelzimmer und erhält plötzlich eine SMS aus der Vergangenheit, von Sandy (Alysa King), einem der Opfer auf dem Bett. Er hält zu ihr Kontakt, doch kann er verhindern, was bereits passiert ist?

Wie ihr merkt, ist die Geschichte zu Bed of the Dead ziemlich abgedreht und um einiges verschachtelter, als man bei dem kuriosen Filmtitel vermuten würde. Tatsächlich hätte dem bierernsten Film ein Anflug von Humor nicht geschadet, ebenso wie etwas interessantere und weniger eindimensionale Figuren. Andererseits ist es eben auch Teil der Geschichte, dass größtenteils unsympathische Charaktere auf dem Bett des Todes landen und dafür in bester Saw-/Hellraiser-Manier bestraft werden. Beim Fantasy Filmfest kam Bed of the Dead insgesamt nicht sonderlich gut weg, was mich ein wenig überrascht, handelt es sich dabei doch um einen durchweg passablen Genrevertreter, dessen Grundidee gar nicht so blöd ist, wie der Titel vielleicht vermuten lässt. Die Dialoge lassen zu wünschen übrig und gerade Colin Prices Detective Vigil ist ein Potpourri aus Klischees über kaputte Cops in Filmen. Doch der Film punktet dort, wo es zählt, und das sind die einfallsreich grausamen Todesszenen, bei denen Splatter-Fans dank liebevoll handgemachten Effekten auf ihre Kosten kommen.
ArthurA
sah diesen Film im Residenz, Köln - Original-Review

13.09.2016, 09:31




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