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Bitch

Ein Hundeleben

von Herr_Kees
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Jill, Hausfrau, Mutter von vier (!) fordernden Kindern und Frau eines untreuen und ignoranten Ehemannes, beschließt, ihr Leben zu beenden – und es als Hündin weiterzuführen. Die Konsequenzen daraus für ihre Familie werden als grelle Satire mit tragischen Untertönen gezeigt. Die Transformation der Familie ist dabei tatsächlich noch spannender als Jills "Verwandlung".

Nur manche Elemente bringen den Film etwas aus dem Gleichgewicht, wie die etwas zu gut gelaunte Reaktion der Kinder und der oftmals zu aufdringliche Soundtrack. Im Kern steckt hier jedoch eine spannende Geschichte – der von vielen unausgesprochene Wunsch, das eigene festgefahrene Leben und jede damit verbundene Verantwortung einfach hinter sich zu lassen.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

09.09.2017, 23:48


Bring a Chew Toy

von D.S.
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Die perfekte Hausfrau und Mutter sein, die eigenen Wünsche immer hintenanstellen, einem Ehemann treu zur Seite stehen, der ihr seinerseits untreu ist und sie letztendlich wie eine bessere Putzsklavin behandelt: Das Korsett der selbstgewählten "Suburban Hell" beginnt Jill (gespielt von Regisseurin und Drehbuchautorin Marianna Palka, CONTRACTED: PHASE 2) zu zerquetschen, und sie sieht nur noch einen Ausweg: Selbstmord. Als dieser scheitert, stürzt sie in einen Nervenzusammenbruch der besonderen Art – und wird zur Hündin. Mit nicht besonders guten Manieren...

BITCH erzählt seine simple Geschichte von der radikalen Emanzipation einer unterjochten Frau und deren Auswirkungen auf ihr Umfeld in Form einer Satire, die fast zur Groteske wird – fliegende Fäkalien eingeschlossen. Offenbar das Trendthema beim FFF 2017. Dabei offenbart sich eine seiner Stärken gleichzeitig als seine größte Schwäche: Der Film baut seine Protagonisten als maximal überzeichnete Symbolfiguren auf. Das gilt insbesondere für den Charakter von Bill, Jills Ehemann; gespielt von Jason Ritter (PARENTHOOD), der in seiner Performance hier enorm an Jim Carrey erinnert – vor allem in einer Szene am Ende, in der er sich einmal richtig austoben darf. Bill ist angelegt als unfassbar selbstsüchtiges, ignorantes Arschloch; ja, eigentlich als eine Art Riesenbaby, das für nichts und niemanden Verantwortung übernimmt und dem das Wahren eines schönen Scheins um Welten wichtiger ist als das Wohlergehen seiner Frau.

Diese extreme Überzeichnung sorgt für beste Unterhaltung und oft ungläubiges Lachen: etwa, wenn man realisiert, was dieser Tropf von Ehemann jetzt schon wieder unmöglich Egozentrisches von sich gegeben hat. Sie sorgt aber auch dafür, dass man die Figuren kaum als echte Menschen wahrnehmen und sich um ihr Wohl und Wehe im weiteren Verlauf der Handlung ernsthaft bekümmert zeigen kann. Genau das scheint der Film aber von uns zu erwarten, denn ab einem gewissen Punkt ungefähr zur Hälfte der Laufzeit fährt er die Satire herunter und begibt sich zunehmend in die Gefilde eines emotionalen Dramas. Für eine solche Ernsthaftigkeit ist das vorherige Setup von Handlung und Figuren aber eindeutig zu komödiantisch geraten; und auch die buchstäbliche Bissigkeit der Aussage wird in der zweiten Filmhälfte nicht mehr gesteigert – oder nutzt sich etwas ab, da ihr Punkt nun einmal schon recht frühzeitig gemacht worden und dann auch ziemlich klar ist, welche Entwicklung die Figuren in der Folge noch durchmachen werden.

Wenn aber auch das Wirk-Niveau der ersten Filmhälfte nicht gehalten werden kann: Die Idee von BITCH und großenteils auch ihre Umsetzung sind so grandios bescheuert und konsequent, dass man mit dem Film ganz einfach eine Menge Spaß haben muss. Wuff! 6/10
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

21.09.2017, 03:23


A serious case of overacting

von Alexander
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Alles an diesem Film ist anstrengend. Die übertriebenen Charakterzeichnungen, das permanente Overacting des Familienvaters, die permanent quasselnde Kinderschar, die teils seltsame Kamera, VOR ALLEM aber das grässliche Sound-Design und der vollkommen nervtötende, unerträgliche Free-Jazz Soundtrack der einem mit voller Wucht in unerträglicher Lautstärke um die Ohren gehauen wird. Letzteres wohl um die recht dünn gesäten Momente eines kompulsiven, dramatischen Erlebnisses in dieser eindimensionalen Geschichte audiovisuell irgendwie zu verstärken und somit dem Zuschauer klar zu machen: "Was hier passiert ist gerade ganz schön krass, merkst Du das jetzt auch?"

Das kam bei mir leider nicht so gut an. Ich hoffte auf eine Art Komödie im Stile von "The Voices" oder sonst einen netten, neuen, kleinen, filmischen Coup, wie sie ja gerne im Frankfurt Frühslot versteckt werden. Denn die Grundidee klingt ja durchaus innovativ. Aber Fehlanzeige. Bis auf ein paar kleine nette Gags und Witzchen i. d. ersten Hälfte von "Bitch" die mich zumindest ein- oder zweimal zum Schmunzeln bringen konnten, versandete der Film in der Zurschaustellung eines überforderten Familienvaters dem Job, Leben, Kinder und Gesichtszüge entgleisen und der sich für sein Overacting wohl Jim Carrey zum Vorbild genommen hatte.

"Bitch" kann sich dann auch nicht entscheiden, ob es Komödie oder Drama sein möchte, "Dramödie" trifft es wohl noch am besten. Entzücken konnten mich ausschließlich die Kinder, die ihre Sache großartig machen und dem Film in der ersten Hälfte einen herrlichen, komödiantischen Drive geben, bevor die Story dann in gewollt brachialem Familiendrama untergeht.

Die größte Enttäuschung aber war, dass die sich zum Hund verwandelte Mutter vollkommen aus dem Fokus des Films genommen wurde und fast gar nicht in Erscheinung trat. Die Geschichte konzentrierte sich zu 95 % auf die Kinder und ihren doofen Papa, von Marianna Palka ist so gut wie nichts zu sehen. Wahrscheinlich war sie wohl einfach zu beschäftigt in ihren weiteren Rollen als Regisseurin und Produzentin (!) aus diesem Murks noch einen einigermaßen brauchbaren Film zu machen.
Alexander
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

21.09.2017, 09:47




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HossaHumungus
todi
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zoulwags

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