von Fans für Fans

Chopper

PORTRAIT OF A CRIMINAL DUMB-ASS

von Alan Smithee
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Wer kann sich nicht an den Serial-Killer Kult vor 10-15 Jahren erinnern ? Da wurden T-shirts mit dem Konterfei von John Wayne Gacy verkauft und Kühlschränke in denen ein Massenmörder die Köpfe seiner Opfer verstaute erzielten auf Auktionen fünfstellige Dollarbeträge. Dieser 90er Jahre Kult der auf der Leinwand mit HENRY-PORTRAIT OF A SERIAL KILLER begann fand seinen Höhepunkt in SILENCE OF THE LAMBS (ohne den eine TV-serie wie X-FILES nicht möglich gewesen wäre) und war der Ausdruck von Faszination am - vermeintlich - personifizierten Bösen. Das killen von Menschen als Kunsthandwerk philosophisch veranlagter Mörder (=Stars) - ja, das ging als Unterhaltung eine Weile lang gut. Diese Zeiten sind aber wohl nicht erst seit dem Kasperletheater in HANNIBAL vorbei, denn der Mythos "serial-killer" ist langweilig geworden.
Leider zu spät aber nichtsdesto trotz richtig, demaskiert CHOPPER diesen Kult und erzählt recht spannend eine Geschichte über einen Schwerkriminellen. Nichts weiter. Wer in CHOPPER also eine charismatische Persönlichkeit erwartet die Weisheiten von sich gibt wird enttäuscht werden. Nein, Chopper ist nur ein gewalttätiger Proll der sich manchmal nicht ganz unter Kontrolle halten kann und von interessierter Stelle als 'Aufräumer' benutzt wird.
Das ganze wirkt sehr authentisch zumal hier härtester 'Aussie' Slang gesprochen wird und man auch sonst einen Eindruck von der sozialen Unterschicht Australiens bekommt
(hervorragend: der griechische Auswanderer 2ter Generation der es zum Gross-Dealer gebracht hat).
In vielen Szenen kann man sehen das CHOPPER stark von anderen Filmen beinflusst wurde, aber am auffälligsten waren die Anleihen bei GHOSTS OF THE CIVIL DEAD ("zufällig" auch aus Australien) und BOOGIE NIGHTS. Trotzdem kommt nicht der Eindruck auf man würde kalten Kaffee serviert bekommen, es bleibt spannend.
Ob die vielen Lacher negativ zu werten sind oder nicht will ich nicht beurteilen es ist jedoch *keine* Comedy - locker inszeniert, JA, aber keine Comedy.
Insgesamt bleibt nach dem Film ein fader Beigeschmack, man hat nicht das Gefühl "satt" aus dem Kino zu gehen. Das liegt aber an dem konsequenten Schluss der den Film genauso unspektakulär beendet wie er angefangen hat.
CHOPPER ist einfach nur solide Arbeit und gute Unterhaltung abseits vom Mainstream über einen Mörder der berühmt sein wollte und scheitert.
Alan Smithee
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart
 
31.07.2001, 16:30


Böser Film über bösen Mensch

von Eraserhead
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Für mich ein kleines böses Indiependent-Meisterwerk. Die Härte überraschte sogar einen "hartgesottenen" Splatterfreak wie mich und ich musste manchmal verstört und wohl mehr als Schutz verkrampft lachen. Handwerklich sehr gut gemacht (Schnitt, Farben !, Kamera usw.)mit einer sicherlich nicht neuen Story. Kommt fast so trocken rüber wie "Henry", ist nur besser gemacht. Dem Kommentar eines Festivalbesuchers ("Dämliche Glorifizierung eines Schwachkopfes") kann ich mich nicht unbedingt anschliessen, da doch der Charakter ziemlich gut als Vollspast rüberkommt. Man sollte sich aber wirklich vor Augen halten, dass dieser Mensch ein absoluter Trottel ist und nicht der Gefahr laufen, Sympathien diesem Deppen entgegen zu bringen.
Eraserhead
sah diesen Film im Turm-Palast, Frankfurt

11.08.2001, 08:50




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