Code 8

NiX-Men

von Leimbacher-Mario
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„Code 8“ würde ich gerne als den Indie-X-Men bezeichnen, den wir schon seit Jahren fordern. A lá „New Mutants“ in die (mittlerweile extrem niedrig liegenden) Erwartungen überflügelnd. Doch das ist er im Endeffekt dann doch recht deutlich nicht. Leider. Der Beginn (inklusive einer flotten Montage) und die Prämisse sind noch klasse, geben viel her, doch der Hauptteil bleibt dann hinter sehr vielen Erwartungen zurück. Erzählt wird aus einer Zukunft, in der nicht nur die Überwachung und Technisierung (u. a. der Polizei) weiter fortgeschritten ist, es gab scheinbar auch sowas wie eine Weiterentwicklung bei uns Menschen, denn nun haben einige besondere Begabungen, wie etwa die Erzeugung von Elektrizität, nahezu unkaputtbare Haut oder außergewöhnliche Stärke. Der Rest der Welt nutzt diese Abwandlung des Homo Sapiens allerdings eher als hilfreiche Arbeitskraft, grenzt aus und fürchtet sich. Ein junger Mann und Hilfsarbeiter gerät dabei auf die schiefe Bahn und arbeitet für einen Gangster, um mithilfe seiner speziellen Fähigkeiten Geld für die Behandlung seiner todkranken Mutter zu verdienen...

Die Cousins Stephen und Robbie Amell sind hübsche Jungs, dass ihnen dieses Projekt jahrelang am Herzen lag, glaube ich sofort, und das Ding ist auch ein ganzes Stück ruppiger als ihre CW-Serien. Nur um im Endeffekt dann aber doch erstaunlich seelenlos und austauschbar auf dem Videomarkt zu verschwinden. Und das leider mit Recht. „Code 8“ bietet (für seine Größe) eine solide Hochwertigkeit, die Drohnen und Robo-Cops sind nice gelungen, zudem mag man die Jungs (trotz ihrer glatten Oberfläche) und mutantenartige Fähigkeiten haben immer eine gewisse Anziehungskraft. Heistige Anflüge sind ebenfalls gerne gesehen. Nur leider schlummert für mich hier unter der knackigen Hülle nichts, leider wirklich fast gar nichts, was eine Empfehlung oder Kinoauswertung rechtfertigen würde. Von der sozialen/gesellschaftlichen Komponente bis zur Emotionalität kommt nichts über die Hürde, einem hängen zu bleiben oder nachhaltig zu berühren. Gerade im Vergleich zu einem „District 9“, „Freaks“ oder „Upgrade“, was vom Thema und Budget her für mich keine zu hoch gegriffenen Vergleiche sind, ist das hier ermüdend und nichtssagenden, recycelt und viel zu brav. Das ändern auch ein paar blutige Einschusslöcher und wütende „Fucks“ nicht. Das ist Teenager-Niveau und kein Erwachsenenkino. So hart es klingen mag.

Fazit: Wirkt eher wie der Pilot einer Serie. Und leider von keiner, die man sehen will/muss... Tut zwar nicht weh, ist im Endeffekt aber beliebig, blass und belanglos. Obwohl die Amells schon Sympathieträger sind, die Effekte nett aussehen und die Härte natürlich höher als bei den Big Budget-Vorbildern liegt. Dennoch darf man hier nicht mehr als etwas für den hohlen Zahn erwarten. Hier war mehr drin. Mutlos.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

19.01.2020, 01:32


District 08/15

von Herr_Kees
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Arbeitsloser Sunnyboy mit elektrischen Superkräften lässt sich von ebenfalls superbegabten Kriminellen anheuern, um Geld für seine sterbenskranke Mommy zu beschaffen (aww!). Und das, obwohl er bestimmt als Friseurmodel oder mit Zahncremereklame auch ganz gut verdienen könnte.

Die interessantere Geschichte des Films steckt sowieso in seinem Vorspann: Superbegabte, einstmals beliebte Arbeitskräfte, werden durch Supermaschinen wegrationalisiert und mit teuren Arbeitslizenzen an den Rand der Legalität gedrängt. Diese Idee, sichtlich von Neill Blomkamp und dessen sozialkritischer SciFi inspiriert, hätte man gerne ausführlicher umgesetzt gesehen. Stattdessen bekommt man einen halbgaren, klischeehaften Gangsterfilm, der mit seiner selbst erschaffenen Welt wenig anzufangen weiß und dessen crowdgefundetes Budget zudem nur für mäßig begabte Schauspieler, billig hergerichtete Locations und teilweise richtig schlechtes CGI gereicht hat.

Eine Serienadaption ist wohl bereits in der Mache, allerdings nur für den Nischenstreaminganbieter Quibi. Für einen Kurzfilm hätte das hier allemal gereicht. Ach, den gab’s auch? Na bitte: https://youtu.be/DqO90q0WZ0M
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

20.01.2020, 00:49




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