Come to Daddy

Hipster-Hobbit mit Daddy Issues

von Leimbacher-Mario
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Ein Mann macht sich nach Jahrzehnten ohne Kontakt auf zu seinem Vater in ein abgelegenes, schickes Strandhaus - und dann „the shit starts to hit the fan“, wie die Amis sagen würden... Elijah Wood hat sich in den letzten Jahren eine exzellente Reputation aufgebaut in Sachen Genrefilme, egal ob als Produzent oder Darsteller. Da erwartet man natürlich was, erst recht wenn Macher solcher junger Hits wie „Turbo Kid“ oder „Deathgasm“ ebenfalls ihre Finger im Spiel haben. Diese Messlatten reißt „Come To Daddy“ zwar gnadenlos, doch ein wendungsreicher und wilder Ritt ist es dennoch.

„Come To Daddy“ ist eine Art ausgedehntes Kammerspiel mit bitterbösen Beteiligten, teuflischen Wendungen und perversen Auswüchsen. Außerdem ist er ein bissiger Kommentar auf die Hilflosigkeit der Millenials. Zumindest waren die Spitzen gegen meine Generation kaum übersehbar. Woods Charakter ist schon eine ziemliche Pussy mit wenig rettenden Werten, was mitfiebern etwas schwer macht. Doch die scharfen Kurven, comicartigen Tiefschläge und mutigen Entscheidungen entschädigen dafür ordentlich. Ein Genremix vor dem Herrn - höchst unvorhersehbar und quirlig. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die filmischen Tritte und Bisse nur auf Grund ihres Shock Values noch mit reingenommen wurden und für mich hat sich die zahmere erste Hälfte schon gezogen, doch im Endeffekt ist es eine kleine Achterbahnfahrt. Ohne großartige Gefühle oder Tiefe. Zumindest drangen die Emotionen einer verlorenen Vater-Sohn-Beziehung nicht bis zu mir durch. Bevölkert von Arschlöchern oder Nichtsnutzen und ohne wirkliches Ziel. Legt sich nie fest und weiß meiner Meinung nach nie wirklich, was er will. Aber er hat dabei Spaß und ein teuflisches Grinsen auf den Lippen. Ganz so toll wie er meint zu sein, ist er allerdings nicht.

Fazit: Twisty und positiv fies, allerdings auch fast nur darauf ausgelegt zu überraschen und am Ende auch zu schocken. Für mich leider nur Oberfläche und wenig dahinter. Zudem: Elijah Wood top, sein Charakter flop. Daher Enttäuschung auf solidem Niveau.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

19.09.2019, 01:30


Wenn der Vater mit dem Sohne

von Herr_Kees
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Wer seinem Film Zitate von Shakespeare und Beyoncé voranstellt, legt die Latte schon mal ganz schön hoch. Leider braucht COME TO DADDY eine ganze Weile, um in Schwung zu kommen. Es scheint, als verbringe er seine lange erste Hälfte mit der Suche nach dem richtigen Genre, bis er dann im zweiten Teil den Wahnsinn etwas weiter aufdreht und doch noch recht kurzweilig wird. Dass Regisseur und Autor auch THE GREASY STRANGLER zu verantworten haben, zeigt sich an einigen wenigen Anflügen absurden und ekligen Humors, zum Glück ist dieser Film jedoch leichter zu goutieren.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

21.09.2019, 14:31




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