von Fans für Fans

Compliance

Kadavergehorsam

von Kaminari
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Es gibt Geschichten, die kann sich kein Drehbuchautor ausdenken, die muss das Leben schreiben. Compliance basiert auf dem "Mt. Washington strip search prank call", bei dem sich ein Anonymer Anrufer in einem Fast-Food-Restaurant als Polizist ausgab und eine Mitarbeiterin des Diebstahls bezichtigte. Die Filialleiterin ließ sich daraufhin im Autoritätsglauben und im Namen des Rechts dazu überreden die Beschuldigte zu nötigen und einzusperren bis die Situation vollkommen außer Kontrolle geriet.

Der nüchterne Erzählstil und die ausgezeichneten Leistungen der Darsteller sowie der Kamera geben dem starken Stoff genug Raum seine zahlreichen Fragen aufzuwerfen ohne dass der Film selbst wertend wird. Für den den Zuschauer eine ebenso verstörender und frustrierender wie faszinierender Einblick in die Banalität des Bösen. Etwas störend fand ich lediglich den Versuch durch ein nicht den Tatsachen entsprechendes Detail am Ende einen Bogen zur Finanzkrise zu schaffen. Das hätte der Film nicht gebraucht.
Kaminari
sah diesen Film im Event Cinema, Berlin

28.08.2012, 13:53


Son of Milgram

von Herr_Kees
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Jedem Thriller würde man hier ein unglaubwürdiges Drehbuch vorwerfen - dass die Geschichte auf nicht nur einem, sondern 70 vergleichbaren wahren Fällen beruht, macht das ohnehin schon sehr intensive, gut gemachte und unangenehme Psychodrama noch beklemmender.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol 2, Stuttgart

04.09.2012, 23:23


I see stupid people

von Timo
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Die arme Becky hat es nicht leicht: Sie hat schon nur diesen kleinen Job in einer Fast Food Kette und nun wird ihr dieser auch noch streitig gemacht. Ein Anruf der Polizei ereilt ihre Chefin. Becky soll einer Kundin Geld gestohlen haben. Doch ist der Anrufer wirklich der, für den er sich ausgibt?

Compliance ist ein hundsgemeiner Drecksack von einem Film. Nüchtern betrachtet ergibt das Ganze Szenario schon nach einer halben Stunden keinen Sinn mehr. Die Figuren sind so unglaublich doof, das es weh tut. Keiner der Beteiligten hinterfragt diese offensichtlich unseriöse Tat eines vermeidlichen Polizisten, die später wirklich groteske Züge annimmt. Und so sehr man den Film für seine tollen Bilder von eingeschlafenen Provinzen in den USA mögen möchte, so sehr hadert man mit sich, wenn es um die Bewertung der Story geht. Eigentlich möchte man dem Film eine glatte 6 verpassen. Man kann aber nicht. Die These, dass kein Mensch so doof sein kann, hebelt Compliance mit der Tatsache aus, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Es gab also doch Menschen, die so dumm waren. In über 70 Fällen. Doch macht dies Compliance nun zu einem guten Film? Bedient er sich einer außerordentlichen Inszenierung und/oder darstellerischer Leistungen? Dies muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Ich persönlich fand den Film abseits der tollen Close-ups unglaublich beliebig. Mir hätte die Meldung in einem Newsflash ausgereicht. Einen neunzigminütigen Film hätte ich ganz und gar nicht gebraucht. Und an einigen Ecken und Enden scheinen die Macher doch noch etwas dazugedichtet zu haben.
Timo
sah diesen Film im Metropolis 9, Frankfurt - Original-Review

09.09.2012, 13:12


Get Shorty

von lexx
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Viel kann ich über diesen Film nicht schreiben, denn eigentlich ist das ein Kurzfilm, ein 90 Minuten langer Kurzfilm mit genau einer Idee, die man dehnt und dehnt, und noch viel weiter dehnt, bis sich dann alles immer wieder wiederholt und widerspenstig, widerwärtig, widerwillig weiterdehnt. Aber nein, ist ja alles real, und damit des Daseins berechtigt - möchte man meinen. Hätte man nicht die ganze Zeit das Gefühl, dass da so einiges dazugedichtet worden ist, vermutlich das "Beste" aus 70 ähnlichen Fällen. Gleichzeitig überkommt einen das Gefühl, dass der Sympathisant des Filmes, also der belustigende... sorry, belästigende Anrufer relativ bewusst in einer Fastfood-Kette sein Ding durchzieht. Wäre ein Anwalt..., schlechtes Beispiel, wäre ein Beamter auch darauf reingefallen? Wahrscheinlich hätte er die Sache einfach ausgeschlafen, so wie die Zuschauer im Kinosaal!? Wünsche wohl geruht zu haben.
lexx
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

11.09.2012, 09:03


Review

von BuzzG
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Für den vollen Text bitte auf den Link unten klicken:

...
„Compliance" ist ein ungewöhnlicher Film, der als bitterböse Komödie funktionieren würde - wäre der Hintergrund nicht so traurig und ernst. Wie leicht sich Menschen unter den passenden Konditionen manipulieren lassen, hält uns Regisseur Zobel unangenehm schnörkellos vor Augen.
...
Den Beteiligten/Opfern bleibt die Verdrängung: So schlimm war das damals alles nicht. Und uns bleibt ihre Geschichte, die uns besser eine Warnung sein sollte. Wenn wir zu Beginn gelacht haben, haben wir möglicherweise nur über uns selbst gelacht.
BuzzG - Original-Review 
14.09.2012, 02:59


Review

von Francis
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Compliance ist ein erschütterndes, auf wahren Begebenheiten beruhendes Psychodrama, wie es wohl nur in Amerika stattfinden kann. Denke ich zumindest.
Ein Freitagabend in einem Fastfood-Restaurant. Der Laden ist voll und jeder Angestellte hat zu tun, als plötzlich die Polizei anruft. Der Polizist am anderen Ende der Leitung teilt Filialleiterin Sandra mit, dass eine der Angestellten einer Kundin Geld entwendet hat und bittet sie, die junge Frau im Büro festzuhalten, bis ein Streifenwagen eintreffen soll. Das ist schon alles seltsam genug und hätte mich zum Auflegen veranlasst, doch was dann in den folgenden Stunden geschieht, ist nicht nachvollziehbar. Die obrigkeitshörige Sandra tut, wie ihr geheißen und befolgt sämtliche Anordnungen des Polizisten: Für die junge Becky beginnt eine Alptraumnacht.
Intensiv umgesetzt und äußerst sehenswert.
Francis
sah diesen Film im Cinestar, Berlin - Original-Review

11.12.2012, 23:06


Langweiliger Rotz de luxe

von MarxBrother81
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Als ich den Inhalt gelesen habe, war ich begeistert:
Handlung beruhend auf Tatsachen!
Was aber hier abgeliefert wird, ist langweiliger Schrott und ein darstellerisches Debakel erster Klasse.
Die Figuren sind dermaßen blass und charakterlos bieder, selbst der vermeintliche Anrufer hat den Reiz eines überfahrenen Igels in der Mittagssonne, dass man überhaupt keine Minute mitfiebert.
Dauernd hab ich auf die Uhr geschaut und gebetet, dass es endlich vorbei ist.
Das ist weder Fisch noch Fleisch !
Kann man getrost vergessen!
MarxBrother81

14.06.2013, 16:07


Verstörend

von ArthurA
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Manchmal liefert das Leben ja doch die besten Geschichten. Oder auch die Schockierendsten. In Compliance geht es um die unglaubliche aber wahre Begebenheit, die unter der Bezeichnung "Strip Search Prank Call Scam" in die Verbrechensgeschichte eingegangen ist.

Becky ist eine sorglose Kassiererin in einem Fast Food-Laden. Eines Tages erhält die Managerin des Ladens einen Anruf von einem angeblichen Polizisten, der Becky des Diebstahls an einer Kundin bezichtigt. Sandra, die Managerin, wird angehalten, Becky in Gewahrsam zu nehmen und an ihr eine Ganzkörperuntersuchung durchzuführen. Für Becky beginnt eine stundenlange Tortur...

Würde man die wahre Geschichte nicht kennen, so könnte man die Handlungen der Charaktere und deren schiere Naivität und Dummheit als schlicht unrealistisch bezeichnen. In Wahrheit ereigneten sich die Dinge aber noch heftiger als auf der Leinwand. In Compliance macht der Erstlingsregisseur Craig Zobel den Zuschauer zum unfreiwilligen Zeugen und Voyeur der Geschehnisse. Dabei verzichtet Zobel trotz des ernsten und tragischen Themas nicht auf eine gewisse Prise Humor. Man lacht und fühlt sich direkt danach fast schuldig, weil man gelacht hat. Die Darsteller spielen allesamt natürlich und die Inszenierung ist solide. Man wünscht sich nur, Zobel hätte die Identität des Anrufers nicht enthüllt, sondern es bei einer körperlosen Stimme belassen und so nur den Blickpunkt der betroffenen Hauptcharaktere eingenommen. Dadurch wäre das Ganze vielleicht noch nachvollziehbarer und verstörender.
ArthurA
sah diesen Film im Cinedom 10, Köln - Original-Review

16.09.2013, 00:13




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