von Fans für Fans

The Cured

Revolt of the Living Dead

von Herr_Kees
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Eigentlich eine gute Idee, die Writer/Director David Freyne da hatte: Die Welt (bzw. zunächst einmal: Irland) ist nach einer Virusepidemie in drei Gruppen zerfallen, die Infizierten, die Geheilten und die Gesunden. Die Geheilten werden nun nach und nach wieder in die Gesellschaft entlassen, stoßen dort jedoch auf eine ähnliche Gegenliebe wie Flüchtlinge – oder vielmehr wiedereingegliederte Kinderschänder.

Zombiefilme mit sozialer oder emotionaler Relevanz gehörten schon immer zu den besseren des Genres. Doch THE CURED orientiert sich zu sehr am englischen Kitchen Sink Drama und wagt zu wenig, um es mit den Großen seines Fachs aufzunehmen. Der Film köchelt durchgehend auf kleiner Flamme, bleibt vorhersehbar und wird nie richtig spannend, auch wenn es an Schauspielern und Story nichts zu bemängeln gibt. Da war THE RETURNED von 2013 ein deutlich packenderes Zombie-Drama.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

22.04.2018, 14:31


Review

von misspider
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Für mich ein gelungener Einstieg in den Kinotag. Die ungewöhnliche Zombie-Story fand ich interessant, die Umsetzung war teilweise etwas langatmig, andererseits hat mich die ruhige Art durchaus angesprochen. Die beiden männlichen Hauptdarsteller konnten mich überzeugen, allerdings war die Darbietung von Ellen Page recht farblos.
misspider
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

30.04.2018, 17:07


28 Months Later

von Leimbacher-Mario
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"The Cured" kommt über seine Prämisse - es gibt Heilung für einen wild machenden, zombieartigen Virus, der über Europa hergefallen ist. Doch die Geheilten erinnern sich an ihre Gräueltaten als Bestie und werden zudem alles andere als freundlich von den restlichen Bewohnern (in diesem Fall Irlands) in die Gesellschaft reintegriert... Das klingt nicht nur hochgradig interessant, psychologisch wertvoll, sozial brisant, aktuell und spannend, das ist es auch. Selbst wenn sich der Film gegen Ende etwas auflöst und doch nicht so intelligent ist, wie seine Ausgangslage es hätte vermuten lassen können, zog er mich durch die 95 lauten, emotionalen und vielschichtigen Minuten. Inklusive Twists und Tempowechsel.

Abgesehen von ein paar aufdringlichen Jump-Scares und einer hysterisch lauten Soundkulisse nervte mich nur wenig an der Infizierten-Parabel. Die Darsteller machen ihren Job gut bis sehr gut, die Infizieren vereinen Schock, Brutalität, Mitleid nahtlos und es gibt einen herrlich fiesen, charismatischen Bösewicht. Und gar nicht mal den, den man zuerst erwartet. Egal ob man Verbindungen zu irischen Konflikten, Einwanderung oder AIDS, zu Rehabilitation, unserer animalischen Seite oder dem Bösen in uns zieht, oder das Ganze einfach als aufbrausende Unterhaltung ansieht - es funktioniert auf fast jeder Ebene. Zumindest, wenn man nicht zu lange stochert und gewillt ist, sich selbst vieles auszumalen. Schade sind nur die letzten 5 Minuten, die verloren erscheinen. Der Film ist das aber die meiste Zeit nicht.

Fazit: Heilung und Verachtung - bietet dem ausgelutschten Zombiegenre überraschend tiefgründige, neue Aspekte an. Nutzt diese dann am Ende aber selbst kaum. Leider weniger als die Summe seiner Teile. Feine Darsteller und die grandiose Grundidee reißen einiges raus. Für Zombiefans ein Muss. Aber nur für die. War mehr drin!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

06.05.2018, 02:42


Traurig realistisches Gesellschaftsporträt

von D.S.
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Wer langsam wirklich gar keine Lust mehr auf die immer gleichen Zombiefilme hat, der sollte es vielleicht mal mit THE CURED versuchen. Denn bei allen Ähnlichkeiten in der Motivik geht es hier tatsächlich mal um etwas ganz anderes. Schon die Ausgangslage ist eine andere: Die über Jahre wütende Epidemie, die insbesondere Irland heimgesucht hat, ist vorbei; es ist ein Heilmittel gefunden worden; 75% der (hier vom „Maze-Virus“) Infizierten können als körperlich gesund aus den Anstalten entlassen werden. Bleiben 25% Antivirus-Resistente - und das gemeinsame Wissen von Überlebenden und Geheilten, dass Letztere grauenvolle Taten begangen haben. Für die konnten sie nichts... aber dem gemeinen Wutbürger ist das egal, und er ist nicht auf Versöhnung aus. Die Geheilten werden gemobbt, gedemütigt, angegriffen - und es ist klar, dass sie sich das nicht auf ewig bieten lassen werden.

Im Kern ist THE CURED tatsächlich mehr eisenhartes, deprimierendes Zeit- und Gesellschaftsporträt als Zombiefilm. Aber wenn man sich in einer nun mal real existierenden Trump- und AfD-Welt so umsieht, ist das auch die eindeutig erschreckendere Perspektive: eine Welt, in der Mitgefühl, Verständnis und Zusammenhalt immer mehr von Selbstsucht, blinder Wut und Angst vor dem Zukurzkommen abgeräumt werden und der Affekt die Ratio augenscheinlich ausgestochen hat. So kann man angesichts der unweigerlichen, aber so leicht zu verhindernden Eskalation, welche die Handlung hier nimmt, nur immer wieder traurig den Kopf schütteln und muss sich eingestehen, dass es in der Realität wohl genau so kommen würde wie hier skizziert.

Insofern tut THE CURED wirklich weh - zumal er genug Zeit und Tiefe aufwendet, dass man mit den Hauptfiguren und ihrem Schicksal mitleidet. Und sie natürlich großartig besetzt sind - an dieser Stelle 50 Verneigungen vor der atemberaubenden Ellen Page, die hier auch noch als Co-Produzentin am Start ist. Aber auch Freunde simpler Zombie-Action dürften vom Film nicht wirklich enttäuscht sein, denn zumindest im letzten Drittel werden alle Bremsen gelöst und es geht bitter, böse, brutal zur Sache. Bis dahin braucht das Ganze vielleicht stellenweise etwas zu lange - und deprimiert stellenweise schlichtweg mehr als es unterhält. 7/10 Punkten ist es aber allemal wert. Und THE CURED damit zweifellos einer der interessanteren Vertreter seines Genres in den letzten Jahren.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

08.05.2018, 00:29




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