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Reviews zum Film Dog Pound (2010)
| Direktlink  | Im Programmheft steht im letzten Satz: "In überwältigenden Bildern schildert Chapiron den Alltag an einem Ort, an dem aus Tätern Opfer werden, die später wieder zu Tätern werden". Wenn man das Wort "überwältigenden" streicht und irgendwo noch "fehlendes Tageslicht" ergänzt, hat man den Filmplot sehr treffend zusammengefasst.
Sicher, Gewalt im Gefängnis ist ein ernstzunehmendes Problem. Der Alltag kann grausam sein. Man möchte weder Wärter, Anführer noch Opfer sein. Im Film nicht, in der Wirklichkeit schon gar nicht. Keinem werden Sympathien gereicht. Ob die gezeigte Gewaltspirale nicht vielleicht doch etwas übertrieben ist? Das grundsätzliche Problem wird klar...
Dennoch bleibt die Frage, ob man sich 90 Minuten Prügel, Erniedrigung und Wut anschauen muss. Keine Gurke, aber im Genre "Gefängnisfilme" ist Dog Pound dann doch eher Bodensatz. | Christian sah diesen Film im Cinemaxx 6, Hamburg | 20.08.2010, 12:50 | | |
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| Direktlink  | Draußen sind sie allesamt harte Kerle. Toughe Gangster, Drogendealer, Pussy-Magnets. Alles, nur keine Opfer. Aber was passiert, wenn man sie auf engstem Raum zusammensperrt? Wer bleibt Täter, wer wird nun doch oder erst recht Opfer? Warum? Und kann er sich dagegen wehren?
"Dog Pound" zeigt uns eine im Kern auf dem Recht des (insbesondere physisch, aber auch psychisch) Stärkeren beruhende Gesellschaft als Mikrokosmos: als "Youth Correctional Facility", in der hunderte testosterongeladene männliche Jugendliche zurück auf den Pfad der Tugend gebracht werden sollen, wenn sie dort denn jemals waren.
Nicht sehr subtil, aber umso nachhaltiger lernen wir, dass es bei diesem Pfad nur vordergründig um Tugend geht - tatsächlich aber darum, sich nicht bei Fehlverhalten erwischen zu lassen: im Knast erhalten diejenigen Insassen, die sich um gutes Verhalten bemühen und darum erhöhtes Vertrauen der Leitung genießen, diverse Privilegien und einen höheren Status als die anderen. In der Realität sind aber gerade diese scheinbaren Vorbilder die größten Bullies und machen unter anderen unseren drei Protagonisten das Leben zur Hölle: drei Jungs, die aus unterschiedlichen Gründen einsitzen und ganz unterschiedliche Charaktere sind, sich in der gemeinsamen misslichen Lage aber halbwegs miteinander anfreunden und später füreinander einstehen. Mit erheblichen Folgen...
...schließlich kennt das System doch eigentlich nur ein Fressen oder Gefressen werden, alternativ höchstens noch das dem-Stärksten-Gefolgschaft-schwören. Außerdem offenbaren sie den guten Kern, den sie trotz allem alle drei haben, und so was kann man als Schwäche deuten... und Hunde im Zwinger wittern Schwäche sofort.
Hieran wird schon deutlich, dass der Film leider nicht ganz auf Klischees verzichtet. Vieles am Storyverlauf ist vorhersehbar, anderes wirkt reichlich unglaubwürdig bzw. übertrieben. Das ändert aber nichts daran, dass "Dog Pound" ein verdammt intensives Erlebnis ist, das einen nach dem etwas zähen Beginn mehr und mehr gefangen nimmt und mit den Figuren sprichwörtlich mitleiden lässt. Einige Szenen sind gehörig brutal und unangenehm, die schauspielerischen Leistungen hervorragend, das Gesamtgefühl erstaunlich realistisch. Einen Bonuspunkt erhält der Film dafür, dass er zumindest versucht, auch die Figuren der Wärter etwas tiefer zu zeichnen, ihnen Persönlichkeit zu verleihen - wenn auch viele andere Rollen leider an der aus dem Genre bekannten Oberfläche verbleiben.
Zusammengefasst ist "Dog Pound" eine Empfehlung. Für mich bislang einer der besseren Filme des Festivals, der unter die Haut geht und reichlich hässlich ist. 7 Punkte. | D.S. sah diesen Film im Metropolis 1, Frankfurt | 27.08.2010, 03:21 | | |
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Die die vor die Hunde gehen | Direktlink  | Dog Pound packt von Anfang an zu und lässt erst wieder los, wenn der Vorhang schon lange wieder zu ist.
Die Geschichte der wegen verschieden schwerer Delikte einsitzenden Jugendlichen fängt beklemmend an und zieht die Schraube aus psychischem und physischem Schmerz immer weiter an. Am Ende erhält man eine schöne Hommage an "Scum", welche wie ein Schlag in den Magen wirkt. Dazwischen gibt es viele Momente der Ausgelassenheit, auch der Freude, welche wie ein kühles Tuch auf einer Brandwunde wirken, aber meist verbrennt man sich in der trügerischen Sicherheit.
Übertragen wird dies von den durch die Bank ausgezeichneten Schauspielern und ihren starken und glaubwürdigen Charakteren. Keiner der Darsteller ist sympathisch genug, um sich mit ihm zu identifizieren und dennoch möchte man schreien, eingreifen, wenn die Gewalt des Jugendknastes über sie hereinbricht. Keinen mag man und keiner ist einem egal.
Aber nicht nur die Häftlinge sind stark gezeichnet, auch die Darstellung der Wärter übertrifft viele Genrekollegen um Längen.
Ein sehr guter Genreeintrag, den ich so nicht erwartet habe. | Bassprofessor sah diesen Film im Cinecitta' 3, Nürnberg | 14.09.2010, 01:02 | | |
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