von Fans für Fans

Downrange

Das Auto, der Sniper und Ich

von Leimbacher-Mario
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Eine einsame Straße, eine Gruppe junger Erwachsener (mit unfassbar langlebigen Handyakkus) und ein tödlicher Scharfschütze mit Geduld - fertig ist ein saftiger Terroreintopf, mehr braucht Kitamura nicht um eine schweißtreibende Jagd zu eröffnen. Gorefans werden jubeln, Fans realistischer Szenarien und intelligenter Figuren eher weniger. Wo Kitamura drauf steht, ist meistens auch Kitamura drin. Zum Nachdenken oder Kopfschütteln über die mäßig fähigen Darsteller bleibt kaum Zeit. Fast nichtmal für den Klogang. Ach was sag ich, nichtmal für das Blinzeln ;).

Ich fühlte mich hervorragend unterhalten und war keine Minute gelangweilt. Die ersten 10 Minuten sind besonders intensiv, das Finale zeigt, wie gut der Film seine dümmlichen Figuren verstanden hat und wie ungebremst er mit den Augen zwinkern kann. Dazwischen gibt es Splatter, Schreie und viel Crowgeplease. Nichts wofür man sich schämen müsste. Weder die Macher noch das Publikum. Ab und zu muss das mal sein. Ein destillierter Mix aus "The Wall" und "Phone Booth" - und einem Menschen-Eintopf. Ein paar nette Kamerawinkel und die naturalistische Soundkulisse haben zudem was. Ein Spalter, bei dem man ganz leicht beide Seiten verstehen kann. Wo ich stehe, dürfte klar sein. Ohne überschwänglich zu werden.

Fazit: die Waffe ist mein Feind - ultrabrutal, kurzweilig, erbarmungslos. Eine minimalistische Schlachtplatte aus Blut, Staub und Adrenalin. Eine gute Zeit!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

06.05.2018, 01:49


Blutleeres Blutbad

von D.S.
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Der befürchtete Fast-Total-Reinfall: DOWNRANGE hat null Handlung, null Atmosphäre, null interessante Charaktere - und vor allen Dingen null Talent in der Inszenierung. Es ist schon erstaunlich, wie sich ein Regisseur über so viele Jahre (seit dem grandios überlegenen VERSUS) überhaupt nicht weiterentwickeln kann, aber Kitamura beweist ein ums andere Mal, dass vermutlich jeder andere Job hinter der Kamera der bessere für ihn wäre. Er hat jedenfalls unbestritten ein Händchen für miese Darsteller und ihre Nicht-Führung, wie allein die ersten 30 Minuten dieses Show-offs ohne ordentliche Dramaturgie sauber aufzeigen: Man quält sich durch unbeholfene „Vorstellungsrunden“ der Figuren, dümmliche Dialoge und Füller-Szenen noch und nöcher, bis unsere unsympathischen Kids schließlich von einem unsichtbaren Unbekannten aus sicherer Entfernung einer nach dem anderen abgeschossen werden. Und das war’s auch schon. Eine Runde MOORHUHN hat mehr Abwechslung zu bieten.

Dass DOWNRANGE an Tiefstwertungs-Regionen vorbeischrammt, hat er den gelungenen Splatter-Effekten zu verdanken. Ja, die gehen ordentlich zur Sache und sehen gut aus. Im Finale ist man außerdem glatt ein paar Minuten gespannt, wie das Ganze wohl ausgehen wird, und ganz am Ende gibt es auch noch eine tatsächlich gelungen bösartige Szene zu sehen. Über die restlichen ca. 80 Minuten herrscht allerdings die pure Langeweile und Gequältheit ob der gebotenen Nicht-Leistungen vor. Mehr als 3/10 Punkten sind da bei aller Liebe nicht drin - und wer in den bloßen Schauwerten ernsthaft seine Erfüllung findet, sollte es alternativ vielleicht mal mit Kriegsberichterstattung versuchen. Die spart sich die dümmlichen Dialoge wenigstens gleich komplett.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

08.05.2018, 00:26


Kuck mal wer da schießt!

von Alexander
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Was ist falsch daran, einen Film komplett auf 100 Meter Landstraße abfahren zu lassen? In diesem Falle und für mich absolut gar nichts!

Ich mag minimalistische Genrefilme ohne Notausgang, und „Downrange“ fühlte sich an, als hätte der Regisseur die Handlung von „Open Water“ auf eine staubige Landstraße verlegt.

Die Gefahr lauert für sehr lange Zeit im Verborgenen, kann aber jederzeit zuschlagen und Dich treffen. Das führt beim Zuschauer ganz zwangsläufig zu einer in dieser reinrassigen Form nur sehr selten erlebten Dauer-Angespanntheit und schafft eine wirklich Nerven zerreibende Atmosphäre, die durch reichlich Blood&Gore sogar noch deftigst unterstrichen wird und aufs famoseste über die gesamte Spielzeit unterhält. Sterben reicht hier nicht, wer in diesem Film den Löffel abgeben muss wird „tot gemacht“. Sehr harter Tobak, den Genrefan erfreut es.

Neben dieser wirklich exzellent aufgebauten Grundspannung darf man dann noch bis zum bitteren Ende mit rätseln, wie zur Hölle sich die armen Opfer aus ihrer Falle zu befreien gedenken. Hier werden zahlreiche, höchst kreative und stellenweise unerwartete Ideen ins finstere Spiel gebracht, die trotz der grotesken Handlung immer noch ein Stück weit realistisch und nachvollziehbar bleiben. Alles schmeckt bitter, und trotz des over-the-top Gesplattere nimmt sich „Downrange“ bierernst, und auf für kurze Momente vielleicht erleichternde Spaßeinlagen, wie z. B. bei einem „Revenge“, wartet man vergebens. Vielleicht ist der Film aus diesem Grund auch bei einem Großteil des Publikums durchgefallen.

„Downrange“ war für mich endlich mal wieder konsequente Hochspannung, pur und brutal konzentriert, heiß und erbarmungslos, wie eine stundenlang auf offenem Feuer langsam reduzierte Habanero-Chilisoße.
Alexander

30.05.2018, 15:47




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