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Eden Lake

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Aus dem offiziellen Programm:
Sommer, irgendwo in England. Die Kindergärtnerin Jenny und ihr Freund Steve fahren übers Wochenende zum Zelten an den Eden Lake, jenes idyllische Fleckchen Erde, an dessen Ufern bald eine Wohnsiedlung für Wohlhabende entstehen soll. Bisher deutet lediglich ein großes Hinweisschild auf das Vorhaben hin. Als Steve und Jenny von der Straße abbiegen, den Waldweg zum See hinunter, erscheint dieses Schild wie der letzte Gruß aus der Zivilisation – auf die Rückseite hat jemand die Worte „Fuck off, yuppie cunts!“ gesprüht, und die Warnung erscheint wie ein böses Omen für die Dinge, die noch kommen.

Zunächst beginnt es harmlos: als eine typische Auseinandersetzung mit ein paar lautstarken Jugendlichen, deren dröhnende Musikbeschallung den friedlichen Sommertag am See regelrecht pulverisiert. Pfiffe begleiten Jennys Schwimmversuche, der zähnefletschende Kampfhund kommt der Liegewiese gefährlich nahe. Am nächsten Morgen ist das Auto verschwunden. Als das Pärchen die Kids zur Rede stellen will, blitzt ein Messer auf – und damit beginnt ein Tag, der die Ufer des Sees blutrot färben wird. Nichts wird jemals wieder gut. Nie mehr ...

Es ist immer Sommer in solchen Filmen. In der aufgeheizten Luft liegt eine trügerische Friedfertigkeit, jene Ruhe vor dem Sturm, die umso idyllischer ist, je größer der Schrecken wird. EDEN LAKE ist voll von diesen Schrecken, und wie so häufig lastet ihr größter Druck auf den Schultern einer Frau, der man nicht zugetraut hätte, dem animalischen Überlebenskampf gewachsen zu sein. Die großartige Kelly Reilly als Jenny trägt diesen Film fast im Alleingang. Sie spielt die fragile Städterin als Opfer-Prototyp und zugleich unberechenbare Bestie und zollt damit dem stilistischen Darwinismus der 70er-Exploitation-Klassiker Ehre, der so wunderbare Charaktere wie Camille Keaton in I SPIT ON YOUR GRAVE oder das Elternpaar in LAST HOUSE ON THE LEFT hervorbrachte. EDEN LAKE handhabt sein hochbrisantes Thema völlig ungeschminkt und jederzeit glaubwürdig. Denn Regiedebütant James Watkins (der bisher lediglich als Drehbuchautor für den überraschenden MY LITTLE EYE in Erscheinung trat) vermag in seinem cleveren Erstling einfach die richtigen Weichen zu stellen.

EDEN LAKE wird von einer Brutalität beherrscht, die einigen Zuschauern schwer auf den Magen schlagen dürfte. Dabei sind es weniger die verdammt realistischen Effekte, die für schmerzverzerrte Mienen im Publikum sorgen werden, sondern der Grundton des Films, in dem Kinder morden und sterben, in dem Gerechtigkeit niemals eine Frage des Rechts ist und in dem niemand ohne Schuld bleibt. So vehement düster und abgebrüht nihilistisch hat ein Film selten aktuelle soziale Missstände in eine Geschichte verpackt. Ein ernster Horrorschocker, ein wuchtiger Terrorthriller und auf der Zielgeraden ein derart böses Monster von einem Film, dass einem der Schädel noch lange nach dem finalen Vorhang brummt. Kurz: der ideale Auftakt fürs Fantasy Filmfest.

Im Vorprogramm: Luis Nietos dreiminütiger Kurzfilm CARLITOPOLIS


HIGH TENSION was the only movie I referenced; it had the stark reality I’m aiming for. We show people’s heads on fire, neck-stabbing with glass, stomach-slashing revealing intestines and kidneys and metal spikes through feet. Gritty realism in moments of ramped-up tension. EDEN LAKE lulls you in the beginning, then sends you through a complete nightmare before a totally unexpected ending. It’s horrifying and credible in a way few genre movies are.

James Watkins, director EDEN LAKE



Score (BETA): 71 - 7.1 Sterne (101 Bewertungen)

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