von Fans für Fans

Emelie

Hausarrest

von Herr_Kees
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Die Sehnsucht des Psychopathen nach einer heilen Familie wurde im Genre bereits ausgiebig thematisiert, u. a. in THE STEPFATHER und THE HAND THAT ROCKS THE CRADLE, jedoch selten so subtil und halbwegs realistisch wie hier: statt überzogener Action gibt es eine nachvollziehbare Handlungsentwicklung, sehr gute Schauspielleistungen (allen voran Sarah Bolger) und ein paar für einen US-Film ungewöhnlich böse Szenen, wenn Emelie das Familiensystem ordentlich verstört. Etwas mehr Spannung hätte dem Film zwar gutgetan, so aber bleibt zumindest ein solider, gut gemachter Psychothriller, über den man sich mal ausnahmsweise nicht ärgern muss.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

10.04.2016, 01:19


Dieser Babysitterin gehört der Popo versohlt

von Leimbacher-Mario
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Babysitterinnen gab es schon einige in Horrorfilmen, meist eher in der Opferrolle für Herr Myers, Jason oder andere Psychopathen. Böse Babysitter(innen) gab es schon eher weniger, sodass man "Emelie" zumindest im Ansatz innovativ nennen kann & übliche Klischees & Konventionen umkehrend. Hier lässt ein Paar an ihrem Jubiläum ihre 3 Kinder mit einer Babysitterin zu Hause, ohne zu ahnen, dass diese nicht die ist, die sie vorgibt zu sein. Recht schnell wird klar, dass die junge Aufpasserin dunkle Gedanken & Geheimnisse hat. So sind die Kiddies ziemlich krassem Psychoterror ausgesetzt, bevor man sich zur Wehr setzt & auf ein unausweichliches Finale hinsteuert...

"Emelie" hat seine intensiven Momente & ist eher ein Psycho-Thriller statt klassischem Horrorfilm, erinnert etwas an "Funny Games", "Inside" (in light) oder "Orphan". Sarah Bolger als psychisch stark angeschlagene Nanny ist das Herzstück des Films & zu jeder Zeit überzeugend. Mal süß, mal angsteinflössend unstabil, mal durchweg böse. Auch die Kinder machen ihre Sache gut, sodass man insgesamt über das Schauspiel nicht meckern kann & den Kids die Daumen drückt. Die kurze Laufzeit steht dem Film gut & er kommt fast schon zu schnell zur Sache & zum Ende, wirkt pointenarm. Dadurch gewinnt er vielleicht an Realismus & Erdung, was mir den typischen Cliffhanger zum Ende & die unspektakuläre Art aber nicht schönreden kann.

Unaufgeklärte Subplots, unübersichtliche Wackelkameras im Dunkeln & allgemein eine FastFood-Film-Art lassen ihn schneller aus dem Gedächtnis verschwinden, als man die Nummer seines Kindermädchens löschen kann. Insgesamt gleichen die kritischen Momente die tollen Höhepunkte aus & es bleibt durchschnittliche Kost für einen verregneten Sonntagabend. Mehr Härte, mehr Mut & tiefer gezeichnetere Charakter hätten hier sicher gut getan. So bleibt alles nur angedeutet & auf dem Niveau einer guten TV-Produktion.

Fazit: Um Kinder hat man immer schnell Angst & Sarah Bolger macht eine schön-psychopathische Babysitterin her - eine traurige Kunst, dass dieser Thriller nach üblicher Formel einen trotzdem kalt, sogar etwas enttäuscht zurücklässt!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

12.04.2016, 15:11




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