Extremely Wicked, Shockingly Evil, and Vile

Das kann doch einfach nicht wahr sein...

von Leimbacher-Mario
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Das Leben und „Lieben“ des Ted Bundy. Zum größten Teil aus der Sicht der „Liebe seines Lebens“, die bis zum Schluss nicht wahrhaben wollte, dass ihr einstiger Verlobter dutzende Frauen bestialisch ermordet hat...

Sieht man Monstern ihre Boshaftigkeit an? Könnte der Mensch neben dir, den du vielleicht liebst und meinst zu kennen, ein höllischer Mörder sein? Kann Zac Efron Ted Bundy spielen? Warum strahlen Mörder gerade auf Frauen oft eine unverständliche Anziehung aus? Sehen dir Tiere in die Seele? Kann auch ein Serienkiller nette Seiten haben? Oder ist alles nur Fassade und Plan? Was braucht es, bis man die Wahrheit akzeptiert? Macht die Todesstrafe Sinn? Wie schwer ist es, die Wahrheit zu finden, beweisen, glauben? Wie konnte das nur passieren? Was ist Ted Bundy für ein Mensch? Kann man je jemanden hundertprozentig kennen? Sollte eine Gerichtsverhandlung aufgenommen werden? Liebt Amerika irgendetwas mehr als seine Serienmörder? Warum hat das so lange gedauert? Welche Rolle spielen Medien und Journalisten? Wie gut kann sich das Böse verkleiden? Sind manchmal die Hübschesten die Schlimmsten? Wie viel Monster steckt in jedem von uns? Wie viel in mir? Wie viel in dir? Was macht Subjektivität aus? Kann man unter dem Bann eines Menschen stehen? Bundy = Vampir? Wie sexy kann Grausamkeit sein? Sieht Efron nicht schon zu gut aus für diese Rolle? Könnte vielleicht doch etwas falsch an der Geschichte sein? Darf man mit einem Massenmörder so „sympathisieren“? Will man einem solchen Wesen wirklich so nah kommen? Warum hat den bloß Netflix gekauft? Wie nah ist der Film an der Realität? Kann „Sheldon“ Anwalt und ernst? Ergänzt der Film sich mit etlichen Dokus zu diesem legendären Fall? All diese Fragen und noch viele mehr beantwortet Joe Berlingers brillanter „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“. Mit Nachdruck und unvergesslich.

Fazit: Unglaublich besonnen, erfreulich unblutig, stilvoll und in seiner Ruhe und Art unheimlich beunruhigend - ein realistischer Serienkillerfilm, wie kein anderer. Efron war nie besser und Bundy nie unergründlicher, gruseliger, (un)menschlicher. Sehr gut!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

15.04.2019, 01:47


Gerichtsposse

von Alexander
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Ich bin kein großer Freund der in den USA so überaus beliebten Courthouse-Dramen, die endlos zwischen der „Für und Wider“ – Rhetorik selbstverliebter und mitunter auch überbezahlter Rechtsverdreher kreisen und uns stundenlang das Hirn mit Argumenten und ellenlangen Sätzen verkleben. Ich finde das quälend, lähmend, langweilig. Das gesamte amerikanische Rechtssystem mit allem was dazu gehört, ist mir ein Gräuel, und spielen mehr als 2 % eines Films in einem Gerichtssaal, hab ich eigentlich schon keine Lust mehr.

So auch bei diesem erneuten Aufguss der „Ted Bundy“ – Geschichte, die mit so gar nichts wirklich fesseln oder gar überraschen kann. Wir wissen von der ersten Sekunde an, das Bundy ein mieses Serienkillerschwein ist, der eine angemessene Strafe mehr als nur verdient hat. Warum sich dann 2 quälende Stunden lang damit beschäftigen, welch schauspielerisches Talent als Liebhaber in ihm steckten, wie er seine Freundin verarscht hat und wie viel größenwahnsinniger Narzissmus ihn dazu trieben, im Gerichtsraum trotz seiner ausweglosen Situation nochmal so richtig Gas zu geben? Das war nicht spannend, nicht überraschend, nicht mal von der Idee her neu, allenfalls pervers mit leichtem Hang zur Komik.

Da verkommt eine eigentlich beklemmende Serienkiller-Geschichte zur langweiligen Gerichts-Posse mit weiland bekanntem Ausgang. Lediglich die scharfzüngigen Kommentare des Richters vermochten zu entzücken. Ich war gelangweilt und hab mich durch den langen Film regelrecht hindurch gequält.
Alexander

14.05.2019, 10:37


Extrem langatmig, schockierend erkenntnisarm, aber gut gespielt

von Herr_Kees
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Dokumentarfilmer Joe Berlinger interessiert sich offenbar weder für die Verbrechen Bundys noch für eine filmische Spannungsinszenierung, aber auch der Mensch Theodore Bundy ist einem nach diesem Film kein Stück näher gekommen.

Die erste, langatmige und ereignislose Hälfte des Films scheint einzig als Ouverture zu dienen zu Bundys Verhaftung, seinen diversen Fluchtversuchen und schließlich seiner Gerichtsverhandlung, die Bundy selbst zum Schauprozess macht.

Dass die Geschichte zum Teil aus der Perspektive von Bundys beiden Freundinnen erzählt wird, bietet nur scheinbar neue Perspektiven, denn zum einen wird dies nicht konsequent verfolgt und zum anderen kannten auch die beiden Bundy nicht.

Was bleibt, ist die verblüffende Geschichte eines soziopathischen Selbstdarstellers, deren Originaltreue durch Archivaufnahmen während des Abspanns bestätigt wird, dadurch jedoch nicht minder unglaublich erscheint, sowie die beachtlichen Schauspielleistungen von Zac Efron und einem subtil beeindruckenden John Malkovich. Da verzeiht man sogar das Stuntcasting von Jim „Sheldon“ Parsons.
Herr_Kees

17.07.2019, 16:36




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