von Fans für Fans

Going to Brazil

Vive La Pussy!

von Leimbacher-Mario
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Wenn Frankreich auf Brasilien trifft, gibt das nicht nur beim Fußball ein schnelles Spiel, einen wilden Ritt, oft einen sympathischen Querschläger. "Going To Brazil" ist ein kleiner Franzosen-Geheimtipp, der durchaus noch höhere Wellen zu schlagen verdient hätte. Da muss sich die nicht unähnliche Hollywood-Produktion "Rough Night" diesen Sommer anstrengen, um das zu überbieten. Der perfekte Film für wildere Ladies Nights?! Es geht um drei junge Französinnen, die eine alte Freundin in Brasilien besuchen, da diese heiratet. Doch schon in der ersten Nacht geht einiges schief & der Hochzeitsbaum brennt - nicht nur, weil es an der Copacabana sauheiß ist...

Ein Partyfilm. Ein Jugendfilm. Ein Frauenfilm. Ein Gangsterfilm. Ein Roadtrip. Eine Satire. Eine Komödie. Ein Film, der all das unter einen Hut kriegt, kann nicht allzu schlecht sein. Ganz im Gegenteil: mir hat "Going To Brazil" eine Menge Spaß gemacht. Ich weiß nicht, wie groß sein Erfolg im Heimatland war, doch irgendwie hat er das Gefühl für einen Hit. Zumindest für die Generation Selfie. Und das schafft er, ohne zu geschmacklos oder blöd zu werden. Manchmal hätte ich mir sogar noch etwas mehr Pfiff und Unverschämtheit gewünscht. Noch mehr Vollgas, noch mehr Action, mehr Blut, Schweiß, Kotze und Tränen. So bleibt er mit einem Bein immer sichernd auf der Kupplung. Vor allem Hälfte zwei kommt an die ersten 40 Minuten nicht heran, die abgehen wie ein Zäpfchen.

Brasilien ist ein tolles Setting und genauso sehenswert wie die vier Hauptdarstellerinnen. Eine sympathische Truppe, mit denen man schnell klarkommt und deren Seite man nicht mehr verlässt. Sexy & stark. Selbst wenn die Hintergrundinfos und ernsteren Töne spärlich gesät sind, oft sogar unpassend wirken können. Die Partyszenen samt Soundtrack wummern gut, erfinden die Hochzeitstorte jedoch nicht neu. "Going To Brazil" ist ein Sonntagnachmittagfilm, der bei niedrigen Erwartungen vollkommen befriedigt. Selbst, wenn man Twists meilenweit kommen sieht und er unspektakulär & antiklimaktisch endet. Erfindet das Rad nicht neu, ist etwas zahnloser sogar in Deutschland denkbar und kann keinen wirklichen Anspruch bieten - rockt die Bude trotzdem!

Fazit: "Spring Breakers" trifft auf "City of God" im "Hangover"-Style?! Die vier Ladies und ihr Abenteuer quer durch Brasilien machen über die weitesten Strecken Spaß, mit teilweise irrwitzigem Tempo und fast genug Political Uncorrectness. Ein Gamechanger nicht, ein spritziger Trip definitiv!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

30.04.2017, 01:45




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