von Fans für Fans

Higanjima

Triefiger Teenie-Trash

von todaystomorrow
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"Higanjima" ist die Verfilmung eines in Japan sehr populären Vampir-Mangas - mal wieder. Ähnlich wie "Blood: The Last Vampire" und Konsorte scheitert der Streifen aber grandios, jedenfalls, wenn er als ernstzunehmender Horrorfilm betrachtet werden möchte. Tatsächlich haben wir hier nur eine weitere Teenie-Klamotte vor uns, samt flauen Witzen, Herzschmerzhandlungssträngen, peinlichen Masken und billigsten CGI-Effekten. Apropos billig: kann gut sein, dass das Teuerste am Film die Friseure der Hauptdarsteller waren. Immerhin macht man sich in einer Dialogsequenz ein wenig selbstironisch darüber lustig...

Akira und seine Gang folgen einer mysteriösen Lady auf eine abgelegene Insel, die von Vampiren beherrscht wird. Denn der seit zwei Jahren verschollene Bruder Akiras kämpft hier, zusammen mit ein paar weiteren menschlichen Überlebenden, gegen die Blutsauger-Pest. Die hier übrigens insofern neue Wege geht, als dass sie nicht nur gegen das Sonnenlicht immun ist, sondern durch einfaches Beißen und Aussaugen noch lange niemanden zum Co-Vampir macht: das geschieht erst, wenn das Blut eines Vampir in den Kreislauf eines Menschen gerät; erst dann wird man "infiziert". Während sich Akira und Co. erst mal reichlich unbeholfen dem Kampf mit den teilweise grüngesichtigen, generell äußerst albern daherkommenden Vampiren stellen, erweist sich sein Bruder Atsushi als Kriegsveteran und geht gerne auch mal mit einem Baumstamm auf die dunklen Gegner los. Die hier übrigens scheinbar leichter durch das Zermatschen des Kopfes als durch einen Pflock ins Herz zerstört werden können.

Das hört sich ja nach einigem Gore an, aber da sollte man die Erwartungen deutlich herunterschrauben. Zwar ist "Higanjima" im Prinzip wirklich nicht zimperlich, allerdings kommt es äußerst selten zu entsprechenden Szenen, und zudem sind sie eben (wie der Rest des Films) äußerst comichaft angelegt, weshalb niemals eine wirklich brutale Stimmung entstehen kann. Wäre auch seltsam, schließlich richtet sich der Film eindeutig an ein sehr junges und eher aalglatt gebürstetes Publikum, anders wäre die extrem milchgesichtige Besetzung der "Helden" kaum zu erklären. Zwischen den monotonen Kämpfen gegen die Blutsauger widmet sich der Film zudem ausschweifend allen anderen Themen, die jungen Menschen sicher sehr am Herzen liegen: Liebe, Romantik, Freundschaft etc. pp.

Damit verbringt er genau genommen eine ganze Menge Zeit - wie "Higanjima" ohnehin alles andere als rasant inszeniert ist. Nach einer gewissen Zeit fragt man sich, ob es hier eigentlich zum dramaturgischen Konzept gehört, möglichst viele Durchhänger auf die Leinwand zu bringen... vielleicht, damit die Kampfsequenzen eine spektakulärere Wirkung erzielen. Dafür würde auch die Kameraarbeit in den entsprechenden Szenen sprechen, denn die ist eher Marke "seekrank": viel zu schnell geschnitten, viel zu nah an den Personen dran, im Ergebnis absolut unübersichtlich und nahezu langweilend. Naja, vielleicht wollte man auch einen allzu genauen Blick auf die Vampire unterbinden, die erinnern nämlich massiv an die lächerlichen Figuren aus "Mr. Vampire" und ähnlichen 80er-Jahre-Streifen aus Hong Kong: definitiv alles andere als furchterregend, auch wenn sie in "Higanjima" seltener durch die Gegend hüpfen. Dafür haben sie eine fliegende Kollegin der Marke Pappmaché-Modellbau-Fledermaus und einen Gothic-Fuzzi samt Corpsepaint als Chef. Schon Wahnsinn, wie albern so ein Horrorfilm sein kann. Und gleichzeitig wie langweilig. Zwei Stunden Laufzeit, die sich nach vier anfühlen.

An dieser Stelle mache ich's dann mal kurz: vermeiden, vermeiden, vermeiden. Es sei denn, man steht auf kitschigen Teeniebopper-Trash. Oder verzeiht einem Vampirfilm einfach alles. 3 Punkte.
todaystomorrow
sah diesen Film im Metropolis 1, Frankfurt

01.09.2010, 03:01


Review

von FFFler
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30 Minuten weniger in der Mitte des Filmes und Higanjima - Insel der Vampire hätte ein furioses, actiongeladenes Splatterspektakel werden können. Gerade in seinem halbstündigen Showdown wird dieser Vampiractioner seine Fans überzeugen können. Jedoch kommen sie nicht umher, bis zum blutigen Finale einige unnötige Längen über sich ergehen lassen zu müssen.
FFFler - Original-Review

22.07.2011, 09:40




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