Hunt

Korea sucht den Superspion

von Herr_Kees
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Das Regiedebut des koreanischen Schauspielstars Lee Jung-jaes (natürlich SQUID GAME, aber auch DELIVER US FROM EVIL) ist ein Spionagethriller, aber eigentlich vielmehr ein Actionthriller, der von einer Spionagegeschichte vorangetrieben wird.

Freunden gepflegter Agentenarbeit à la John le Carré und George Smiley wird hier eher die bow-tie rotieren, denn der Film gibt ordentlich Gas: Es wird geballert, was das Zeug hält, eine Verfolgungsjagd folgt der anderen, ja selbst Verhöre und Recherchen sind inszeniert wie Actionsequenzen.

Die Story scheint komplex, da mehrere Parteien und Personen mit unterschiedlichen, teils verdeckten Absichten mitmischen, lässt sich aber zunächst mal auf die Suche nach einem Maulwurf im südkoreanischen Geheimdienst reduzieren. In diesem sind zwei Abteilungen – für die innere und die auswärtige Sicherheit – tätig, deren Chefs sich nicht sonderlich grün sind, woraus der Film einen Großteil seiner Dramatik bezieht, denn die Situation zwischen den beiden wird sich im Verlauf des Films noch drastisch zuspitzen.

Rasant inszeniert, gut gespielt und mit der einen oder anderen überraschenden Wendung ist HUNT ein gelungenes Debut und ein Paradebeispiel koreanischen Actionkinos.
Herr_Kees
sah diesen Film im EM, Stuttgart

20.09.2022, 11:43


Voll auf's Maul(wurfsrudel)!

von Leimbacher-Mario
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„Hunt“ ist ein fiktiver und doch handfester Politthriller aus Korea. Die bombastische Suche nach einem legendären nordkoreanischen Spion wird hier als atemlose Hatz zwischen „Infernal Affairs“ und „Heat“ inszeniert, wodurch man (gerade ohne politisches Interesse oder Auge für asiatische Gesichter) zwar schnell nicht mehr weiß, wer hier wer ist, geschweige denn wer hier für welche Nation und warum arbeitet - und dennoch fühlt man sich dermaßen angenehm in den Sessel gedrückt, dass man Details und Schwindel liebend gerne in Kauf nimmt…

Ob Norden oder Süden, geballert wir hüben wie drüben

Oft liest man wie oben zu „Hunt“ (der auf dem Fantasy Filmfest übrigens in seiner leicht umgeschnittenen internationalen Fassung lief, die in Toronto ihre Premiere feierte), dass politisches Hintergrundwissen hilfreich bis notwendig sein kann. Ich würde eher sagen, dass es doch eine ziemlich klare Suche nach einem legendären Spion ist, durch etliche Figuren und Doppelagenten aber die Übersicht verloren gehen und die Verwechslungsgefahr doll steigen kann. Aber jetzt auch nicht ins Unermessliche, gerade wenn man gerne im asiatischen Filmjagdrevier unterwegs ist. Etwas Konzentration, Mitdenken und am Ball bleiben werden aber vorausgesetzt. Es ist kein Film zum nebenbei laufen lassen. Dennoch funktioniert er genug und reichlich über die wirklich grandiose, furiose Action. Da sind ein paar nachdrückliche, ausdauernde und ausufernde Schusswechsel und Explosionen dabei, die man selbst im größten Kino der Welt noch in der hintersten Reihe deutlich fühlen und spüren würde. Und spätestens dann weiß man auch, dass es sich nur um pure Fiktion handeln kann, hier nur politische Verstrickungen und Machtspielchen als Aufhänger genommen wurden, um einen rasanten Setpiece nach dem nächsten aufzuziehen und in die Luft gehen zu lassen. Mittendrin „Squid Game“-Star Lee Jung-jae und die Welt ist im Döschen - zumindest für Koreakenner!

Fazit: hochwertiger und wuchtiger Spionagethriller, der mit mehr Hintergrundwissen und wachem Blick von einem feinen Actioner zu einem wahren Fest für Fans von Doppelagenten, politischen Intrigen und des Koreakonfliktes aufsteigen kann!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

25.09.2022, 21:44




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