von Fans für Fans

The Intruder

Beklemmend

von Michaela
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Sehr gut und überzeugend gespielt. Der Dutroux-Fall wirft seinen Schatten auf diesen Film. Ein Film, der nichts für Eltern ist, denn das trifft einen dann persönlich, das wühlt auf. Die Angst jeder Mutter oder jedes Vaters wird angesprochen, nämlich dass das eigene Kind verschwindet, man im Ungewissen ist und nicht weiß, ob es noch lebt oder nicht. Man kann nicht abschließen, erst wenn sich das Schicksal des Kindes geklärt hat. Der Film zeigt deutlich die Auswirkungen, die das Verschwinden eines Kindes hat. Ein sehr beklemmender, düsterer Film.
Michaela
sah diesen Film im Cinema, München

19.07.2006, 23:30


Nicht ohne meine Tochter

von Philmtank
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Also, irgendwie sind die Belgier schon seltsam, und das nicht erst seit "The Ordeal". Ich meine hier allerdings eher die Ausstattung. Musik, Kleidung, Behausungen, alles wirkt sonderbar muffig. Aber nun zum Film: Zunächst wartet man gespannt auf das, was einem die soliden Darsteller zu bieten haben und die erste Hälfte über weiss der Film auch zu fesseln. Irgendwann realisiert man jedoch, dass sich das ganze auf TV-Film Niveau bewegt und einzig die Neugier auf die Auflösung hält einen noch bei der Stange. Diese ist dann ungefähr so aufregend, wie Socken zu Weihnachten.
Dafür sind die flämischen Untertitel eine wahre Schau. "Vuurtje" bedeutet bspw. "Feuer" und nicht das zu diesem Film passende "laue Lüftchen".
Philmtank
sah diesen Film im Cinema, München

20.07.2006, 01:32


Ardennentatort

von Herr_Kees
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Ein guter Film, ein atmosphärischer Film, ein unspektakulärer Film. Mit soliden Leistungen von Darstellern und Crew wird die Geschichte der vermissten Tochter entrollt, die zwar einige Überraschungen bereithält, jedoch keine, die einem geübten TATORT-Seher den wohlverdienten Schlaf rauben würde.

Fazit: Atmosphärischer Dorfkrimi für zwischendurch.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol 1, Stuttgart

26.07.2006, 13:53


An den Haaren herbeigeprügelt

von todaystomorrow
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"Based on true Events", heißt es im Abspann. Hmm. Selten hat es mich mehr interessiert, was von der hier gezeigten Geschichte tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruht. Sollte es mehr sein als die Ausgangsidee, habe ich entweder ein schwerwiegend falsches Menschenbild, oder die Belgier sind wirklich komplett bescheuert.

Wie ich das im Detail meine, kann ich kaum erklären, ohne zu spoilern. Aber wesentliche Knackpunkte der Story wirken einfach so unglaublich konstruiert, daß man den Drehbuchautoren fragen möchte, ob er eigentlich auch mal ein paar Tage unter Menschen verbracht hat - oder ob er sein gesamtes Leben damit vertan hat, sich schlechte Krimis im TV anzusehen.

Tom ist Arzt in einem Krankenhaus in Brüssel, verliert seinen Job zu Beginn des Films allerdings, als er nach 18 Monaten immer noch nicht damit klarkommt, daß sein Engel von Tochter verschwunden ist. Er nervt seine gesamte Umgebung und ganz Brüssel permanent mit aufgelösten Fragen nach ihrem Verbleib, was einem zunächst ja auch nicht ganz unverständlich scheint. Als er schließlich in einer Bar auf ein 15jähriges Mädchen stößt, das unsicher behauptet, seine Tochter gesehen zu haben, erwacht er zu neuer Energie. Da sie sich erst weigert, näheres auszuplaudern, nimmt er sie mit zu sich nach Hause, schläft neben ihr im Bett ein - und sieht sich am nächsten Morgen prompt mit dem Vorwurf des Kindesmißbrauchs konfrontiert und vorläufig festgenommen.

Das bringt ihn aber nicht davon ab, sich noch mal ausführlich mit dem Mädchen unterhalten zu wollen, weshalb er ihr in das abgelegene Ardennendorf folgt, in das ihre bald herbeigeeilten Eltern sie zurückbringen - unsagbar glücklich, sie wiedergefunden zu haben, nachdem sie - sieh an, sieh an - genau wie seine Tochter 18 Monate lang verschwunden war.

Im Dorf findet sich Tom dann allerlei Ungereimtheiten und zudem zunehmenden Feindseligkeiten der inzestuösen Einwohnerschaft gegenüber. Und mit jeder Minute ist er sich sicherer, hier etwas über den Verbleib seiner Tochter herausfinden zu können...

Was er dann natürlich auch tut, wobei der Film, was man ihm zugute halten muß, an Überraschungen nicht spart. Dummerweise nur sind die meisten dieser Überraschungen eben völlig unglaubwürdig und außerdem - vielleicht noch schlimmer - extrem unbeholfen in Szene gesetzt. Wie mit dem Holzhammer wird uns eingeprügelt, daß dieses und jenes Detail später sicherlich von seeeeeeeeeeeeehr großer Bedeutung sein wird. Und wenn man auch die Haken, die die Story schlägt, und ihren Ausgang kaum vorhersehen kann, so wird uns doch jederzeit nachdrücklich klar gemacht, welche Figuren hier Dreck am Stecken haben und daß hier von Diesem und Jenem ganz definitiv einige Geheimnisse unter Verschluß gehalten werden.

Gut, das macht den Film wenigstens über weite Strecken recht unterhaltsam, wenngleich er auch um einiges hätte gestrafft werden können. Zudem punktet "The Intruder" in Sachen Atmosphäre - trist, verkommen und feindselig wirken Dorf und Bewohner, und man traut ihnen problemlos ALLES zu. Auch die weibliche Hauptdarstellerin ist ein Plus, als aufreizende Lolita überzeugt sie uneingeschränkt; die Figur des Tom wird gleichfalls recht eindringlich und intensiv gespielt.

Daß der Film für mich trotzdem ein großer Reinfall war, liegt in der Story selbst begründet. Hier gibt es einfach ein paar Zufälle und Unglaubwürdigkeiten zuviel, das Ganze wirkt so unwahrscheinlich, daß ich mich einfach nicht darauf einlassen konnte. Die Fernsehkrimi-Optik tat ein übriges, so daß ich mich zeitweise wie in Folge 438.965 von "Der Alte" fühlte, wo den Autoren aber auch wirklich GAR nichts realistisches mehr eingefallen ist.

Kann man sich ansehen, wenn man sich über Handlungswendungen und Menschen wundern möchte; wenn man allerdings etwas halbwegs Nachvollziehbares erwartet, sollte man das hier besser meiden. 4,5 Punkte und ein wenig Ärger darüber, daß die vielversprechende Ausgangssituation in solchem Blödsinn mündete.
todaystomorrow
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

29.07.2006, 05:24


X-Files lässt grüßen

von FFFler
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Sehr spannender Film, der von seiner ergreifenden Geschichte, sowie dem intensiven Spiel der Darsteller lebt. Ein gutes Händchen hat auch der Regisseur bei der Auswahl des Schauplatzes bewiesen, der diese Stimmung prächtig unterstützt. Hat man während des Filmes noch die Befürchtung, dass das Ende dies zerstören könnte, ist die Auflösung doch überraschend gut ausgefallen; auch wenn man leider ein paar zu viele Zufälle akzeptieren muss, wenn man keine Logiklöcher finden will. Wer ruhige mysteriöse Thriller mag, kann hier eigentlich wenig falsch machen.
FFFler
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

03.08.2006, 10:49




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