von Fans für Fans

Isle of Dogs

(a boy and his dog)

von Herr_Kees
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Wenn ein Wes Anderson-Film ein eigenes Genre ist, so kann man seine Puppentrickanimationen inzwischen schon als eigenes Subgenre bezeichnen. Eines mit einer vergleichsweise kleinen Liebhaberzielgruppe. ISLE OF DOGS ist in erster Linie für Fans von Andersons FANTASTIC MR. FOX empfehlenswert, sowie für Freunde von Animes, Hunden und liebevoller Retro-Science-Fiction. Denn natürlich wird uns hier kein Mainstream-Animationsfilm präsentiert, sondern eine schön altmodische, leicht schäbige und dadurch so sympathische Animationskunst, die mehr von Atmosphäre und Eindrücken lebt als von Witz und vordergründiger Action. Als die Hunde auf ihrer Odyssee beispielsweise in eine Müllzerkleinerungs- und verbrennungsanlage transportiert werden, nutzt der Film dies (im Gegensatz zu Animationsfilmen wie beispielsweise Aardmans CHICKEN RUN) eben nicht für eine haarsträubende Slapsticksequenz, sondern lässt die Passagiere nahezu unbeschadet davonkommen – die Anlage funktioniert eben seit Jahren nicht mehr richtig.

Auch im Vergleich zu MR. FOX kommt ISLE OF DOGS insgesamt etwas weniger spritzig, humorvoll und actionreich daher, zieht sich inhaltlich streckenweise etwas und man muss die spröde Art und die trockenen Dialoge schon mögen, um dranzubleiben. Dafür begeistern die wunderschönen Sets, die ornamentalen Tableaus, die liebevolle Ausstattung, bei der man gar nicht so lange schauen kann, um wirklich jedes Detail zu entdecken und die wie erwartet wunderbar verschrobenen Typen.

Klar ist auch, wer diesen Film nicht im Original sieht, wird einen anderen Film sehen. Denn Voice Talents wie Bryan Cranston, Jeff Goldblum, Edward Norton, Scarlet Johansson, Harvey Keitel, Frances McDormand und (diesmal in einer kleineren Rolle) Bill Murray machen den Film aus und bringen teilweise natürlich auch die Figuren ihrer eigenen Filmographie mit ein. Insgesamt also ein cineastisches Erlebnis, das zum Wiedersehen einlädt.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

22.04.2018, 14:33


Eine Magendrehung des Glücks

von Leimbacher-Mario
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"Isle of Dogs" ist vielleicht Wes Andersons kreativster Streich,
er reicht von Japan bis weit über den großen Teich.

Für Hundefans ein waschechter Traum,
noch mehr Details in die Bilder zu packen, dafür wär kein Raum.

StopMotion, erwachsen, bezaubernd und vollgepackt mit Ideen,
fast durchgängig konnte man ein breites Grinsen auf meinem Gesicht seh'n.

Vor allem im ersten Drittel ist man überwältigt von der Fülle,
doch Ataris Reise bietet noch viel mehr als diese wertvolle Hülle.

Fast auf dem Niveau des fantastischen Mr. Fox,
wie ein kunterbunter Flohcocktail on the Rocks.

Um dieses Synchronstimmenensemble würde sich Disney kloppen,
zu Wes kommen sie alle gerne, zur Not auch auf Socken.

Ein Abenteuer über des Menschen besten Freund,
blöd, wer dieses Feuerwerk im Kino bald versäumt.

Soziale Brisanz, akute Themen, spielerisch verpackt,
Andersons Kopf ist schon unvergleichlich vertrackt.

Wer mit seiner Welt, seinem trockenen Humor bisher nicht kann,
den zieht wohl auch diese Hundeinsel nicht in seinen Bann.

Ich frage mich aber wirklich, was für Menschen diesen Film von Herzen nicht mögen,
bitte klebt es auf eure Stirn, ich möchte gehen um euch Bögen.

Allein die Gimmicks und Details rechtfertigen mehrmaliges Sehen,
ich bin mir sicher dieses Juwel wird alle Windungen der Zeit überstehen.

Vielleicht ist die Geschichte an sich, samt seiner Helden nicht unendlich tief,
doch würde ich das wirklich ankreiden, hinge mein interner Haussegen schief.

Jede Sekunde, jeden Frame, jeden noch so kleinen Witz saug ich auf,
man könnte sagen, Wes Anderson hat bei mir einen Lauf.

Ach was, dieser Mann und sein Team können kaum verlieren,
sie dürften gerne über meine Filmsammlung regieren.

Fazit: wie kann man derart kreativ sein?! Nicht nur für Hundemenschen ein Highlight des Jahres. Herzlich und herrlich!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

07.05.2018, 14:39


Hundsgenial

von D.S.
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Der knuffige Wohlfühlfilm des Festivals: ISLE OF DOGS ist ein Wunderwerk der Phantasie, voller schräger Charaktere, bösem Humor und den liebenswertesten Hauptfiguren seit ewig, was sogar ich als für gewöhnlich Hundehasser und Katzenliebhaber bestätigen muss. Insbesondere die Darstellung der Müll-Insel selbst, auf die der korrupte Premier eines fiktiven, dystopischen japanischen Megalopolis alle Hunde verbannt hat, ist so fantasievoll schräg, dass man sich auf ihr verlieren möchte.

Die Story selbst ist zwar im Wesentlichen nur eine Search-and-Rescue-Mission, aber mit so vielen sarkastischen bis zynischen Seitenhieben auf unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sowie seine handelnden Charaktere versehen, dass man kaum anders kann, als befreit aufzulachen – Wes Anderson kann sich durch das „unverfängliche“, von unserer Realität weit entrückte Format eine Menge erstaunlicher Boshaftigkeiten erlauben, und das nutzt er weidlich aus.

Weltbewegend ist das natürlich trotzdem alles nicht. Der Niedlich-Faktor läuft sich irgendwann tot, das Geschehen beschränkt sich zu oft dann doch nur auf „Gefahr tritt auf und wird auf schräg-spaßige Weise bewältigt“. Insofern ist ISLE OF DOGS sicher kein Film für die Ewigkeit. Aber er bietet jede Menge intelligent-amüsante Unterhaltung – mehr als jeder andere Film bei den diesjährigen Nights. Und damit auch ohne Frage ihr Highlight: knapp 8 von 10 Punkten. Zumindest, wenn man ihn im O-Ton, mit der sensationellen Riege an Original-Sprechern sieht.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

08.05.2018, 00:52




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Kommentar von misspider :
Rundum gelungen, nur schade dass mein Sohn noch nicht alt genug dafür ist (aber ich bin dankbar dass der Film Anspruch hatte) - und in ein paar Jahren dann kann ich mich noch einmal darauf freuen.
30.04.2018, 17:13

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