von Fans für Fans

Kaltmiete

Der unbekannte Vierte

von zoulwags
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Über Kaltmiete mag ich gar nichts Negatives sagen. Das liegt vor allem daran, dass der Regisseur zufällig neben mir saß und während "Nimmermeer" ausdauernd eine Mischung aus Popcorn, Bier und Mentos-Dragees zu sich nahm. Ein Mensch wie du und ich also, und da liegt die Hemmschwelle des Meckerns höher als bei William Friedkin, der immerhin mal den "Exorzisten" gedreht hat und den es daher vermutlich wenig ficht, dass ich "Bug" ziemlich prätentiös und nervig fand.
Umso besser, dass "Kaltmiete" weder prätentiös noch nervig ist. Im Gegenteil: die Geschichte - drei Bewohner einer WG versuchen ihren vierten Mitbewohner aus seinem Zimmer zu locken, das dieser sich weigert zu verlassen - ist fein ausgedacht und geduldig erzählt. Zwar wusste ein hochbegabter Kölner Zuschauer schon in der ersten Minute, worauf die Geschichte rausläuft und teilte das Regisseur und Publikum nach dem Film auch direkt mit, ich jedoch tappte ziemlich lange im Dunkeln und fand, im Gegenteil, die Hinweise gut gewählt und fein gestreut. Auch dass dem Publikum am Ende die "Schokolade" (O-Ton Regisseur Buchkremer), d.h. eine hübsch reißerische Showdown-Auflösung, nicht vorenthalten wurde, mag dem besagten Zuschauer und den Betreuern an der Hochschule missfallen haben, ich fand sie gut. Nicht nur, weil ich nicht hochbegabt bin, sondern auch, weil sie das Vorherige (Tempo der Geschichte, Licht, Stimmung) effektvoll kontrastiert und in ihrer Wirkung bleibenden Eindruck hinterlässt.
Als einzigen Schwachpunkt des Films habe ich die Schauspieler empfunden. Die kamen in dieser Produktion eigentlich am unprofessionellsten rüber, allen voran der männliche WG-Bewohner, der nicht nur spielte, als wäre er sonst eher in Daily Soaps tätig, sondern bei dem ich mir fast sicher bin, dass mir sein Gesicht schon mal im öffentlich-rechtlichen Vorabend begegnet ist. Okay, das war jetzt doch etwas Negatives, deshalb noch schnell was Nettes hinterher: die WG-Situationen haben mich teilweise sehr amüsiert. Wer einmal in einer WG gewohnt hat, findet hier unter Umständen einige vertraute Situationen und Dialoge wieder.
zoulwags
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln

13.08.2007, 12:46


nichts

von Robert Paetzold
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Kaltmiete wollte vieles sein, und war letztendlich nichts als schlechtes deutsches Genrekino. Die Schauspieler sind schlecht, die Musik wirkt unpassend, störend und übertrieben und die Story in ihrer Gänze unglaubwürdig. Zeige mir auch nur einer eine solche WG und ich mache mir meine Horrorfilme in Zukunft selbst.
Kaltmiete ist falsch, da werden Szenen aus Lost Highway kopiert, was ganz und gar nicht "lynchig", sondern eben nur stümperhaft kopiert erscheint, da überspitzt die Musik den Spannungsbogen, das erwartete überraschende Ende entzieht sich jeglichen Verstandes.
Es mag ja Menschen geben, die schlechte Filme mögen, das Publikum in Berlin hat sich teilweise prächtig amüsiert, aber für solche, die auch mal gern Arthouse sehen oder für die Canal+ kein verschlüsselter Sexkanal ist, für solche Menschen ist Kaltmiete nicht geeignet.
Robert Paetzold
sah diesen Film im Cinemaxx 6, Berlin

28.08.2007, 19:18




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