von Fans für Fans

Land of the Little People

Der Gott des Krieges ist hungrig

von Herr_Kees
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In einem Land, in dem Radio und Fernsehen nur noch Kriegsberichterstatter sind, in dem die Väter entweder im Militäreinsatz oder bereits gefallen sind und die Mütter nicht nachfragen, wenn die Kinder mit der Armbrust "in die Mall" gehen, ist es nicht verwunderlich, wenn die kindlichen Besitzansprüche um ein Stück Niemandsland schnell in einem bewaffneten Konflikt eskalieren.

Unter dem inoffiziellen diesjährigen Motto des Fantasy Filmfests "Aufwachsen in einer Zeit des Grauens", ist LAND OF THE LITTLE PEOPLE der womöglich furchteinflößendste Film. Denn er zeigt die Auswirkungen der alltäglichen (Kriegs-)Realität auf die nächste Generation und er tut dies glücklicherweise nicht moralisierend. Es reicht, die Kinder bei ihrem "Spiel" zu zeigen.

LAND OF THE LITTLE PEOPLE ist ein Thriller, der das, was ihm vielleicht manchmal an Spannung fehlt, durch echtes Drama und Relevanz wettmacht, untermalt von einem von Morricone inspirierten aber dennoch unaufdringlichen Soundtrack. Für mich bislang der Spitzenreiter im Fresh-Blood-Wettbewerb.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

11.09.2017, 23:40


Leben in einem Land im Krieg

von landscape
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Dies ist ein Film über eine Art Gangland. Eine Gang hat ihren Abenteuerspielplatz in einem zerstörten Munitionsdepot - ihre älteren Geschwister regieren die Stadt. Da sind sowohl der Troublemaker Louie als auch der stille Chemi eher unterlegen... Aber das Depot gehört ihnen.
Als dann zwei Deserteure im Depot auftauchen, die untereinander zudem noch zerstritten sind, haben diese schlechte Karten. Aber sie haben die bessere Waffe...

Ich bin mir sicher, in Israel wird der Film anders diskutiert als hier. Er funktioniert aber auch hier, schätze aber, wir sehen ihn "archaischer" als die Israelis. Dort dürfte die Rolle der Deserteure wesentlich bedeutender sein als für uns.

Sehr erfrischender Beitrag auf dem Festival!
landscape
sah diesen Film im Savoy, Hamburg
 
13.09.2017, 02:12


Aber nicht auf Lebewesen zielen

von Zwerg-im-Bikini
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Nachdem mir der israelische Film BIG BAD WOLVES vor einigen Jahren ziemlich gefallen hat, war ich gespannt, was das Fantasy Filmfest dieses Mal aus dem Land für uns im Gepäck hatte, aus dem es nur wenige Genrefilme zu uns schaffen. In LAND OF THE LITTLE PEOPLE geht es um eine Gruppe von vier Kindern, die sich auf dem verlassenen Gelände einer ehemaligen Waffenfabrik regelmäßig zum Spielen treffen. Dann tauchen allerdings zwei Deserteure auf, die den Unterschlupf für sich beanspruchen. Das bedeutet Krieg... und die Kinder gehen den Kampf erbarmungsloser an als die Erwachsenen.

Als Kind habe ich mir selber Pfeil und Bogen gebastelt und damit im Garten auf Wände geschossen. Aber damit hat das hier nichts zu tun, und wer hier einen I DECLARE WAR erwartet, wird schon bei der Anfangsszene, in der ein Tier getötet wird, merken, dass wir von dessen naiver Unschuld meilenweit entfernt sind. Die Kinder in LAND OF THE LITTLE PEOPLE sind vollkommen verroht. Obwohl sie beispielsweise noch nie eine Pistole in der Hand hielten, zeigen sie keine Emotionen, wenn sie sie benutzen. Ich hatte erwartet, dass ich die beiden Soldaten als Eindringlinge wahrnehmen würde, aber die beiden wirkten trotz ihrer handgreiflichen Streitereien deutlich sympathischer als sämtliche Kinder, und so schlug ich mich schnell auf ihre Seite. Bis zuletzt wollen sie den Kindern nicht wirklich etwas Böses, sondern einfach nur eine Gelegenheit haben, zu verschwinden. Die Kinder hingegen kennen keine Grenzen.

Warum das so dargestellt wird, ist klar: Der Regisseur wollte anprangern, was es aus Kindern macht, wenn sie vom Krieg umgeben aufwachsen müssen. Selbst wenn sie nicht in Ruinen leben und sich ihr Alltag zwischen Einkaufszentrum und Kinderzimmer auf den ersten Blick nicht sonderlich von unserem unterscheidet, stumpfen sie innerlich ab. Die bedrohlichen Nachrichten im Fernsehen, Kampfjets am Himmel, Väter an der Front... und dazu die Parolen, dass es heldenhaft ist, zu kämpfen. Insbesondere natürlich für das eigene Land. Aber wie das Zitat Theodor Herzls im Vorspann schon sagt: "Men live and die for a flag; it is indeed the only thing for which they are willing to die in masses, provided one educates them to it." Und dazu braucht es nicht mal Schulunterricht, denn der wird gar nicht gezeigt. Die Kinder lernen durch ihren Alltag.

Also eigentlich eine gute Botschaft gegen Krieg: Er macht bereits aus Kindern Monster. Mein Problem war nur, dass ich es ihnen nicht abgekauft habe. Nicht, weil die jungen Darsteller schlecht gespielt hätten, das war sicher nicht der Fall. Sondern, weil das gezeigte Verhalten SO extrem war. Wäre da noch ein kleiner Funken Menschlichkeit gewesen, wäre es mir leichter gefallen, mich auf den Film einzulassen. Sind Kinder in Israel so? Natürlich nicht. Aber selbst für eine überzeichnete Parabel fehlte mir der Bezug zu den Charakteren. Vielleicht auch deshalb, weil die Erwachsenen im Vergleich dazu normaler wirken. Sind sie nicht auch im Kriegszustand aufgewachsen?

LAND OF THE LITTLE PEOPLE ist ein etwas anderer Antikriegsfilm, der sich nicht gegen eine Seite richtet, sondern die Auswirkungen eines langen Krieges auf die Kinder zeigen will. Das macht ihn interessant, und ich kann auch an der technischen Umsetzung und den Schauspielern wenig bemängeln. In seiner Darstellung schießt er aber, finde ich, über sein Ziel hinaus, und deshalb wirkten die Kinder leider überhaupt nicht überzeugend auf mich. In einem Film, in dem die Kinder im Mittelpunkt stehen, ist das schade.
Zwerg-im-Bikini
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt - Original-Review

22.09.2017, 00:21


Im Land der kleinen Abgebrühten

von Alexander
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Es fällt mir bei diesem Film ausnahmsweise einmal nicht so leicht eine Review zu schreiben. Der Film ist in gewisser Weise schon starker Tobak. Was zunächst beginnt wie eine etwas härtere Fassung von "I Declare War", entwickelt sich schon sehr bald zu einer gnadenlosen und umso unsinnigeren Eskalation zwischen ihrer Kindheit beraubten Kindern und mitunter kindisch agierenden "Erwachsenen".

Über Israel und seine besondere, politische Situation und die damit verbundenen Härten für die Bevölkerung brauche ich mich an dieser Stelle wohl nicht mehr auszulassen, außer das man immer wieder von Menschen, die dort Leben, hört, "es sei doch gar nicht so schlimm", und "besuch uns doch mal in Tel Aviv!" Freunde von mir waren übrigens auch schon mehrfach dort, empfanden die Menschen als gelassen und entspannt, und wahrscheinlich lernt der Mensch mit jedweder Art von Konflikt und Bedrohung zu leben, besonders wenn dieser schon mehr als ein halbes Jahrhundert lang schwelt.

So erstaunt es auch nicht, das die gezeigten Kinder im Film von der ersten Minute einen nahezu selbstverständlichen Umgang mit teils selbst gebastelten Waffen pflegen, und nahezu gierig darauf sind, diese auch endlich einmal einsetzen zu dürfen.

Was mich vielmehr schockierte, war die Selbstverständlichkeit mit der hier eine Gewalteskalation mit grenzüberschreitender Brutalität einfach mal so in Kauf genommen wird, nur um ein kleines Lager, einen Kinderspielplatz quasi, zu verteidigen. Sicher, auch meine "Gang" hat vor 40 Jahren unser Baumhaus draußen vor der Stadt mit der Haut verteidigt, aber mehr als eine handfeste Rauferei wäre uns wohl nie in den Sinn gekommen.

Ohne zu viel über die eigentlich recht simple Handlung zu verraten sei noch soviel gesagt, dass ich durchaus Probleme damit hatte, in den Soldaten einen wirklichen "Feind" zu erkennen und mir die Kinder eher wie Täter denn Opfer vorkamen.

So wird "Land of the Little People" zur Studie menschlichen Verhaltens von Menschen, deren empathische Grenzen von zarter Kindheit an verschoben wurden. Man lebt mit dem Krieg, dem für jedermann zwingenden Wehrdienst für das Vaterland, und der häufigen Abwesenheit eines im Militär dienenden Elternteils. Dass dies nicht ganz ohne Spuren, auch für die Jüngsten, bleiben wird, zeigt der Film nahezu schonungslos. Das Bittere daran ist, dass man sich sehr gut vorstellen kann, dass dies auf viele der Kinder dort wirklich zutreffen mag.

Der Film fasziniert durch seinen fast intimen Einblick in das ganz alltägliche Leben von Kindern, den "Little People" also, die eigentlich gar keine Kinder mehr sind, und hält einen mit einer kleinen, aber umso spannenderen Erzählung gefangen.
Alexander
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

22.09.2017, 19:00


Eine Frage der Ethik

von Frank
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Ein ehemals zu militärischen Zwecken genutztes Gebäude, auf einem von Büschen und Sträuchern bewachsenen Gelände, haben sich Jugendliche als ihr Revier zum Spielen auserkoren. Als sich zwei Kriegs-Deserteure den Ort als Versteck aussuchen, kommt es zur Konfrontation mit Folgen.

Kinder, die Kriegsberichterstattungen im Fernsehen als tägliche Nachrichten hören und ihre Väter vermissen, weil diese in den Krieg ziehen. Die mit einer selbstgebastelten Armbrust durch ihren Alltag ziehen und die, völlig emotionslos, nicht zögern eine gefundene Waffe zu benutzen. Ich gehe mal davon aus, dass die Regisseure die Folgen des Krieges auf die kommende Generation darlegen wollten. Das wird intellektuell und auf der Dialog-Ebene auch einigermaßen verständlich. LAND OF THE LITTLE PEOPLE ist außerdem schön gefilmt, mit einer Kamera nah bei ihren Figuren und ordentlichen Schauspiel.

Wenn ein Film jedoch mit solch großem Thema aufwartet, sollte er auch Figuren präsentieren, deren Charaktere noch nachvollziehbar sind. Doch diese Charakter-Skizzen, denen eine tiefere Charakterisierung fehlt und denen in letzter Konsequenz wirklich kein menschliches Empfinden mehr innewohnt, verweigern dem Zuschauer zu wirklich jedem Protagonisten, der durchaus charismatischen jungen Schauspieler, empathischen Zugang. Hier fehlen einfach entscheidende filmische, nicht intellektuelle Hinweise, die mich davon überzeugen, dass die Kinder ausschließlich Opfer eines Systems bzw. der Umstände sind. Sie werden nicht zum Krieg geschickt bzw. befinden sich nicht in einem aktiven Kriegsszenario. Sie erleiden oder haben keine körperlichen Misshandlungen erlitten, die im Krieg möglich sind. Es werden keine Traumata aufgezeigt. Auch tägliche Indoktrination durch Erziehung und Schule scheint für die Filmemacher nicht von großer Bedeutung. Die alltäglichen Freiheiten der "kleinen Leute" sind letztlich auch noch groß genug. Sie treffen selbst Entscheidungen was sie sein wollen und wie sie sich verhalten.

Kurz: Hier geht es nicht um moralische Fragen und auch nicht bloß um das Schwinden von Empathie, sondern um ein grundlegendes ethisches Verständnis. Wenn dies offenbar jedem der Heranwachsenden fehlt, ist es nicht dem Aufwachsen unter diesen Umständen allein zuzuschreiben. Ethisches Empfinden ist nicht allein abhängig von anerzogenen Faktoren, wir kommen nicht als unbeschriebenes Blatt auf die Welt.

So stellt dieser Film, der suggeriert, dass die junge Generation eigentliches Opfer des Krieges ist, die Jugendlichen letztlich als Täter dar, deren Handeln emotional nicht plausibel scheint. Der Schrecken verliert seine Wirkung oder verkehrt sich ins Gegenteil und statt der zwei toten Soldaten, die, einer gesunden Ethik folgend, den Kriegsdienst verweigern, habe ich mir ein Pfeil in der Brust jedes dieser Kinder gewünscht. Ich habe meine Zweifel dass dies die Absicht der Regisseure war. Die vermeintliche Grundaussage passt nicht zur Struktur und emotionalen Auflösung. (Es sei denn die Regisseure wollten darauf hinweisen das fehlgeleitetes ethisches Verständnis nicht rein konditioniert ist.)

In seiner Gesamtheit scheint mir LAND OF THE LITTLE PEOPLE daher nicht schlüssig und somit in seiner Aussage gescheitert. Dazu ist er noch weitgehend spannungsarm erzählt. Weil er insgesamt jedoch kaum Langeweile aufkommen lies, gut gespielt und fotografiert war und mich immerhin so oder so emotional bewegen konnte, trotzdem (gerade) noch durchschnittlich.
Frank
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

28.09.2017, 02:10


Land der Fliegen

von Leimbacher-Mario
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"Land of the Little People" ist einer der Geheimtipps in Sachen "Fresh Blood" (Preis für Regieerst- oder -zweitwerke) auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest. Und in einem ohnehin schon gesellschaftskritisch und politisch aufgestellten Programm, sticht diese israelische Kriegsmetapher und Bestandsaufnahme eines Landes, einer Jugend, nochmal heraus. Es geht um eine Clique junger Jugendlicher und zwei Kriegsdeserteuren in deren "Spielgebiet".

Dieses Coming-of-Age-Drama erinnert an eine Kreuzung aus "Lord of the Flies" und "I Declare War", nur eben mit dem Nahost-Konflikt, einem zutiefst militarisierten Israel als Rückgrat. Ich wette in seinem Heimatland, zieht dieser schockierende Kommentar noch weit mehr Wirkung und Traurigkeit nach sich. Doch auch als Außenstehender kriegt man hier, auf Grund der Alltäglichkeit, der Kälte und der Akzeptanz der Gewalt, oft genug eine Gänsehaut. Und wenn es nur halb so schlimm um das Land bzw. dessen Auffassung von Gewalt steht, dann muss selbst der hartnäckigste Optimist den Kopf hängen lassen und eine Träne verdrücken.

Fazit: Starker Kommentar zur Lage der israelischen Nation und seiner Jugend. Dieser Dauerkrieg hinterlässt wohl Spuren in der DNA eines ganzen Landes. Selbst ohne Verbindung oder persönlichen Bezug, macht das nachdenklich und traurig. Realer Horror, Alltag für die Kids.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

28.09.2017, 02:14


Grimmiges Märchen

von D.S.
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Am Boden eines tiefen Schachtes in einer verlassenen Fabrik am Rande der Wüstenstadt haust ein mythisches Monster. Um von ihm verschont und vor den Gefahren der Außenwelt beschützt zu werden, opfern vier Kinder ihm regelmäßig brutal getötete kleine Tiere. Doch die scheinen irgendwann nicht mehr zu genügen: Als ihnen eines Tages zwei ausgewachsene Zweibeiner ins Visier geraten, wird eine größere Falle scharfgestellt – und die Brutalität alles andere als heruntergefahren...

In Märchen wie denen der Gebrüder Grimm sind Kinder fast immer diejenigen Protagonisten, auf deren Seite der Leser gezogen werden soll. Das gilt selbst dann, wenn sie wahre Gräueltaten vollbringen, wie etwa "Hänsel und Gretel". Yaniv Bermans Spielfilmdebüt LAND OF THE LITTLE PEOPLE dagegen ist ein Märchen, das gar nicht erst versucht, seine Kinderfiguren als die "Guten" erscheinen zu lassen. Schon mit den ersten Einstellungen, die uns die Clique beim skrupellosen Töten zeigen, wird verdeutlicht: Unschuld ist hier kein denkbares Assoziationsfeld. Zumal als Erklärung für das bösartige Verhalten der Kids in dieser Sequenz und erst recht im weiteren Filmverlauf auch nicht etwa das Fehlen eines ausgebildeten Moral- oder Wertesystems als Erklärung herangezogen werden kann: Es handelt sich bei ihnen nicht um Kleinkinder, sondern vielmehr um solche kurz vor der Pubertät; und in mehreren kurzen Szenen interagieren sie mit Eltern und älteren Jugendlichen auf ganz "normale" Weise und lassen erkennen, dass sie mit dem Konzept von Gut und Böse durchaus vertraut sind. Als sie jedoch auf zwei junge Männer treffen, die vom Kriegsdienst desertiert sind und sich für ein paar Tage in dem Fabrikgebäude verstecken wollen, das der Clique als Abenteuerspielplatz-Hauptquartier (und „Monster-Kathedrale“) dient, lassen sie jede Maske fallen und offenbaren eine Grausamkeit, die sprachlos macht. Ohne echten Anlass steigern sie sich in einen Rachefeldzug gegen die beiden flüchtigen Soldaten hinein, der bald keine Grenze nach oben mehr zu kennen scheint.

Natürlich ist es naheliegend, ihr Verhalten, ihre Brutalität als Folge des Aufwachsens in einer durchmilitarisierten Gesellschaft zu lesen, die sich notgedrungen im fast permanenten Kriegszustand befindet. Dafür spricht unter anderem die durch häufiger eingestreute TV-Nachrichtenschnipsel etablierte Rahmensituation, dass sich die Armee des Landes mal wieder in einer militärischen Auseinandersetzung mit der eines Nachbarlandes befindet – bei der irgendwann die Losung ausgegeben wird, dass alle Gewalt-Limits aufgehoben sind. Ganz wie bei den Handlungen der Kinder. Deren Väter adäquaterweise auch allesamt abwesend, da an der Front sind.

Meiner Meinung nach ist LAND OF THE LITTLE PEOPLE aber durchaus auch ein Stück weit universaler zu deuten. Ganz wie bei LORD OF THE FLIES geht es in meinen Augen auch um die Frage, wie viel Gewalt im Menschen steckt und zum Vorschein kommen kann, wenn er sich nicht mehr von Zivilisation und Gesetz gebunden fühlt und sich zum uneingeschränkten Herrscher über sein Hier und Jetzt erklärt. Und ganz genau wie in eben jenem Werk gewinnt die Erörterung dieser Frage auch hier an unangenehmer Wucht, indem man sie anhand von Kinderprotagonisten durchspielt.

Wie dem auch sei: LAND OF THE LITTLE PEOPLE ist in der Entfaltung seines Dramas schonungslos und entwickelt sich darüber zu einem intensiv finsteren Kammerspiel im weiten Land im hellen Licht. Von allen Beteiligten überzeugend gespielt, liegt es schwer im Magen und zwingt zum Nachdenken. Alleine schon, da es vorgebliche Gewissheiten über Opfer und Täter, Schuld und Verantwortung schwer ins Wanken bringt. Über die erste Filmhälfte hinweg tut es das jedoch nicht unbedingt immer fesselnd genug, die Handlungsentwicklung wirkt phasenweise recht schleppend. Für mich daher nur 6,5 von 10 Punkten wert. Ich persönlich finde böse Kinder allerdings auch nicht sensationell ungewöhnlich oder gar erschreckend. Wer in dieser Hinsicht normalerweise optimistischer gestimmt ist, vergibt vermutlich eher noch einen Punkt mehr.
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

01.10.2017, 01:50




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