Lesson of the Evil

Der Lehrstoff aus dem Alpträume sind

von Leimbacher-Mario
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"Lesson of the Evil" geht im gigantischen & extrem starken Miike-Filmkanon gerne etwas unter, kommt so gut wie nie zur Sprache, wenn es um seine besten Werke geht. Dabei ist er für mich eindeutig in seiner Top 10. Im Grunde ein Psychothriller an einer japanischen Schule, an der auf einmal seltsame Morde geschehen. Und vielleicht hängt der auf den ersten Blick coole und freundliche Englischlehrer damit zusammen... Als Mischung aus Norman Bates und Anders Breivik, trägt vor allem Hideaki Ito den genresprengenden Film. Sein Lehrer / Psychopath entblättert sich vor unseren Augen zu einem wahren gestörten Teufel, der in einem der rigorosesten Finale überhaupt eine ganze Schule niedermäht... dabei tanzen Spaß und Schock einen genialen Tango. Und ganz klar hat sich Adam Wingard für seinen "The Guest" hier bedient.

Etwas lang, gemächlich in Fahrt kommend und die Schüler und Schülerinnen sind arg austauschbar - zum öden Nachsitzen entwickelt sich diese diabolische Schulstunde jedoch nie. Ganz im Gegenteil: Spannung, Fun und Anspruch wurden von Miike selten so spielend balanciert und kombiniert. Eine Meditation auf das Böse und seine Tarnung. Wie wenig wir Fremden oder auch Bekannten wirklich hinter die Stirn gucken können. Somit ist "Lesson of the Evil" das perfekte Companion Piece zu "Audition". Und spätestens bei fast cronenberg’schen Traum- und Halluzinationssequenzen darf sich Miike auch surreal austoben. Und habe ich eines der härtesten, dunkel witzigsten Schulmassaker in der Filmgeschichte erwähnt?

Fazit: Einer der Unterschätztesten Miikes. Mit einem Finale außer Rand und Band. Und einem der charismatischeren & krankeren Killer des jüngeren japanischen Kinos. Unbedingt nachholen!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

04.10.2017, 00:40


Nichts gelernt

von Herr_Kees
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Schnelldreher Takashi Miikes Filme lassen sich meist unterteilen in gemäßigte Auftragsarbeiten und originell abgefahrene Extremwerke. Dieser ist ziemlich genau dazwischen angesiedelt: im ersten Teil noch seriöses und zum Teil auch recht langatmiges Thrillerdrama um Schulprobleme, Bullying und gefakte Selbstmorde, im zweiten Teil dann zu einem nicht enden wollenden blutigen Schulmassaker ausgewalzt, der mal wieder die sadistische Seite des Regisseurs zeigt. Leider wird durch die zweite Hälfte dem Film jede Ernsthaftigkeit genommen, er gleitet in einen blutrünstigen Comicstrip ab und läuft damit Gefahr, echte Massaker dieser Art, wie beispielsweise den Utøya-Vorfall von 2011 (nur ein Jahr zuvor!) zu verharmlosen.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

01.04.2020, 13:15




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