 |
|
|
Reviews zum Film Livid (2011)
Spannungsarm, aber visueller beeindruckend | Direktlink  | Lucie machte ein Praktikum in der mobilen Altenpflege. Hierbei kommt sie in ein altes Anwesen wo eine steinalte, komatöse Patientin liegt. Die Pflegerin erzählt ihr, dass die alte Dame stinkreich sei und im Haus angeblich ein Schatz versteckt wäre. In der Nacht steigt Lucie mit ihren Kumpels William und Ben in das Haus ein um den Schatz zu suchen, erlebt aber ihr blaues Wunder.
Nach 'Inside' ist dies der zweite gemeinsame Film der Franzosen Alexandre Bustillo und Julien Maury. Und leider kann mich der Film nicht wirklich überzeugen. Zwar arbeiten die beiden gekonnt mit knarzenden Geräuschen und einem stimmigen Score, sowie mit gelungenen Licht- und Schatteneffekten, die optisch wirklich beeindruckend sind. So entsteht, nach einer relativ zähen Einleitung eine unheimliche, gruselige Atmosphäre. Leider krankt der Film aber an seiner Handlung, denn die erzählte Geschichte ist konfus und nicht immer nachvollziehbar. So reiht das Duo lediglich eine Menge an Oldschool-Motiven aus dem Horrorgenre aneinander, die jedoch in tollen, surrealen Bildern dargestellt werden. Die Spannung bleibt dabei aber auf der Strecke und auch die angedachten Schockmomente verpuffen einfach. Zwar bietet der Film einige Interpretationsansätze, führt aber zu keinem wirklichen Ziel. Hinzu kommen ein paar wenige, dafür blutige Effekte, die aber irgendwie fehl am Platze wirken. Man hat das Gefühl, hier wurde einfach zu viel gewollt, so dass lediglich eine Aneinanderreihung der verschiedenen Motive übrig bleibt, die jeweils im Ansatz stecken bleiben.
Fazit: Visuell klasse, inhaltlich aber zu wirr und unausgegoren, so dass Spannung und Intensität auf der Strecke bleiben. Schade! | mdbnase sah diesen Film im Metropol, Stuttgart | 18.03.2012, 20:12 | | |
|
|
Ein totenbleiches Meisterwerk | Direktlink  | Es gibt eine sichere Methode, kein Gefallen an LIVID zu finden: eine Art zweites INSIDE zu erwarten. Zumindest inhaltlich haben die beiden Filme nichts gemein, und auch atmosphärisch trennen sie Welten: Anstelle einer blutroten Splattersymphonie ist LIVID ein morbid-düsteres Märchen für Erwachsene, alptraumhaft, verstörend - in gewisser Hinsicht eine Kreuzung aus ALICE IM WUNDERLAND und HELLRAISER.
Wenn man dem Film eines ankreiden kann, dann seine zunächst zu gemächliche Gangart. Es dauert volle 40 Minuten, bis die Handlung das Reich des tristen Alltags verlässt und die Reise ins Magische beginnt. Bis dahin werden wir in der trügerischen Sicherheit des Gewöhnlichen gewogen: Als Zeugen des ersten Arbeitstages von Lucie Klavel als Altenpflege-Trainee in einem heruntergekommenen französischen Küstenstädtchen, dessen Perspektivlosigkeit jeder nur zu gerne hinter sich lassen würde, wenn er denn einen Ausweg sähe. Mit ihrer zynisch-abgeklärten Ausbilderin Mme Wilson besucht Lucie eine Reihe von Patienten, die näher am Tod als am Leben scheinen. Das gilt ganz besonders für Mme Jessel - eine steinalte ehemalige Tanzlehrerin, die seit Jahren in ihrem riesigen Haus im Koma liegt und wortwörtlich vor sich hin vegetiert. Ihre taubstumm geborene Tochter ist lange tot, aber das interessiert Lucie nicht so sehr wie die andere Geschichte, die Mme Wilson ihr erzählt: Dass nämlich angeblich irgendwo im Haus das sagenhafte Vermögen der alten Jessel versteckt sei und es bis heute noch niemand gefunden habe.
Nun würden vermutlich die wenigsten von uns auf den Gedanken kommen, in der Nacht von Halloween in ein düsteres Haus mitten im Moor einzubrechen, um nach dem Schatz einer nebenan liegenden Komapatientin zu suchen. Aber dann sind andererseits vermutlich auch nur die wenigsten von uns so verzweifelt, verloren und von Geldsorgen geplagt wie Lucie und ihr Freund William - gemeinsam mit seinem Bruder Ben setzen sie nämlich genau diesen Gedanken in die Tat um. Was sie im verwunschenen Gemäuer erwartet, ist allerdings alles andere als der Schatz, auf den sie gehofft hatten. Tatsächlich scheinen sie eine andere, grauenvolle Dimension zu betreten, und LIVID ist ab diesem Moment mit einer Atmosphäre gesegnet, die einen schlicht in Ketten legt.
War die dominierende Farbe in INSIDE noch ein warmes, kräftiges Rot, so tauchen Bustillo und Maury das Geschehen hier zunächst in Blau-, später in Gelbtöne - und deren blasser, kränklicher Effekt setzt die perfekte Bühne für die fieberhafte Folge grotesker Entdeckungen der drei Eindringlinge.
Viel mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn LIVID ist ein filmisches Erlebnis, dem man sich selbst aussetzen muss. Respekt an die Regisseure für ein so andersartiges, originelles und dicht inszeniertes Werk. Das nebenbei auch noch Raum findet für humorvolle Hommagen an Klassiker wie HALLOWEEN III und zwei geisterhafte Kurzauftritte von Béatrice Dalle als Lucies verstorbene Mutter.
Zwar kann man über die Endszene des Films wie auch die von ihm etablierten Metaphern geteilter Meinung sein, an der Kraft seiner Bilder und an seiner Gesamtwirkung ändert das wenig: LIVID ist ungesehen, düster und verstörend. Und trotz dünner Story, zähen Beginns und nicht ausreichend weiter gesponnener Erzählfäden meiner Meinung nach durchaus ein kleiner Meilenstein des Genres. Eine ähnlich überwältigende Stimmung hat für mich jedenfalls lange kein Film mehr ausgestrahlt. | D.S. | 22.03.2012, 17:55 | | |
|
|
| Direktlink  | Eine Schwesternschülerin will gemeinsam mit zwei Freunden das alte Gemäuer einer dahinsiechenden fast genauso alten Dame, die früher einmal Ballettlehrerin war, nach Wertsachen auskundschaften, und so brechen sie nachts ein.
Hätten diese drei ein paar ähnliche Filme auf einem früheren FFF gesehen, wüssten sie, dass dies nicht gut gehen kann.
Sicherlich, die Bilder und Atmosphäre sind gut, das hilft jedoch nicht über zahlreiche Unstimmigkeiten, die teilweise Langatmigkeit und auch über die Unentschlossenheit des Regisseurs: "Was will ich?" hinweg.
Mäßig. | glorrk sah diesen Film im Cinema, München | 22.03.2012, 18:08 | | |
|
|
Deinen Review zu Livid (2011) hinzufügen! Zu den Filminfos |
| |
|