Monkey Shines

Wenn man dem Affen zu viel Zucker gibt

von Leimbacher-Mario
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Abseits von Zombies hat der Mann noch viel Feines geschaffen,
zum Beispiel diese verstörende Geschichte über einen begabten Affen.

Ein Mix aus "Misery", "Mein Freund Charlie" und einem verlorenen Stephen King,
ist der König der Zombies hier die meiste Zeit voll in seinem Ding.

Trotz Einmischung des Studios merkt man seine Schrift,
neben sozialer Kritik unsere dunkle Seite ihn wohl sehr nah betrifft.

Der Affe ist eine Nummer, die Stimmung kippt schnell,
nur aus der einstigen Indizierung werd ich mal wieder nicht hell.

Etwas Drama, etwa Thriller und gar nicht mal viel Horror pur,
tonal bleibt dieser Affenzirkus alles andere als stur.

Funktionieren tut es trotzdem über die meiste Zeit,
cool sind die Szenen, wo unser Protagonist sucht Streit.

Vielleicht eine halbe Stunde zu lang und manchmal konfus,
gibt es trotz Savini erstaunlich wenig rotes Mus.

Der Affe im Manne, den kennen wir alle,
vieles Beiläufige dieser destruktiven Freundschaft ich jetzt erst schnalle.

Der Affe ein Star, mal handzahm und hilfreich, dann bös und gemein,
dagegen wirken die menschlichen Overakteure oft hilflos und klein.

Nicht alles wird erklärt, manches verläuft seltsam im Sand,
schwer zu beschreiben und einzuordnen, blieb dieser Mix verständlich eher wenig bekannt.

Subplots nerven und waren nie vonnöten,
da ist doch dieser kleine Primat, der kann wundervoll töten.

Etwas mehr Konzentration auf den packenden Kern täte gut,
immerhin kann man nicht vorwerfen, ihm fehle der Mut.

Die Spannung bleibt flach, das Drama melodramatisch,
nur einmal gegen Ende sprang mein Herz, dafür dann fast akrobatisch.

Insgesamt hat "Monkey Shines" eine spezielle und einnehmende Aura,
thematisch ist Romero ein verlässlicher Maurer.

Fazit: Eine von Romeros interessantesten Schöpfungen. Nicht affenstark, aber psychologisch wertvoll und nice unterhaltend. Mit einem der bösesten Schockmomente seiner Karriere, über den kaum einer redet. Die kleine Ella ist schon ein zuckersüßes Biest.
Leimbacher-Mario

26.03.2018, 12:17




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Kommentar von MarxBrother81 :
Night of the Living Ape
George A. Romero, der Mann dem die Zombies vertrauen, hat hier eine romantische Liebesgeschichte zwischen einem behinderten Mann und seinen Hilfsaffen geschaffen, der noch heute von seiner Einfachheit ziert, aber dadurch auch an Faszination gewinnt. Das Finale ist zwar arg übersteuert, aber kann diese kleine Perle des Horrorfilms nicht erschüttern.
18.05.2008, 15:04

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