von Fans für Fans

Mushishi

Schön, aber still

von todaystomorrow
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Ich mach's kurz: "Mushishi" ist zu lang. Seine Laufzeit von 130 Minuten ist dabei gar nicht mal so außergewöhnlich - aber für meinen Geschmack bietet die Handlung insgesamt zu wenig, um den Film über die gesamte Strecke zu tragen.

Obwohl das Ganze ja durchaus gut anfängt: wir erleben, wie der geheimnisvolle Ginko in einer tiefen Winternacht vor ca. 100 Jahren ein verschneites Gasthaus in den Bergen aufsucht und dort zu erkennen gibt, dass er ein Mushishi ist. Als solcher ist er einer der wenigen Menschen, welche die Mushi aufspüren, sehen und bekämpfen können. Diese Mushi sind mysteriöse, käferartige Wesen, die - je nach Art - den Menschen körperliche oder seelische Krankheiten, Blindheit oder Taubheit bringen. Es stellt sich heraus, dass sie auch an diesem Ort Opfer gefunden haben, und Ginko hat die Chance, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Was der Film in effektreichen, visuell beeindruckenden Szenen fesselnd vorführt.

Leider dauert es dann aber bis ungefähr zum letzten Drittel von "Mushishi", bis uns wieder ähnlich Aufregendes und vor allem auch Temporeiches geboten wird. Zwar gibt es davon dann eine ganze Menge - und insbesondere die Konfrontation mit den Mushi, die die Archivarin Tanyu befallen haben, ist ziemlich atemberaubend inszeniert. Aber auf dem Weg dorthin genügen die stets episch wirkenden, stimmungsvollen Landschaftsbilder nicht immer, um über eine gewisse Trägheit hinwegzutäuschen, welche die Queste von Ginko befällt. Man kann es vielleicht auch Melancholie nennen oder, positiv, sogar ein Gefühl von Poesie, wie es das FFF-Programmheft tut; "hypnotisch" ist die Atmosphäre aber eben leider nicht. Oder jedenfalls nicht immer. Und vor allem sind die visuellen Eindrücke nun auch wieder nicht so überwältigend oder gar originär, dass sie viel Nachhaltigkeit aufweisen würden. Drei Monate nach dem Sehen des Films bei der Nippon Connection kann ich mich zumindest an kaum eine Szene mehr lebhaft und im Detail erinnern.

Das Programmheft hat aber zweifellos Recht, wenn es bemerkt, dass "Mushishi" "...ganz im Gegensatz zum wuchtigen Kulturknaller AKIRA" steht, der vom selben Regisseur stammt. Anime-Fans sollten also bloß keine entsprechende Erwartungshaltung haben, an jene Kunstform erinnert (mich) hier fast nichts; inwieweit die Manga-Vorlage des Films eine gelungene Umsetzung erfahren hat, kann ich mangels Kenntnis nicht beurteilen.

Zusammengefasst ist "Mushishi" ein eher leiser, schön anzusehender, mitunter sogar verzaubernder Film, der aber auf ungefähr eine halbe Stunde seiner Laufzeit locker hätte verzichten können. Somit eine klare Empfehlung - für einen kuscheligen Sonntagnachmittag. Als Abend- oder gar Nachtvorstellung: eher abzuraten. 7 von 10 Punkten gibt es von mir dennoch.
todaystomorrow

25.07.2007, 18:13


Review

von asta
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Wenn mir mal irgendjemand die japanische Filmphilosophie erklärt hat, wird Mushishi vielleicht ein toller Film.
Bis dahin ist er schnarchlangweilig.
Ich hätte nie gedacht, dass ich auf dem FFF mal schon um 15:00 Uhr einschlafen würde. Dank Mushishi kein Problem.
Empfiehlt sich auch auf Langstreckenflügen...

Ein halber Punkt für die Effekte ist aber doch drin.
asta
sah diesen Film im Metropol 1, Stuttgart

27.07.2007, 11:52




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