von Fans für Fans

The Neighbor No. 13

Aha...

von skauer
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so ein Quatsch!
Aus der Story hätte man echt was machen können.
Aber minutenlange Einstellungen auf zu Standbildern erstarrte Protagonisten helfen auch nicht weiter, den Spannungsbogen irgendwie in Fahrt zu bringen.
Ausserdem habe ich persönlich das Gefühl die Japaner und die Europäer werden sich nie verstehen.
Das mag manch Kinogänger von gestern natürlich anders sehen.
skauer
sah diesen Film im City, München

03.08.2005, 13:15


Ein schwerer Fall von Kunst

von Der_Fluch_der_Pizza
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Juzo, ein sympathischer Kerl, hat ein Alter Ego (ein unsympathischer Kerl), das sich für die Schikanen, die er in der Schule erlitten hat, rächt. Dass dieses Alter Ego von einem anderen Schauspieler gespielt wird und sich die beiden in einer abgelegenen Hütte treffen sind aber leider die einzigen Ideen in dem Film. Der Rachefeldzug ist vorhersehbar und meistens guckt man ein paar Prolls zu. Als Kurzfilm wäre er OK gewesen, aber so: Stinklangweilig.
Wer die Stimmung des Films erfahren will, ohne ins Kino zu gehen, kann sich bei schwacher Neonbeleuchtung 2 Stunden lang in den Keller setzen.
Der_Fluch_der_Pizza
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

08.08.2005, 13:59


Severe Personality Disorder

von todaystomorrow
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Es kommt beim FFF regelmäßig vor, daß eigentlich eher durchschnittliche Filme extrem gute Reviews einfahren. Sowohl die Partystimmung des Festivals als vielleicht auch die Freude, inmitten echter Gurken einen wenigstens halbwegs lustigen/splatterigen/intelligenten, brauchbaren Film erlebt zu haben, können einen dazu bringen, viel euphorischer zu reagieren, als das im Nachhinein gerechtfertigt erscheint (ist mir selbst schon oft genug passiert). Bei "Neighbor No. 13" ist das eher andersherum - er hat in den bisherigen Reviews bei weitem nicht so gut abgeschnitten, wie er es meiner Meinung nach verdient hätte. Vielleicht ist er aber auch einfach ein wenig zu schwer, komplex und stellenweise schlicht zu seltsam, also letztlich zu anstrengend, um auf offene Begeisterung stoßen zu können...

Dabei ist er aber in jedem Fall ein ziemlich intelligenter Film. Das bezieht sich weniger auf sein eher konventionelles Handlungsgerüst - eine Rachestory; nach jahrelanger, extremer Demütigung zahlt es Juzo seinen Peinigern und auch sonst jedem, der ihn gerade irgendwie nervt, auf brutale Weise heim. Die Umsetzung dieser Thematik ist jedoch sehr originell: Juzos zwischen Rachedurst und weiterhin andauernder Unterwürfigkeit hin und her schwankende Persönlichkeit wird im Wortsinn als gespalten gezeigt, er ist tatsächlich zwei verschiedene Figuren (die auch von zwei verschiedenen Darstellern gespielt werden). Und auch, was die Inszenierung angeht, arbeitet "Neighbor No. 13" recht innovativ und anspruchsvoll. So sind beispielsweise immer wieder nicht chronologisch angeordnete Zeitsprünge eingebaut; wir verbleiben nicht immer auf der selben Erzählebene; und in einer der eindrucksvollsten Szenen verwandelt sich das Bild plötzlich fließend zu einer Animationssequenz und wieder zurück.

Davon abgesehen, ist "Neighbor No. 13" aber vor allem ein sehr bedrückendes, intensives und manchmal fast beängstigendes Stück Film. Das bösartige Alter Ego Juzos kennt keine Skrupel und keine Grenzen, er wird als finsteres, triebhaftes, brutales Stück Fleisch ohne jede Kontrolle über sich selbst inszeniert und greift manchmal zu derart heftigen Maßnahmen, daß einem fast unwohl werden kann. Unterlegt von einem hervorragenden, düsteren bis morbiden Soundtrack entsteht so eine Atmosphäre permanenter Bedrohung, die ausweglos auf den Konflikt bzw. gar die "Apokalypse" der Figuren zuläuft. Im Zuge dessen werden wir Zeugen zahlloser, teils fast surreal anmutender Demütigungen und Entwürdigungen in einem heruntergekommenen, hoffnungslosen Ambiente sowie immer wieder eingestreuter, noch viel surrealerer Szenen, in denen die beiden Hälften von Juzos Persönlichkeit einander gegenübertreten.

Ein harter, schwer auf den Magen schlagender Film, verbittert und konsequent - aber leider mit diversen Längen versehen. Zumindest in der zweiten Hälfte des Films sind einige Einstellungen schlicht zu lang, es macht sich Ermüdung breit, da zwischendurch auch der rote Faden der Erzählung vorübergehend verloren geht. 20 bis 30 Minuten weniger hätten "Neighbor No. 13" in jedem Fall gut getan. Das Ende des Films dann fand ich leider nur noch unverständlich. Erfordert wohl mindestens ein zweites Sehen, um die Schlußszenen richtig einzuordnen. Es stellt sich nur die Frage, ob man sich diese Tour-de-force wirklich noch mal antun will - so beeindruckend sie auch ist. Wegen seiner Originalität und Intensität gebe ich dem Film aber in jedem Fall 6,5 von 10 Punkten.
todaystomorrow
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt

15.08.2005, 04:21


Grottig

von landscape
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Also, der Saxl hat schon recht, es sind tausend gute Ideen in diesem Streifen, aber die Story wird am Ende dermaßen zerhauen, dass man keinen Bock mehr hat, sich mit dem Film auseinander zu setzen.
Ich glaube nicht, dass ich spoile, wenn ich sage, dass die Persönlichkeitsspaltung nicht auf Dr. Jekyll und Mr. Hyde aufbaut. Es gibt keine Grenzen, da ist mit dem Regisseur die Freude am Tabubrechen durchgegangen. Und genau das versaut den ganzen Streifen.
Ausserdem will der Film viel zu viel, er hätte etwas reduzierter sein können, und es hätte auch nicht geschadet, etwas bessere Darsteller zu casten.
Mittlerweile wird Miike für mich zum Reizwort, jetzt auch schon als Darsteller.
landscape

22.08.2005, 01:01


Eine andere Rache

von QuintenQuist
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Es gibt Filme, die entziehen sich der einfachen Bewertung in gut oder schlecht, und ich denke, es verbietet sich, diesen seltsamen anstrengenden Film für schlecht zu befinden, nur weil er mehr Energie kostet, als man von einem solchen Film vielleicht abverlangt bekommen möchte.
Die Rache des Juzo, die eigentlich ja auch nicht seine Rache ist, als vielmehr die eines zweiten Ich, das er nicht kontrollieren kann, wird nie dynamisch inszeniert und man kann meckern, dass der Filmemacher es doch bitte hätte anders lösen können, wenn er keine Befindlichkeiten bei seinen Zuschauern aufkommen lassen wollte, als das Tempo ständig zu verschleppen.
Aber grade dieser Plan, die Botschaft, dass jene Grenzüberschreitung, die es nun einmal ist, wenn man einen Menschen tötet, nicht so plan- und berechenbar ist, wie man es gerne hätte, wo die Guten gerettet und die Bösen vernascht werden, die Inszenierung von Juzos abgespaltenem Ich als Mörder, der eben alles plattmacht, ist konsequent bis zum Schluß.
Der Macher schafft es, sowohl Juzo als auch seinen Peiniger so facettenreich darzustellen, dass sowohl Sympathie als auch Antipathie für sie entstehen, auch wenn naturgemäß irgendwie Juzo immer näher bleibt.

Und die letzten Bilder spürt man dann einfach, ohne großen Einsatz von Hirnzellen.

Ein dramaturgisch nicht immer geglückter Film aber einer mit Gesicht.
QuintenQuist
sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg

25.08.2005, 11:51




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