Night Drive

Review

von PinkyHH
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Dem Film ist es wirklich gut gelungen, mich von seiner ersten Sekunde an in eine interessante Handlung hineinzuziehen. Dies gelingt u. a. durch wirklich gut geschriebene Dialoge. Da der Film einen großen Teil seiner Laufzeit im Auto spielt, eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, die der Film gut meistert.

Sehr angenehm fand ich auch, dass der Film mit einer netten Überraschung in seiner Handlung aufwartet, die - wie ich finde - so nicht zu erwarten war. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten!
PinkyHH

15.10.2021, 15:01


Durch die Nacht mit...Russell und Charlotte

von Herr_Kees
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Ein Uber-Fahrer in Los Angeles mit einem Porsche Cayenne? Keine Sorge, dieses Mysterium wird genauso schlüssig aufgelöst wie jede andere Merkwürdigkeit, die Russell und seiner Passagierin im Laufe der Nacht widerfahren werden.

Der Trip, den das Team Baruh & Leon (Drehbuch, Regie, Schnitt, Kamera) hier auf die Leinwand bringt, ist äußerst unberechenbar und auch, wenn man während des amüsierten Zusehens seine eigenen Theorien schmiedet (Ist Charlotte eine eiskalte Soziopathin oder auf der Flucht? Und was um alles in der Welt befindet sich in ihrem ominösen kleinen Koffer?), wird das Ende wohl so ziemlich jeden Zuschauer überraschen.

Doch NIGHT DRIVE ist kein „One-Twist-Wonder“, der ganze Film ist aufgrund seiner Dialoge und der Chemie zwischen den Darstellern wirklich kurzweilig. Eine angenehme Überraschung. Und zudem auch noch ein Weihnachtsfilm!
Herr_Kees
sah diesen Film im Gloria, Stuttgart

21.10.2021, 23:40


Christmas in LA

von D.S.
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NIGHT DRIVE ist eine kleine Produktion mit ein paar recht deutlichen Schwächen. Insbesondere ist hier die Kamera zu nennen, die u. a. mit mehreren unvorteilhaften Nahaufnahmen von Gesichtern sowie mit Problemen beim Umgang mit Unschärfen bzw. Tiefenschärfe auf sich aufmerksam macht. Zudem ist das Pacing in der ersten Filmhälfte zu inkonsequent, das Drehbuch legt zunächst nicht immer genug Wert auf eine Spannungskurve und lässt das Geschehen darum anfangs mehrfach ein wenig ziellos durch die Nacht wabern.

Letzteres ändert sich jedoch ab einem gewissen Zeitpunkt, es entwickelt sich nachhaltige Dramatik. Vor allem aber hat NIGHT DRIVE gegenüber diesen Schwächen eine Reihe viel größerer Stärken vorzuweisen. Da sind zunächst einmal die beiden Hauptdarsteller zu nennen, ganz besonders FFF-Stammgast AJ Bowen (zuletzt 2020 in DEATHCEMBER beim Festival zu sehen) als Uber-Fahrer Russell, der unglaublich „echt“ wirkt und bei seinen Versuchen, die Nacht mit seinem seltsamen Fahrgast Charlotte (Sophie Dalah) zu verstehen sowie zu überstehen, die Sympathien schnell auf seiner Seite hat. Aber auch jene macht ihre Sache gut, und die Chemie zwischen den beiden passt.

Weiterhin wird uns hier ein scheinbarer McGuffin geboten, der zum Glück keiner bleibt – sondern stattdessen, ganz real, die Story in eine vergleichsweise wirklich originelle Richtung treibt. Und das ist dann schließlich das Beste an NIGHT DRIVE: Das Geschehen entwickelt sich auf eine Auflösung hin, die definitiv nicht vorherzusehen ist, selbst angesichts der immer stärker irritierenden Verhaltensweisen und Taten von Charlotte nicht.

Falls sich noch jemand an die Gurke RIDE von 2018 erinnert: NIGHT DRIVE darf man nicht mal in einem Atemzug damit nennen. Hier gibt es nämlich, anders als dort, stimmiges, phantasievolles und echt charmantes Indie-/Schauspieler-Kino zu sehen, das niemals langweilt. Ganz im Gegenteil. Selbst dann nicht, wenn vorübergehend eigentlich gar nichts groß passiert. 6,5 von 10 Punkten.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

29.10.2021, 02:21


Ubertrieben

von Leimbacher-Mario
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„Night Drive“ lässt uns im chicen Porsche eines privaten Taxifahrers Platz nehmen, dessen Fahrt durch das nächtliche L.A. einige unerwartete Wendungen nimmt, als er eine kesse junge Frau mitnimmt, die einen mysteriösen Koffer mit sich führt und die selbst mörderische Konsequenzen nicht allzu ernst zu nehmen scheint…

Irgendwo zwischen „Collateral“ und „Stuber“ in viel kleiner, samt süßem MacGuffin, mit dessen Konsequenzen niemand rechnen kann, mit sympathischen Figuren und fühlbarer Chemie, authentischen Dialogen. Leider wird mir die Fahrt nie wild genug und wenn dann mal Potenzial zur endgültigen Beschleunigung oder einen Showdown da ist, gibt's auch schon den Full Stop. Das reicht dann im Endeffekt für einen netten Snack. Mehr aber für mich in keinem Fall. Dafür wird zu wenig aus seinen Ideen und Figuren gemacht, dafür wirkt er wie eine blasse Fingerübung ohne allzu große Konsequenzen, dafür ist er auch zu dunkel und unschön gefilmt. L.A. war im Hintergrund selten matschiger und nichtssagender.

Fazit: Solide nächtliche Stadtrundfahrt mit Kurven und überfahrenen Stoppschildern. Insgesamt aber nicht allzu befriedigend.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

04.11.2021, 22:36




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