von Fans für Fans

The Night of the Virgin

"Don't step on the cockroaches!"

von Herr_Kees
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1998 setzte THERE'S SOMETHING ABOUT MARY mit seinem Spermagel-Gag neue Maßstäbe für R-rated Humor. VIRGIN legt die Latte noch ein gutes Stück höher. Mit Sperma, aber auch mit Kotze, Menstruationsblut und anderen flüssigen wie festen Stoffen. Ja, der Film hat einen hohen Ekelfaktor. Einen sehr hohen.

Schon den Hauptschauplatz, die widerlichste Wohnung der Filmgeschichte, will man nicht mal im Seuchenschutzanzug betreten. Geschweige denn all das tun, was der leicht chargierende Javier Bódalo hier macht, bzw. zu dem er gezwungen wird.

Doch VIRGIN ist nicht nur ordentlich eklig, er ist erfreulicherweise auch wild, verrückt und originell – vergleichbar mit den besten Werken von Álex de la Iglesia. Leider ist er aber auch 30 bis 40 Minuten zu lang. Besonders im Mittelteil und bei einigen im wahrsten Sinne des Wortes quälend langen Szenen am Ende hätten einige Straffungen gut getan. So bleibt ein in jeder Hinsicht etwas schaler Geschmack nach "zu viel".
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

11.09.2017, 01:04


Grenzüberschreitende Langeweile

von mdbnase
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Eigentlich hatte ich von diesem Film ja schon einiges erwartet. Allerdings wurde ich bitter enttäuscht. Dabei hat sich alles so gut angehört: Loser gerät an Frau mittleren Alters, um sich von ihr entjungfern zu lassen, gerät dabei aber in einen Albtraum aus allem, was eklig ist. Könnte ein herrlicher, blutiger Spaß werden. War es aber leider nicht.

Im Prinzip handelt es sich um ein in allen Belangen exzessives Kammerspiel, das langatmig und teilweise auch ziemlich nervig ist. Allein das Ambiente der schäbigen Wohnung sowie die Darstellung von Miriam Martin, die das "Objekt der Begierde" darstellt, konnten mich hier begeistern. Ansonsten gibt es wenig Positives, was ich dem Film abgewinnen kann. Schon die Eröffnungsszene ist viel zu lang und nicht wirklich lustig, auch wenn das wohl so gedacht sein soll. Auch im weiteren Verlauf verbreitet sich viel Langeweile durch viel zu lange Einstellungen, in denen nicht wirklich viel passiert. Zudem ist das Verhalten des Protagonisten mit Namen Nico, der mir von Beginn an von Grund auf unsympathisch war, in allen Belangen mehr als dämlich. Am schlimmsten sind allerdings die unendlichen Längen. Zum einen in Gestalt von der Erwartung, wann denn endlich mal was passiert, zum anderen, wenn etwas passiert, dass die Szenen unendlich ausgeschlachtet werden. Ich hab absolut nichts gegen filmische Grenzüberschreitungen und hier wird einem so einiges geboten, aber durch das gefühlt minutenlange Zeigen des immer Selben verliert dies enorm an Wirkung. Dadurch mutieren diese Szenen zu absoluten Nervtötern und man fragt sich, ob es jetzt nicht endlich mal gut ist. Wir haben ja verstanden, dass ihr krass sein wollt. Durch diese Ausschlachtung wirken die eigentlich als provokant anzusehenden Szenen weder überzeichnend lustig, noch schockieren sie, sondern gehen einfach nur auf den Geist.

Man hätte hier ein wirklich krassen, derben Film mit Witz abliefern können, aber Regisseur Roberto San Sebastian versteht es einfach nicht, das Geschehen auf den Punkt zu bringen. Hätte man gut 40 Minuten des Zweistünders gekürzt, vielleicht wäre dann der derbe, sarkastische Films entstanden, den sich die Macher sicherlich gewünscht haben. So aber bleibt für mich nur die Einsicht, dass man aus krassen Tabubrüchen etwas furchtbar belangloses machen kann, bei dem das Gezeigte die Wirkung beim Zuschauer absolut verfehlt. Schade drum.
mdbnase
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

13.09.2017, 00:12


Analgeburt oder 'Oh, what a Night'

von Fex
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Nach den bisherigen Reviews hatte ich schon befürchtet, dass es sich um einen langweiligen Rohrkrepierer wie den letztjährigen "We are the Flesh" handeln könnte und wollte den Film schon auslassen. Da ich mir aber sicherheitshalber noch den Trailer angesehen habe, wollte ich dann doch lieber einen Blick riskieren. Ich gebe den beiden anderen Rezensenten Recht, dass einige Kürzungen gut gewesen wären, aber nur während der ersten 50 Minuten, denn ab der Mitte geht dann so richtig die Post ab, sozusagen der Trailer hoch drei.
Die meisten Erwartungen werden danach immer wieder auf den Kopf gestellt und an Absurdität übertroffen, wobei das Gute daran ist: Je abgefahrener der Film wird, desto mehr Sinn macht die Geschichte und ergibt sogar ein stimmiges, zugegeben nicht alltägliches, Gesamtbild. Auf Einzelheiten will ich wegen der Spoilergefahr gar nicht eingehen, da die Einfälle, sowohl in ihrer Art als auch in ihrer Anzahl, schon ihresgleichen suchen.
Kurzum, wen der Trailer anspricht, der kann sich hier köstlich amüsieren.

Mir fällt auch kaum ein Film ein, der mit einer derartigen Ansammlung von ekligen, handgemachten, teilweise kruden, aber wilden und zudem recht blutigen FX - vor allem in dieser absurden Mischung der zweiten Hälfte - mithalten kann.
Definitiv nichts für jedermann.
Fex
sah diesen Film im Cinestar, Berlin

16.09.2017, 02:29


Night of the Langeweile

von D.S.
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THE NIGHT OF THE VIRGIN war für mich filmgewordene Lebenszeitverschwendung – da will ich eigentlich nicht auch noch viele Mühen auf ein Review zu diesem plumpen Machwerk verschwenden. Zumal alles Entscheidende bereits im Review von „mdbnase“ gesagt worden ist, dem ich mich nur anschließen kann. Andererseits können die Warnungen vor dieser vergifteten Schlaftablette gar nicht laut genug ausfallen, also los.

Der Film möchte ganz offensichtlich ultimativ provokant und krass wirken, und das versucht er im Stile eines beschränkt fantasievollen Pubertierenden zu erreichen: indem er sich so tabubrechend eklig wie nur möglich gibt, mit fast allen denkbaren Körperflüssigkeiten um sich spritzt und seine Holzhammerwitze bis zum geht-nicht-mehr auswalzt. Ja, manchmal muss man dabei sogar lachen. Meistens aber aus Verzweiflung. Weil man einfach nicht glauben mag, dass dieser buchstäbliche Scheiß eine Finanzierung gefunden hat.

Das Problem ist dabei nicht mal die Story, die ist dämlich und genrekonform abgedreht genug, dass man an ihr sogar Gefallen finden kann. Das Problem ist im Wesentlichen auch nicht das Ekel-Niveau. Nach KUSO kann einen in dieser Hinsicht sowieso nichts mehr beeindrucken; und wer Splatter mag, kennt Heftigeres. Nein, das Problem ist, dass sich die VIRGIN zieht wie fauliger Kaugummi. Jede einzelne Einstellung ist hier dreimal so lang, wie es nötig gewesen wäre. Bis zum Finale passiert zudem unglaublich wenig – außer, dass sich gerade mal drei Figuren mit unerträglicher Theatralik die immer gleichen Beschimpfungen an den Kopf werfen. Und ein Club, der wohl über dem Handlungsort liegt, ununterbrochen, über Stunden (!) hinweg, nur einen einzigen Song spielt, dessen dumpfes Basswummern unfassbar nervig den gesamten Film unterlegt.

Unfassbar nervig ist ein gutes Stichwort, denn so lautet auch mein Fazit zum Film. Unsympathische, hässliche Charaktere, repetitive Inhalte, im eine volle Stunde zu lang geratenen Mittelteil des Films überhaupt keine nennenswerte Handlung, plumper Ekel-Humor und einfach kein Ende: Langeweile hat einen neuen Namen. 2 von 10 Punkten – tatsächlich fast noch unerträglicher als KUSO, denn der bietet zumindest begrenzt Abwechslung in seinem Geschehen.
D.S.
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

20.09.2017, 04:58


Eine Arschgeburt von Film

von Leimbacher-Mario
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Pfui. Bah. Gähn. Hä. Igitt. Bam. Puh. WTF.

All das bietet "Night of the Virgin", ein neuer Mitternachtsschocker aus Spanien. Ein Highlight des schlechten Geschmacks. Hier bleibt kein Auge, keine Körperöffnung, keine Kakerlake trocken. Es wird gefickt, geflucht, gespuckt, gestochen, geklotzt, gekotzt. Stellenweise wäre "Braindead" auf dieses Baby im perversen Geiste stolz. Stellenweise ist das ganze Suppentheater allerdings auch arg zäh, repetitiv, langweilig und vor allem nur sinnlos dem Schocke wegen. 20 Minuten weniger Saftexzess hätten es auch getan. Dann wäre sogar ein echter Mitternachts-Kult-Klassiker drin gewesen. So scheiden sich zwar immer noch die Geister und Geschmäcker, doch die Passagen mit Leerlauf kann man kaum übersehen und einen echten Sinn oder Unsinn konnte ich ebenfalls noch nicht ausmachen. Es geht um einen jungen Mann, der von einer älteren Frau in einem Club an Silvester verführt wird. Er hatte noch nie Sex und dieses erste Mal werden weder er noch wir Zuschauer jemals vergessen...

Kino muss schockieren, Grenzen verschieben, polarisieren, aufregen und anecken. Ekeln und sprachlos machen. Vor allem Horrorkino. Und darin stößt diese Jungfrauennacht in die erste Liga der Schundwerke. Leider fehlt dann doch noch ein ganzes Stück zum Qualitäts-Ekel-Wurf. Den Darstellern zolle ich Respekt, den Spaniern als Filmland ebenso, den Effektspezis erst recht. Wäre der Film doch konzentrierter, fokussierter, aussagekräftiger. Er mäandert in seinem eigenen Dreck, Saft und seinen auf der Brust stehenden Perversitäten. Leider hatten "Salo" und Co. damals aber zum ganzen Spektakel noch genug zu sagen. Hier war mir der Schock um des Schockes Willen zu eindeutig. Aber im Mitternachtsslot auf einem Filmfestival? Auf der Couch mit Gleichgesinnten und Gleichverirrten? Hell Yeah! Bier ja, Essen vielleicht eher nein. Obwohl die vor der Vorstellung verteilten Gag-Kotztüten dann doch arg überzogen sind. Für ein erfahrenes Publikum zumindest. Spanien traut sich was. Spanien kennt keine Grenzen. Richtig so! Wenn man meint, man hätte alles gesehen...

Fazit: Körpersaft-Overkill. Mitternachts-Monster, das auf etwas engerem zeitlichen Raum noch besser funktioniert hätte. Vergessen wird man ihn jedenfalls nicht. Dehnt die Grenzen des schlechten Geschmacks & noch so einiges mehr. Puh, was für zwei Stunden. Ihr Spanier seid doch... mir fehlen die Worte!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

24.09.2017, 03:34




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