von Fans für Fans

Nina

Depressiv schön

von Bobshock
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Nina ist einer dieser Filme, die einem nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen. Ruhige dunkle und atmosphärische Szenen voller Schönheit. Ein großartiger Soundtrack zwischen Elektronika und Tango. Und eine charismatische Hauptdarstellerin mit riesigen Kulleraugen und viel Talent. Die Geschichte ist eine Adaption des Romans "Schuld und Sühne" und doch hat die Hauptdarstellerin Nina nicht viel mit dem erfolglosen Jura-Studenten "Rodion Romanowitsch Raskolnikow" gemein. Sie ist eher die kleine depressive Junkiegöre, die sich in der Realität nicht zurecht findet. Ein tragischer Engel in einer grausamen Welt voller Sadismus und Gefühlskälte, in der jeder den anderen ausnutzt. Sin City für Mädchen - Oder Dostojewski light? Keine Ahnung - Aber unbedingt sehens- und empfehlenswert.
Bobshock

01.08.2005, 00:40


Durchgeknallte Langeweile

von FFFler
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Ein etwas abgedrehter Film, der außer seiner Optik und seiner ordentlichen Darstellerin leider nur wenig zu bieten hat. Die Geschichte ist meines Erachtens nach, einfach nur langweilig und zudem noch ein wenig zu weit hergeholt in Sachen Charakterentwicklung.
FFFler

19.08.2005, 23:17


Lückenlos geht anders

von Horowitz
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Mit dem Kinobesuch von Nina trug ich wage Hoffnungen in mir einen ähnlich tiefgründigen Streifen der Marke The Machinist vorgesetzt zu bekommen. Die Abhandlung des Charakters ist durchaus vergleichbar, in beiden Filmen spielen Realitätsfremde, durch ihr Umfeld genervte Personen die Hauptrolle, in dessen Seelenleben wir nun Stück für Stück eintauchen dürfen. Heutzutage könnte so etwas auch als Telenovela in Kinoform beschrieben werden - hübsch verpackt verkauft sich eben alles etwas besser.
Handwerklich gesehen ist Heitor Dhalia's Debüt ordentlich umgesetzt, rangiert aber sehr weit hinter der Klasse von Filmen wie The Machinist. Ganz besonders kann ich mich dem Eindruck nicht verwehren, dass grundlegende Informationen, die zum Verständnis des Hauptcharakters nötig gewesen wären, einfach weggelassen wurden, oder in Symboliken dargestellt, die ich nicht zu deuten weiß.
Um Ninas Rolle nachvollziehen und sich vor allem hineinversetzen zu können, wäre es dringend notwendig gewesen, mehr über die Geschehnisse aus ihrer Vergangenheit zu erfahren, das Gleiche gilt für ihre familiären Verhältnisse.
Nina agiert zudem in vielen Szenen nicht so, wie es der logischen Schlussfolgerung entsprechen würde. Zu viele Möglichkeiten die sich darbieten um aus dem Teufelskreis auszubrechen, werden ungenutzt ignoriert. Ebenso wie sämtliche Erläuterungen ausgelassen werden, die ein Verständnis dafür aufkeimen lassen könnten, wie es zu Ninas Anti-Haltung kommen konnte. So das man sich unweigerlich die Frage stellt, ob man selbst nicht schon schlimmeres durchgemacht hat und letztlich auch nicht daran kaputt gegangen ist.
Überdenkt man die Situation von Nina, wird klar, dass es zwei Merkmale sind, die einen selbst in dieser Situation immer wieder Kraft spenden würden.
Zum Einen sind es selbst definierte Ziele, die man ständig vor Augen hat und für die es sich lohnt jede Anstrengung auf sich zu nehmen. Von diesen erfährt man selbstverständlich ebenso nichts, vielleicht weil Nina keine Ziele mit sich trägt? Möglich ist alles, aber wahrschenlich ist es nicht, denn ich selbst habe niemals einen Menschen getroffen, der nicht von irgendwas träumt.
Zum Anderen fehlen Personen, wirklich gute Freunde, Familienmitglieder die sich ihrer annehmen könnten, als Vorbild dienen und Ninas Schicksal nicht egal ist. So lange man aber auch über diese Personen nichts erfährt, auch nicht wo sie verblieben sind, ist alles nur frei interpretierbar, nichts erzeugt einen Aha-Effekt und schon gar nicht ist es irgendwie möglich sich in Ninas Charakter hinein zu versetzen - zumindest ist es mir nicht gelungen.

Davon abgesehen bietet der Film triste, teilweise skurrille Bilder, die manch mal ein wenig Französisch wirken, häufig aber weit aus dem Osten zu kommen scheinen. Zumindest ich hätte auf einen Russischen oder Polnischen Film getippt, auf Brasilien wäre ich nie gekommen, aber was weiß ich schon über dieses Land - nichts.

Kann man sich ansehen, wenn solche Filme reizvoll erscheinen, muss man aber nicht unbedingt. Eine Wertung fällt mir daher schwer und deshalb bleibt sie mal außen vor.
Horowitz
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt
 
20.08.2005, 11:45


Interessant...

von Umelbumel
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Von Nina habe ich vielleicht eine Überraschung erwartet, da ich im Vorfeld eigentlich recht gute Dinge über den Film gehört habe. Schlecht war der Film sicherlicht nicht. Er war wirklich auf seine Art und Weise sehr interessant. Nur steht und fällt der Film mit Nina, und die fand ich in dem Film nicht unbedingt wirklich überzeugend. Zwar macht sie ihre Sache nicht schlecht, aber hätte man aus der Rolle doch einiges mehr machen können. Die Musik ist allerdings sehr gut und auch ist die Kameraführung teilweise sehr bemerkenswert. Nur hatte der Film viele unnötige Szenen, die einen wieder vollkommen aus dem Geschehen gerissen haben und im Nachhinein einfach keinen Sinn hatten. Das hat Nina teilweise leider sehr zäh gemacht. Dennoch war es mal ganz gut, diesen Film gesehen zu haben, denn ausser auf Arte wird man den Film sonst wohl nicht zu Gesicht bekommen. Empfehlen kann ich ihn dennoch trotzdem leider nicht.
Umelbumel
sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg

21.08.2005, 14:14


Review

von ZardoZ
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Der vielversprechenden Beschreibung aus dem FFF-Programmheft hält der Film leider ganz und gar nicht stand. Eine unsymphatische Protagonistin und schlechte Dramaturgie lassen den Zuschauer unberührt. Dies und das Fehlen jeglicher packender Atmosphäre lassen den Film in der Versenkung der Masse verschwinden.
ZardoZ

21.07.2006, 19:19




Alle Bewertungen im Überblick:
Bobshock
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Alexander
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blackwarx
FFFler
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Umelbumel
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Ulrike
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Mercy-Sky
Felix Schweiger
ZardoZ
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Mamo1860
Epiphanie
Kommentar von blackwarx :
Nina
Schließe mich den ersten beiden Reviews nahtlos an!
19.08.2005, 14:05

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