von Fans für Fans

One-Armed Swordsman

Der Krach in der Stille

von Felix Schweiger
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Tragisch ist sie, die Geschichte vom Waisenkind, das liebevoll vom Lehrer des Vaters aufgenommen, dann seinen Arm verliert und so, mit seiner besonderen einhändigen Kampftechnik, dann doch einen entscheidenden Teil im Krieg der Schwertkampfschulen beitragen wird.

Natürlich inzwischen in die Jahre gekommen, sieht man den einstigen Kracher mit anderen Augen. War die starke Gewichtung des Kampfes damals ein Novum, lockt das heute kaum noch jemand hervor, was damals blutig war ist heute eher unspektakulär und so gewinnen die einst todernsten Dialoge Unmengen an unfreiwilliger Komik. Man muss sich schon zusammenreissen, um nicht hie und da einen dummen Spruch lauthals herauszubrüllen (jaja ich weiss, die Jungs von MST3K werden dafür bezahlt), wenn mal wieder ein Gesichtsausdruck oder eine Dialogzeile unseres applaustechnisch herausgeforderten Helden so richtig daneben ging. Aber hey, so manch einer mag den Film gerade deswegen.

Noch ein Wort zur Technik: Zwar wurde der Film fein restauriert, doch hat man irgendwie den Ton versemmelt. Jegliches Rauschen (das eben nicht beabsichtigt war) fehlt nun, und so gehen & springen die Figuren völlig lautlos durch die Pappkulissen, nur damit dann das Schwertgeschwinge (zusammen mit allen übersteuerten Hochtönen) umso lauter das Trommelfell bis zum Kopfschmerz reizt.

Fazit: eigentlich grottiger Einzelkämpferfilm mit einigem an unfreiwllliger Komik.
Felix Schweiger
sah diesen Film im City, München

23.07.2004, 01:40


Mit links fertig gemacht!

von Kaminari
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Am besten man betrachtet THE ONE ARMED SWORDSMAN von zwei Gesichtspunkten aus; zum einen von seinem Status als Klassiker des Kung-Fu Films, sowohl als auch des chinesischen Films im allgemeinen, zum anderen wie sehr er auch ein Publikum ohne größeres filmhistorisches Interesse begeistern kann.

Für Fans des asiatischen Kinos und für Cineasten ist der Film jedenfalls absolutes Pflichtprogramm. Es ist zwar nicht der "erste" Kung-Fu Film im herkömmlichen Sinne (diese Ehre dürfte wohl King Hus DRAGON GATE INN (1966) - hierzulande selten mal als DIE HERBERGE ZUM DRACHENTOR gezeigt - zuteil werden), jedoch setzte er gewisse Maßstäbe (u.a. die Meister/Schüler Plotline) und etablierte Wang Yu, Chang Cheh und die Shaw Brothers Studios als die großen Namen im HK Kino.

Vieles an dem Stil und der Dramaturgie des Filmes erscheint uns heute etwas ungewohnt und macht ihn leicht und nicht fair zum Opfer einigen Spottes, allerdings sollte man auch immer den Kontext im Auge behalten. Als einer der ersten "modernen" Martial Arts Filme bediente er sich immer noch vieler Stilelemente aus der Peking Oper (z.B. das roboterartige Lachen der Bösewichte: "Ho! Ho! Ho! Ho!" - oder die etwas ungeschliffene Kampf-Choreografie) die von einem chinesischen Publikum der sechziger Jahre natürlich ganz anders aufgefasst wurden. Ebenso wurde der Film größten Teils auf einem Studio Set gedreht.

Trotzdem schafft es der Film aber immer noch zu unterhalten, was vor allem an der gut erzählten, relativ durchgeknallten Handlung liegt. Durch eine Reihe dummer Zufälle verliert Gang-Er seinen rechten Arm (von der Tochter seines Meisters abgehackt), er verlässt die Qi Schwertschule und stellt sich schonmal auf ein Leben als behinderter Reisbauer ein. Doch als die alte Rivalität zwischen der Qi Schule und der des "Long-Armed-Devil" wieder aufflackert, rufen ihn alte Loyalitäten zurück ins Leben eines Kämpfers. Die vermeintliche Schwäche wird nun zur Stärke, da Long-Armed-Devil dank einer neuen Superwaffe allen Kampftechniken der Qi gewachsen ist - ausser eben denen eines einarmigen Linkshänders!

Was mich vor allem überraschte, war, dass ONE ARMED SWORDSMAN um längen besser als viele spätere Kung-Fu Filme ist. Die Set Kulissen verleihen dem Film einen sehr eleganten Look der in späteren und billigeren SB Produktionen, in denen der Showdown meist irgendwo auf der grünen Wiese stattfindet, nicht mehr zu finden ist. Ebenso wurde hier auch noch für gute Kostüme gesorgt und Perücken sind nicht auch als solche erkennbar. Auch die Story hat ein gutes Tempo, ist leicht zu folgen und verliert sich nicht in endlosen Faustkämpfen - sogar die Soundeffekte wurden hier noch variiert. Sehr gut hat mir dann auch noch der Ennio Morricone angehauchte Soundtrack gefallen.

Die neuen Prints sind jedenfalls tadellos, und heben die satten Farben der Sets und Kostüme wirklich schön hervor. Für Fans des Asiatischen Kinos aber auch für Leute mit filmhistorischem Interesse nach wie vor einspruchslos zu empfehlen, aber auch sonst kann man gut unterhalten werden.
Kaminari
sah diesen Film im City, München

23.07.2004, 18:58


Die Anfänge des Eastern-Kinos

von Jimmy_Conway
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Die Shaw Brothers-Retrospektive bietet dem interessierten Kinofan endlich die bislang wahrlich seltene Möglichkeit, die in unseren Breiten weithin recht unbekannten Klassiker des Eastern in vollständigen Fassungen neu zu entdecken. Und tatsächlich war schon der Einstieg mit "One-Armed Swordsman" wirklich ein Erlebnis. Wobei manches, was zur Entstehungszeit wohl eine handwerkliche Meisterleistung war, heute nicht mehr derart beeindrucken kann, und der Film ist aus heutiger Sicht auch nicht gänzlich frei von unfreiwilliger Komik, allerdings sind die meisten Kämpfe noch immer schön anzusehen. Dazwischen gibt es in der Tat viele ruhigere Momente, störende Längen kommen dabei aber nicht auf. Insgesamt finde ich aber den "New One-Armed Swordsman" noch einen guten Schub besser, sowohl inhaltlich etwas reicher, als auch inszenatorisch ausgefeilter. Aber allein weil er zu den Ursprüngen gehört, ist natürlich auch "One-Armed Swordsman" Pflichtprogramm.

Zur restaurierten Kopie: das Bild ist wirklich toll, da gibt's nichts zu meckern, allerdings ist offenbar beim Ton etwas schiefgegangen, denn es fehlen fast durchgehend Hintergrundgeräusche (und ich kann mir kaum vorstellen, dass das so beabsichtigt war) - zu hören sind eigentlich nur die Dialoge, sowie das etwas schrille Schwertgeklimper und der schöne Soundtrack. Ist manchmal schon etwas seltsam, dann die Figuren vor lautloser Umgebung sprechen zu hören, allerdings ist dieses Manko dem Gesamt-Erlebnis nicht ernsthaft abträglich.
Jimmy_Conway
sah diesen Film im City, München

04.08.2004, 12:20


Angestaubt

von ZardoZ
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Hm, der Film ist ein bisschen angestaubt und reißt heute niemanden mehr vom Hocker. Da sind Bruce Lees Filme oder die frühen von Jackie Chan ja Welten besser (von Choreographie und Handlung!). An den Haaren herbeigezogene Stories, unglaubwürdige Charaktere, peinliche, ja fast schon blöde Dialoge sind beim Kung-Fu-Film ja normal, doch dazu noch eine vollkommen unspektakuläre Präsentation, die an eine Theateraufführung erinnert und bei der die Schwertkämpfe nichts anderes als wildes Herumgefuchtel sind, ist doch ein bisschen zu wenig ... hält meiner Meinung nach nicht, was er verspricht und ist ohne den Klassik-Faktor einfach schlecht.
ZardoZ
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

06.08.2004, 11:03


Alt; aber oho!

von Umelbumel
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Ich kenne nicht wirklich viele Shaw Brothers-Filme und war deswegen ziemlich dankbar, dass ich dank des FFFs mal wieder zwei sehen konnte. Und viel muss man zu den Filmen nicht sagen, die Kampfszenen sind sehr gut gemacht. Mehr muss man nicht sagen.
Umelbumel
sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg

19.08.2004, 20:10




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Lari-Fari
MarxBrother81
Ralf
Hondo
Kommentar von MarxBrother81 :
Jimmy Wang Yu Superstar
43 jahre alt, aber kein bisschen uninteressant. Dieser Streifen war die Geburtsstunde der neuzeitlichen Film-Gewalt in Eastern. Was hier zelebriert wird ist ein Fest der Tränen und Schmerzen ! Ich mag diesen Film!
05.03.2010, 13:49

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