von Fans für Fans

One Missed Call

Wenig Miike, aber gut

von Jochen Werner
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ONE MISSED CALL ist sicher einer der besseren asiatischen Horrorfilme der letzten Jahre. Im Kontext des Werkes von Miike fällt er leider aus dem Rahmen, da er anders als dessen sonstige Werke doch sehr nah am Mainstream ist. Nur am Ende meint man den typischen Humor des Meisters kurz herauszusehen.
Während ONE MISSED CALL zwar nicht ganz mit den Klassikern des neuen japanischen Horrorfilms (THE RING, KAIRO) mithalten kann, und schon gar nicht mit Miikes besten Arbeiten, reicht es doch für einen schönen Kinoabend mit einigen gutsitzenden Schockmomenten.
Im Vergleich mit dem letzten Jahr muß man aber dennoch sagen: Für einen neuen GOZU hat es diesmal nicht gereicht.
Jochen Werner

05.07.2004, 15:45


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von Felix Schweiger
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Ein Fluch geht um unter den Handybesitzern Japans, erhalten sie doch einen gruseligen Anruf (nebst passendem Klingelton) von sich selbst, allerdigs von übermorgen, nämlich dem genauen Zeitpunkt ihres Todes, inklusive ihrer letzten Worte. Während nun Yumi sich anfangs doof, dann immer schlauer daran macht, den Fluch zu brechen, versucht ihre Freundin Natsumi ihr Glück mit Fernsehexorzisten.

Anfangs noch stark überzeichnet und gewollt den ein oder anderen Lacher erntend, fährt der Film dann so ab der Mitte ein anderes Tempo und vor allem einen anderen Tonfall. Wollte am Anfang sich nur begrenzt Grusel einstellen, gelingt das im weiteren Verlauf sehr wohl, auch wenn einige Miike-verehrende-Gröhlprolls, die wohl eher Gozu als was ernsteres und ordentliches erwartet haben, angefixt durch den over-the-top-Beginn, nicht mehr aus dem Lachen herauskommen wollten und so den Filmgenuß erheblich getrübt haben. Man mag zwar argumentieren, wenn die Zuseher lachen wenn's eigenlich nicht lustig ist, so sei das ein Manko des Filmes, dennoch will ich das Filmfestpublikum nicht von der Schuld freisprechen, hier zum ersten Mal einen Film durch Mitansehen versaut zu haben. Mit "One last Call" zeigt Miike, daß er sehr wohl mehr kann als in kürzester Zeit was Schräges runterkurbeln und durchaus sein Handwerk gelernt hat. Über die kleinen Logikpatzer decken wir den Mantel des Schweigens. Bei der Flut an Japan-Gruslern freut man sich um so mehr, wenn mal ein brauchbarer wie dieser hier dabei ist.

Fazit: ansehnlicher Fluch-Grusler, solide gemacht.
Felix Schweiger
sah diesen Film im Cinema, München

29.07.2004, 12:51


Review

von Der_Fluch_der_Pizza
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Eigentlich bin ich kein Fan von Geisterfilmen. "The Others" war gut, "The Eye" zwar gut gemacht, aber nicht mein Geschmack und "Ringu" (Jap. "The Ring") so langweilig, dass ich gegangen bin.
In "One Missed Call" bekommen Leute Anrufe aus der Zukunft, auf denen ihre letzten Sekunden aufgezeichnet sind. Kann eigentlich nicht spannend sein, ist es aber, indem Miike die Geschwindigkeit der Erzählung variiert. Auch wird jede Minute für die Erzählung genutzt.
Lediglich die vielen Enden machen den Film zum Schluß etwas zäh auch wenn jedes Ende für weitere Schockeffekte genutzt wird.

Ein typischer Miike-Film ist es aber nicht, er spielt nicht mit dem Thema. Und Milch gibt es auch keine.
Der_Fluch_der_Pizza

31.07.2004, 13:10


Wahlwiederholung

von Herr_Kees
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Takashi Miike wandelt auf gut ausgetretenen Horrorpfaden - Inhalt und Struktur von RING werden nahezu komplett übernommen, ohne dass ONE MISSED CALL dessen Kälte und unheimliche Atmosphäre zu reproduzieren vermag. Dazu gibt's noch eine Spur FINAL DESTINATION, allerdings ohne dessen Neuigkeitswert und Production Values.

Story, Auflösung und auch die Schockmomente kommen dann auch entsprechend eher von der Stange, dafür dreht Miike die Schreckschraube im letzten Viertel des Films nochmal gewaltig an, so dass der Film letztlich genügend Gelegenheit zum wohligen Gruseln bietet.

Fazit: Effektiver Horror für alle, denen schon die RING und JU-ON Serien gefallen haben.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

01.08.2004, 19:29


Allenfalls Durchschnitt

von tom174
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Der Film begann vielversprechend, tauchte aber meiner Meinung nach in der zweiten Hälfte doch etwas unter. Zu Beginn noch mysteriös und spannend, später zu überdreht und irgendwie uninspiriert. Von Takashi Miike hatte ich mehr erwartet.
Was bleibt, ist ein nettes, japanisches Geisterfilmchen voller verschenkter Möglichkeiten. Trotzdem immer noch Sehenswert!
tom174
sah diesen Film im Residenz, Köln

08.08.2004, 17:27


Miike goes Mobile

von Hellraiser
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Selbst ein schwacher Miike ist immer noch besser als das meiste andere Zeug. Im Grunde genommen 08/15 Mainstream-Asiaten-Kino, aber trotzdem sehr stimmig. Hat mir echt gut gefallen, obwohl ich immer auf irgendwas Krankes gewartet hab. Solange Miike immer noch genügend Abartiges dreht, kann ich mit solch gut gemachten Streifen ganz gut leben. Selbst das Fehlen von Splatter hat mich nicht weiter gestört. Hoffentlich beim nächsten FFF wieder einen Takeshi Miike!
Hellraiser
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt

13.08.2004, 13:38


Ohne Milch geht's auch!

von landscape
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Ich knüpfe mal an meine Vorredner an: ich finde die Miikefilme ohne Milchspritzeinlagen eigentlich besser. Ichi hat mich nicht sonderlich interessiert, Gozu war auch nix dolles, Audition war richtig groß. Und da sind wir ja fast wieder. Man könnte sagen, One Missed Call liegt zwischen Audition und dem letztjährigen Dark Water (= kein Miike).

Dem Film kommt zugute, dass sehr unauffällige, recht europäisch wirkende Alltagscharaktere die Story tragen. Selbst der Fensehexorzist ist ein Dutzendtyp, es gibt keine Maniacs.

Atmosphärisch ziemlich dicht, mit ungefähr drei gestaffelten Lösungsansätzen, die man so hinnehmen muß und die sich eigentlich auch ergänzen, das finde ich gut. Tittenmelken ist öde.
landscape
sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg

14.08.2004, 20:28


Fans werden enttäuscht sein?

von Umelbumel
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Ich habs schon im Vorfeld gehört: Miike Fans werden enttäuscht werden!!! Aber der Film haut echt rein. Nach 10 Minuten hat er mich schon überzeugt, dass er gut wird und nach 30 Minuten war ich wie gebannt. Er klaut natürlich viel von anderen Horrorfilmen aber trotzdem ist er mega spannend und wird zu keiner Sekunde langweilig. Auch ist etwas Kritik an den Medien drin. Ich habe mich auf jeden Fall seit Tale of two sisters nicht mehr so gegruselt und muss echt sagen, dass One missed call sehr viele von Miikes älteren Filmen schlägt (Dead or alive, Fudoh, Full metal Yakuza, Gozu, Ichi the Killer usw.), einzig Audition und VisitorQ sind meiner Meining nach besser. Der Film war wirklich eine Überraschung und ich habe mich mal wieder richtig schön gegruselt.
Umelbumel
sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg

19.08.2004, 15:31


Review

von Mirco Hölling
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Dieser Film ist eine Auftragsarbeit von Takashi Miike, so dass man die üblichen Sex- and Violence-Auswüchse vergeblich suchen wird. Das ist ja auch nicht notwendig, hat Miike doch immer wieder bewiesen, dass er ein guter Regisseur ist und sein Handwerk beherrscht. So funktioniert ONE MISSED CALL auch ganz gut, hat aber seine Schwächen in mangelnder Originalität. Im Jahre 2004 locken in der Ecke stehende, grimmig dreinschauende Frauen mit langen Haaren eben nur noch bedingt hinterm Ofen hervor. Die Produzenten wollten sich ganz deutlich an die Erfolge der RING-Trilogie, DARK WATER und die virtuosen Genrebeiträge des genialen Kyoshi Kurosawa (KAIRO, CHARISMA, CURE) heranhängen.

Das gelingt dann, trotz eines Drehbuches mit den üblichen Versatzstücken, dank Miikes Inszenierungskunst recht gut und trotzdem hat man alles eine Spur zu häufig gesehen, als dass man sich vor lauter Nägelkauen die Fingerkuppen abbeißt.

Das japanische Horrorkino stagniert derzeit, weil man sich auf die bekannten Rezepte verlässt, anstatt auf dem guten Fundament aufbauend das Genre weiterzuentwickeln. Der Erfolg stieg wohl zu Kopf. Liebe japanische Produzenten, schaut auf Kurosawa, arbeitet in diese Richtung weiter, ansonsten werden sich die Zuschauer demnächst vom hundertsten Horrorthriller mit Geisterkindern, Telefonanrufen, Videotapes und hageren Japanerinnen mit langen Haaren gelangweilt abwenden. TALE OF TWO SISTERS aus Korea z.B. zeigt, wie man selbst mit beschränkter Originalität effektiv zu Werke gehen kann.

Trotzdem ist ONE MISSED CALL ein ordentlicher Genrevertreter, der durchaus hie und da zu gruseln weiß und schwache Horror-Filme wie die JU-ON-Filme weit in den Schatten stellt. Hohe Schauspielkunst wird nicht geboten, aber solides Handwerk. Ebenso verhält es sich mit Bildgestaltung, Schnitt und Soundtrack. Alles dient der effektiven Verwertung von Gruselmöglichkeiten. Nichts besonderes, aber eben auch nicht schlecht.

Hoffen wir, dass Miike nach ZEBRA MAN und ONE MISSED CALL nun wieder genug Kohle in der Tasche hat, um wieder mal einen GOZU folgen zu lassen.

Mirco Hölling (14.08.2004)
Mirco Hölling
sah diesen Film im Cinemaxx, Hamburg

25.08.2004, 11:15




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