von Fans für Fans

Painless

eher schmerzhaft ... schön!

von Elenor
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.. es heisst ja, die Letzten werden die Ersten sein .. doch für mich in München war der Erste der Beste ...
Ich fand die *Nights* dieses Jahr ein wenig zu US-lastig ... und grade darum freue ich mich insgeheim, mal wieder einem Spanier meinen persönlichen ersten Platz zu geben.
Und weiter freue ich mich, dass ich eigentlich ein Splatterfan bin, aber wiederum einem eher *ruhigem* Film mein Herz zufliegen lasse.

Wunderschöne Bilder, die mir nachhaltig haften bleiben ... (manch andere Filme habe ich sehr genossen, jedoch schon wieder halb vergessen, um mich dann später sicherlich wieder auf DVD dran zu ergötzen).
Painless spiegelt die Franco Ära wieder... das Verleugnen, Verschweigen der damaligen Identität, selbst bis zum Bruch in der Familie ...
Im Forum schrieb jemand, dass ihm die Story zu unrealistisch erschien, dass Kinder jahrelang weggesperrt werden .. dazu kann ich nur lächeln ... Menschen/Kinder sind schon für viel weniger (als fiktive Schmerzlosigkeit) weggesperrt worden.
und .. es ist ein FILM! .. die spielerischen Szenen der Kinder mit ihrer Schmerzlosigkeit ... die Sehnsucht in den Augen, die hilflose Liebe im Blick der Schwester, die fast zum Weinen schönen Bilder der Anstalt ... all das macht Painless für mich zu einem *Liebling* .. und ich bin ob der *Logiklücken* froh, dass ich eben das Gefühl habe, einen FILM zu sehen . . alles andere hätte mich wohl um den Schlaf gebracht. Sicherlich ist er nicht *perfekt*, aber ich bin mir sicher, dass man sehr viele Szenen niemals vergisst .. und das nicht wegen *krassen* Bildern, sondern den zu Herzen gehenden ... und darum objektiv gesehen 9 Sterne .. da er mich aber nachhaltig berührt hat, vergebe ich von Herzen 10 ....
Elenor

13.03.2013, 21:08


Schmerzhaft, in vielerlei Hinsicht.

von D.S.
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Um's kurz zu machen: PAINLESS ist ein ziemlich beeindruckender, fesselnder, fast rundum gelungener Film - der allerdings einiges an Kraft und Durchhaltevermögen vom Publikum erfordert. Sowie die Bereitschaft, sich auf ein „schweres" Thema und eine entsprechende Ernsthaftigkeit in der Erzählung einzulassen.

Obwohl Co-Autor Luiso Berdejo als einer der Erfinder des [rec]-Franchises bekannt geworden ist und obwohl es auch hier einige Schock- und vor allem Ekel-Szenen gibt, die es in sich haben, ist PAINLESS nämlich in erster Linie ein Drama. Ein bedrückendes, düsteres, um übersinnliche Elemente und blutige Schauwerte erweitertes Drama, dessen Wirkkraft sich nicht zuletzt daraus entwickelt, dass es in einem wahren Horror-Setting angesiedelt ist: dem Spanien der Franco-Diktatur.

Die Verbrechen der Faschisten im Bürgerkrieg, die brutale Herrschaft der Falange mit politischen „Säuberungen", Folterungen und der Vernichtung Oppositioneller in Konzentrationslagern sind Themen, die von weiten Teilen der spanischen Gesellschaft bis heute kaum aufgearbeitet worden sind und nur zu gerne verdrängt oder ignoriert werden - wie auch die Leiden der Opfer und die Demokratie-Folgeschäden, welche die vom Westen spätestens ab dem Kalten Krieg hofierte Diktatur verursachte.

Kein Wunder also, dass sie immer wieder von Filmemachern als Hintergrund und/oder Sujet eingesetzt werden, denn es gibt hier einfach eine Menge zu erzählen. Nachzuholen. Und das ist nicht angenehm. Insofern „passt" das Horror-Genre natürlich ganz gut, wie ja auch schon Guillermo del Toro mehrfach bewiesen hat. Gerade an dessen THE DEVIL'S BACKBONE erinnert PAINLESS in mancher Hinsicht, spielten doch auch dort Kinder die zentrale Rolle in der Geschichte.

Allerdings bietet PAINLESS eine deutlich ungewöhnlichere, spannendere Form der Inszenierung: Die Erzählung beginnt 1931 und zieht sich mit mehreren Zeitsprüngen bis 1965, eingebettet in eine Rahmenhandlung, die in der Jetztzeit spielt. Dabei geht es um einen an Krebs erkrankten Mann, der zum Überleben der Therapiefolgen eine Rückenmarkspende seiner von ihm entfremdeten Eltern benötigt - und im Zuge dessen mehr über seine Familiengeschichte erfährt, als ihm lieb ist.

Dabei wirkt der Storyverlauf stellenweise sicherlich etwas konstruiert, es gibt Logikfehler und unglaubwürdige Momente, und zum Ende hin genehmigt man sich eine Überdosis Pathos. Dies wird jedoch mehr als ausgeglichen durch großartige Bilder, hervorragende schauspielerische Leistungen - gerade auch seitens der Kinderdarsteller - sowie eine Geschichte, die einen kaum kalt lassen kann.

Der Mensch ist nur allzu oft des Menschen Wolf, selten wurde das eindringlicher zur Schau gestellt als hier. PAINLESS ist schmerzhaft, geht einem nahe und hinterlässt Spuren. Viel mehr als „nur ein Horrorfilm": Sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. 8 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt

15.03.2013, 18:35


Review

von Francis
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Nach zig Filmen voller Blut und Hochspannung erwartete mich mit Painless ein ruhiger, eher dramatischer spanischer Streifen.
David hat einen Autounfall, bei dem seine Freundin ums Leben kommt und nach dem bei ihm, aufgrund der Untersuchungen, Krebs diagnostiziert wird. Eine Knochenmarktransplantation soll helfen. Davids Eltern leben noch und kommen daher als Spender in Frage. Als er sie aufsucht, lehnen sie die lebensrettende Maßnahme ab. David versucht, ihre Weigerung zu ergründen. Dabei gerät er weit zurück in die spanische Geschichte der Franco-Diktatur ... in den 30-er Jahren wurden Kinder, die kein Schmerzempfinden hatten, in ein Heim gesperrt. Doch was hat das mit ihm zu tun?
Stück für Stück, Rückblende um Rückblende entspinnt sich die gesamte Geschichte. Irgendwann ist das einfach zu ermüdend, manchmal zu öde und mindestens einmal zu vollkommen bescheuert, um dem Ganzen zu folgen.
Francis
sah diesen Film im Cinestar, Berlin - Original-Review

08.04.2013, 23:38


Schmerzen, die die Welt bedeuten

von Leimbacher-Mario
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"Insensibles" aka "Painless" wird oft mit Meisterwerken wie "Pan's Labyrinth", "The Devil's Backbone" oder "Das Waisenhaus" verglichen - nicht zu unrecht, selbst wenn diese Vorbilder vielleicht etwas hoch gegriffen sind. "Painless" erzählt zwei Geschichten gleichzeitig, die wenig überraschend gegen Ende zusammenlaufen. Nicht nur wenig überraschend, sondern auch gehörig unlogisch & unpassend zum ruhigen Rest des Films. Und trotzdem ist Juan Carlos Medinas Gruseldrama ein verdammt guter Spanier, wie man es mittlerweile fast schon gewohnt ist aus unserem liebsten Urlaubsland.

In der einen Geschichte wird in den frühen 30ern eine grausame Anstalt in Zeiten der Franco-Diktatur mit Kindern gefüllt, die scheinbar keinen körperlichen Schmerz fühlen können. Die Parallelstory spielt heutzutage & erzählt von einem Mann, der bei einem Autounfall Frau & Kind verliert, eine Krebsdiagnose bekommt & sich nun auf die Suche nach seinen echten Eltern macht...

Krieg, Leid, Schuld, Schmerzen - immer wieder beeindruckend, wie Spanien die eigene faschistische Geschichte in Genrefilmen (!) verarbeitet. Woanders undenkbar, allen voran in Deutschland. "Painless" verliert sich & seinen Weg gegen Ende minimal, Geduld ist hier eine geforderte Grundtugend jedes Zuschauers, der nur eine kleine Chance auf eine tiefere Verbindung zu diesem Kriegsgrusler haben will. Doch wenn es hier klickt, dann so richtig. Gefolterte Kinder, selbst, wenn diese scheinbar schmerzlos sind, sind sogar für härtere Gemüter schwer zu ertragen. Doch Schock oder Horror stehen hier ziemlich weit hintenan. Im Vordergrund steht die eigene Geschichte, das Umgehen mit Schmerzen & das Verarbeiten von Traumata.

Viele der Protagonisten sind gefühllos - der Film bietet diese dafür umso mehr, wenn man die Bilder voller Kälte & Schmerz in die Seele einziehen lässt. Hervorragend besetzt, technisch versiert, baut sich eine mystische Atmosphäre auf, in die man versinken kann. Ganz ganz große & beklemmende Bilder. Vor allem im Kriegsteil der Geschichte läuft "Painless" zu Gänsehaut-Höhen auf. Wäre da nicht der wesentlich langatmigere & öde Part in der Gegenwart, der trotzdem unumgänglich ist, könnte der wunderschöne National-Alptraum zu einem spanischen Klassiker aufsteigen!

Fazit: ein unterschätzter & wirklich emotionaler spanischer Mystery-Thriller, der geduldigen Zuschauern tief unter die Haut geht. Die gespenstisch schönen Bilder lassen Logiklöcher & kleine Längen sekundär erscheinen. Eine der wichtigeren spanischen Produktionen der letzten Jahre!
Leimbacher-Mario

06.02.2017, 23:08




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