von Fans für Fans

Perfect Strangers

Prima

von Bobshock
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Ich hab Perfect Strangers gesehen und fand ihn prima.

Der Film ist ein ruhiges Kammerspiel mit toller Musik und realistischer Kamera. Die Schauspieler sind außerordentlich gut und bleiben einem noch lange im Gedächtnis. Ein idealer Film, um die Frau oder Freundin mit ins Kino zu schleppen, denn er ist relativ gewaltfrei und verzichtet auf Schockeffekte.

Das Piano meets Cast away - Bon appetit!
Bobshock

29.07.2004, 14:26


Perfect... nothing.

von todaystomorrow
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Im Programmheft heißt es, "die großartig gefilmte Landschaft" wirke neben den beiden Hauptdarstellern "wie ein dritter Star". Ich würde noch ein Stück weitergehen und behaupten: die Landschaft ist der eigentliche Star des Films - das einzige, das wirklich heraussticht und dem Film etwas besonderes verleiht.

Na gut, Sam Neill ist natürlich auch nicht schlecht. Der Mann hat einfach Charisma, und hier mal wieder eine erschreckend psychotische Ausstrahlung. Damit trägt er einen guten Teil des Films und macht ihn zu einem auch insgesamt goutierbaren Werk. Aber im Gegensatz zur Landschaft muß er sich trotzdem fragen lassen, inwieweit die Handlungen seiner Figur (im Abspann treffend "The Man" genannt) immer so recht nachvollziehbar wirken. Selbst wenn sein Charakter vom Film sehr schnell als "emotional und moralisch in einer eigenen Welt lebend" klassifiziert wird, fand ich manche seiner Ausbrüche ein wenig zu spontan, um glaubwürdig zu sein.

Aber das ist Ansichts- und vor allem Nebensache; weitaus problematischer fand ich an "Perfect Strangers" die weibliche Hauptfigur, Melanie. Ihre Stimmungsschwankungen fand ich von Anfang an sehr übertrieben, ihren mehrfachen Sinneswandel jeweils viel zu schnell vor sich gehend und nicht überzeugend. Zudem fehlt ihrer Darstellerin meiner Meinung nach die Präsenz, die nötig ist, um ein solches Kammerspiel spannend zu gestalten bzw. zu tragen, was vor allem in der zweiten Hälfte des Films recht deutlich wird.

Zunächst nimmt einen "Perfect Strangers" ja durchaus gefangen, wenn Melanie einem fremden, charmanten Mann aus ihrem Hafenkaff und ihrem perspektivlosen Leben auf sein Boot folgt, er sie zu seinem Haus auf einer einsamen Insel entführt und sie dort mit seinen ernsthaft gestörten Vorstellungen konfrontiert. Man ist mit Melanie erst irritiert, dann entsetzt - vor allem, da es keine Chance zu geben scheint, ihm zu entkommen. Das Ganze kippt dann allerdings recht bald um: auf der Storyseite passiert nicht mehr viel, und als Zuschauer wird man eben leider nicht immer mehr von der Situation hypnotisiert, sondern betrachtet sie mit immer weniger Interesse, da für alles andere die Leistung der Melanie-Darstellerin, siehe oben, nicht ausreichend überzeugt.

Um es kurz zu machen: der Film ist von seiner Geschichte her zu unspektakulär, um auf überragende Schauspieler verzichten zu können. Und von den Schauspielerleistungen her nicht überragend genug, um auf eine fesselnde Geschichte verzichten zu können. Deshalb sinkt die Involvierung des Zuschauers immer mehr, und irgendwann kann man kaum umhin, sich zu langweilen.

Schade drum. Der tollen Bilder und der ersten Hälfte des Films, sowie insbesondere Sam Neills Ausstrahlung wegen aber immer noch 4,5 Punkte.
todaystomorrow
sah diesen Film im Metropolis, Frankfurt

09.08.2004, 13:28




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