PG: Psycho Goreman

You better splatter

von D.S.
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Wenn man ehrlich ist, ist der schön doppeldeutig betitelte "PG" ein One-Trick-Pony. Das allerdings ist derart hübsch aufgezäumt, dass man den Film fast schon liebhaben MUSS – zumindest, wenn man ein Herz für trashige Splatter-Komödien hat. Genauer gesagt, möchte man ihn am liebsten in den Arm nehmen und knuddeln, denn sein eines, geniales Feature, das ihm meiner Meinung nach erstaunlich großen Unterhaltungswert verleiht, ist gleichzeitig genial niedlich: Seine zweite Hauptfigur, gleich nach dem titelgebenden extraterrestrischen Monster, ist die ca. 10-jährige Mimi (Nita-Josee Hanna) – ein kleines Mädchen, dessen Dialoge und Verhaltensweisen die eines räudigen Truck-Drivers sind, um das mal hart zu formulieren. Sie spricht und agiert so übertrieben assig und "erwachsen", dass man eine Zeitlang aus dem Lachen gar nicht mehr herauskommt; ist so bitchig, bossy und niederträchtig unterwegs, dass einem Hören und Sehen vergeht und man sich mehrfach dabei ertappt, dem Herrgott dafür zu danken, niemals so eine Schwester gehabt zu haben – niemals ihr Bruder Luke (Owen Myre) gewesen zu sein, der von ihr gnadenlos dominiert (und regelmäßig emotional misshandelt) wird.

In geringerem Maße spiegelt sich dieses derbe Geschwisterverhältnis in der Beziehung ihrer Eltern, in der Vater Greg (Adam Brooks, THE EDITOR) einen extra-lahmen, faulen und mitunter psychisch auffälligen Pantoffelheld spielt, was für ein paar zusätzliche Lacher sorgen kann.

Falls man diese Figurenzeichnungen und -konstellationen allerdings nicht oder nur kurzfristig amüsant findet, könnte es gut sein, dass man an PG auch sonst wenig Spaß hat. Denn der Rest des Films ist nun mal in erster Linie eins: billig. Klar, das will er auch sein, und er spielt seinen Gewollter-Trash-Faktor kontinuierlich mit viel Verve und Selbstbewusstsein aus. Da ein beachtlicher Teil seiner Handlung sich allerdings mit Alien-Monstern und "Sci-Fi"-Laseraugen-Lichtschwert-Spezialeffekten beschäftigt, braucht man schon eine ausgeprägte Toleranz für miese Kostüme und noch miesere CGI-Effekte, um das Gezeigte ansatzweise genießen zu können.

Immerhin sieht das Titelwesen, dessen Look entfernt an Kurtzmans "Wishmaster" erinnert, annehmbar aus, ebenso die (fast zu wenigen) Splatter-Effekte, weshalb PG als Partyfilm insgesamt allemal gut geeignet ist.

Mit den letzten beiden Filmen von Regisseur Steven Kostanski (LEPRECHAUN RETURNS und natürlich vor allem THE VOID) ist er allerdings überhaupt nicht vergleichbar, weder stilistisch noch in seinem Unterhaltungswert. Bessere Referenzpunkte sind sein FATHER'S DAY und insbesondere MANBORG: Splattriger Trash, der von Herzen kommt. Und in diesem Fall über ein endcooles Diktatoren-Girl verfügt, vor dem sich sogar ein intergalaktischer "Archduke of Nightmares" lieber in die Ecke duckt. Übertrieben positive 6 Punkte – realistisch betrachtet vermutlich eher 5, aber ich hatte heute meinen Spaß.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

12.09.2020, 02:28




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