von Fans für Fans

Portrait of a Zombie

Mutterliebe ?

von Michaela
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Portrait of a Zombie ist, wie der vor zwei Jahren gelaufene "Vampires", eine Pseudo-Doku / Reality-TV-Doku, über eine Familie, die ihren Zombie-Sohn zu Hause pflegt anstatt ihm das Hirn rauszupusten. In Dublin herrscht eine Zombie-Invasion, warum, erfährt man aus dem Vorspann, also hier unbedingt die Schlagzeilen, die am Anfang des Films erscheinen, lesen. Man wird also mit der Familie konfrontiert, den Nachbarn, dem betreuenden Prieser ("Jesus was not a Zombie"), einer Gangsterbande, die sauer auf die Zombies ist, weil ihnen diese den Rang an Gemeinheit abgelaufen haben, sowie natürlich der Filmcrew. Die Idee ist an sich ganz nett, ebenso wie der Film, ganz nett, billiges Zombie-Make-up, ein paar kleine Gags. Etwas mehr Tempo und Witz hätten dem Film nicht geschadet.
Michaela
sah diesen Film im Cinema, München

04.09.2012, 02:45


Auch Untote brauchen Liebe

von todaystomorrow
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Die Grundidee ist großartig und so wohl wirklich noch nicht da gewesen: Nachdem Billy zum ersten Opfer der sich in Dublin ausbreitenden Zombie-Epidemie wird, entscheidet sich seine Familie, ihn dennoch nicht aufzugeben. Er ist und bleibt nun mal ihr innig geliebter Sohn und Bruder, also stellt man ihn doch nicht als Versuchskaninchen den unfähigen Wissenschaftlern zur Verfügung! Sondern sperrt ihn mit Maulkorb und Zwangsjacke in sein Zimmer. Zudem hat er halt kurz nach der Infektion seine langjährige Freundin geschwängert... und Zombie hin oder her, da muss nun natürlich auch geheiratet werden, wir sind schließlich katholisch!

Diese Ausgangslage sorgt erst mal für großen Spaß, denn sie ist so herrlich absurd und wird von den Hauptfiguren des Films ebenso herrlich absurd als „normal" wahrzunehmen versucht. Zudem dient sie als Plattform für einige hübsch bösartige Spitzen gegen Gesellschaft und Mehrheitsmoral, etwa das Verhalten von Kirche, Nachbarn, Arbeitgebern, die sich aber ganz schnell von einem abwenden, wenn man mit einem Problem aus der Reihe tanzt und ihre Unterstützung gerade wirklich gebrauchen könnte.

Ob es für die Aufbereitung dieser Story jedoch wirklich die Rahmenhandlung um einen fanatischen amerikanischen Regisseur und seine Crew gebraucht hätte, die unbedingt eine spektakuläre Doku über den „Zombie Boy" drehen wollen? Immerhin spielen sie hier tatsächlich eine entscheidende Rolle für die Handlung und das Kameragewackel hält sich auch in Grenzen. Ich glaube trotzdem, eine konventionelle Inszenierung hätte mindestens genau so gut funktioniert - der Mockumentary-Ansatz ist langsam bedenklich ausgereizt und führt zu diversen überflüssigen Szenen. Zwischen dem abgefilmten Alltag der Familie und Interviews mit allen möglichen beteiligten oder auch nur interessierten Parteien werden so etwa regelmäßig auch Statements der Filmemacher reingeschnitten, die ziemlich lahmen (mal abgesehen von denen des Tontechnikers). Vor allem aber wird ab einem gewissen Punkt zu viel Gewicht auf die Streitigkeiten der Teammitglieder untereinander gelegt, und das nervt dann ein wenig.

Ohnehin verliert PORTRAIT... in der zweiten Hälfte leider ein Stück weit seinen Fokus. Er wird ernsthafter, die Witze seltener und auch seltener zündend, was ihm nicht unbedingt gut bekommt. Denn so sympathisch Regisseur Bing Bailey beim Q&A in Frankfurt auch herüberkam: eine straffe, temporeiche Inszenierung ist nicht unbedingt seine Sache. Zudem merkt man dem Film sein Budget von nur 100.000 Dollar deutlich an: Die Masken sind erschütternd schlecht, gorige Spezialeffekte gibt es nicht allzu viele, ein Teil der Darsteller stammt auch eher aus der Schublade „billig".

Über die gesamte Laufzeit kann PORTRAIT... deshalb nicht wirklich überzeugen, dank der genannten Schwächen schleicht sich zwischendurch etwas Langeweile ein und die Storyauflösung ist ebenso nicht überragend. Die erste Hälfte des Films macht allerdings richtig Laune und auch später gibt es durchaus noch einige Lacher. Von mir dafür 5,5 Punkte. Kann man gucken!
todaystomorrow
sah diesen Film im Metropolis 9, Frankfurt

10.09.2012, 04:05




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