von Fans für Fans

Possessed

Plastiline goes Berserk-Modus

von Edwinita
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Als normaler Kinogänger assoziiert man mit Plastiline wohl eher unschuldige, nette Unterhaltung. Seit diesem Film ist Schluß damit. Man kann mit dem Zeug Blutfontänen, Kotze und andere Körperflüssigkeiten im Takt eines Rasensprengers durchs Bild spritzen lassen, daß es eine wahre Freude ist. Garniert wird das zuweilen respektlose Treiben mit vielen Anspielungen auf Klassiker der Filmgeschichte, die spanische Klatschpresse, Seitenhieben auf die katholische Kirche und gewohnt derbem spanischen Humor. Man langweilt sich nicht eine Minute...
Edwinita
sah diesen Film im Cinestar, Berlin

12.08.2015, 21:12


Ich knete mir ein Zitat

von todaystomorrow
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Schwarzhumorige spanische Knetfiguren-Animation, die zwar eine eigenständige Geschichte erzählt, sich dabei jedoch in erster Linie als Hommage an und Persiflage auf DAS OMEN und DER EXORZIST präsentiert – und den Genrefan mit unzähligen Anspielungen auf weitere Klassiker bei Laune hält.

Storyseitig geht es um Damian (aha!), Sohn einer überragenden Flamencotänzerin und eines ebenso überragenden Toreros. Als er nach dem brutalen Tod des Vaters immer unleugbarere Anzeichen dämonischer Besessenheit aufweist und alle anderen Heilversuche wie Psychotherapie oder Akkupunktur in mittleren Blutbädern enden, wendet sich die verzweifelte Familie an die katholische Kirche und bittet um einen Exorzismus. Beim Kampf gegen einen derart mächtigen Dämon, wie er hier augenscheinlich am Werk ist, kann jedoch nur einer helfen: Padre Lenin, Indiana-Jones-Derivat im Talar, Sohn überzeugter republikanischer Kommunisten und aus Enttäuschung über die schiere Profitorientierung seiner Institution frischgebackener Ex-Priester. Aber hat er noch genug Glauben, genug Kraft in sich, um seine eigenen Geister und die von Damian zu bannen?

POSSESSED greift alle Klischees typischer Filme über Besessenheit und Exorzismus auf und verwendet sie als Grundlage für mal mehr, mal weniger gelungene Witze – verleiht ihnen durch seine ungewohnte, verspielte Erscheinungsform aber in jedem Fall ein frisches Gesicht. Der Humor des Films hat dabei keinerlei Berührungsängste gegenüber Plattheiten, was sich gerne mal in Kalauern, Obszönitäten oder massiven Ausscheidungen aller möglichen (Plastilin-) Körperflüssigkeiten äußert. Dabei ist seine Welt extrem liebevoll gestaltet, an jeder Ecke gibt es für den aufmerksamen Beobachter schräge Details zu entdecken – und für den Horrorkenner Zitate noch und nöcher zu erkennen. Zum Beispiel die berühmte Kamerafahrt aus EVIL DEAD, das Küchenmassaker aus GREMLINS, Charaktere und Situationen aus HELLRAISER, THE SHINING, POLTERGEIST, ALIEN...

Stellenweise sind POSSESSED derartige Anspielungen, Verbeugungen, Parodien augenscheinlich wichtiger als seine eigentliche Handlung, die verliert nämlich zwischendurch merklich an Tempo – und hat inhaltlich natürlich ohnehin nicht viel Neues zu bieten. Schade fand ich, dass das „kommunistische Erbe“ des Padres kaum ausgespielt wurde. Der Konflikt zwischen Religion und Weltanschauung hätte Potential für noch viel mehr Spitzen gehabt.

Etwas mehr Biss hätte dem Ganzen generell nicht geschadet, allen Monstrositäten und aller Knet-Ekligkeit zum Trotz bleibt der Film insgesamt doch eher harmlos amüsierend. Was nicht ganz meinen persönlichen Vorlieben entspricht – ich vergebe deshalb nur 6,5 Punkte. Spaß macht das heitere Zitateraten in der Plastilin-Wunderwelt aber allemal. Und vor allem ergibt der diesjährige FFF-Trailer mit der Monster-Slotmaschine nach Sichtung des Films endlich etwas Sinn...
todaystomorrow
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

24.08.2015, 15:30


Knuddeliger Knethorror.

von Alexander
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Noch ein Film, der bei mir einfach nicht zünden wollte. Sicherlich muss es für die Kreativen hinter „Pos eso“ ein großer Spaß gewesen sein, diesen Film zu machen und ich möchte den enormen tricktechnischen Aufwand, der damit einherging, auch gar nicht kleinreden. Vielleicht liegt meine mangelnde Begeisterung auch einfach daran, dass ich „Exorzismus“-Filmen noch nie viel abgewinnen konnte – letzten Endes läuft es ja doch immer auf die gleiche Schiene hinaus.

Es macht durchaus Spaß, sich an den an „Wallace & Gromit“ anmutenden Figürchen zu erfreuen, die in eine abwechslungsreiche und kunterbunte Handlung eingebettet wurden, deren Slot auf dem Frankfurter FFF am Sonntags-Matinee um 12 Uhr mittags sogar kindergerecht platziert wurde.

Der Film ist bunt und lustig, gruselig ist er sicherlich nicht, und sieht man von ein paar wenigen Szenen mit Blut und Kotze mal ab, könnte man ihn auch nach der Sendung mit der Maus zeigen.

In Ermangelung wirklicher Anime-Filme in diesem Jahr zwar eine echte Alternative, leider aber nur leidlich unterhaltsam und trotz vieler kleiner Anspielungen auf das Genre (die hier schon von anderen Rezensenten zur Genüge aufgezählt wurden) nicht wirklich der Knaller. Ich war gelangweilt.
Alexander
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

25.08.2015, 13:45


"Für Ray Harryhausen und Paco de Lucia"

von Herr_Kees
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Eine süß gemachte Claymation im Aardman-Stil mit zahlreichen Genre-Reminiszenzen an EXORCIST, OMEN, EVIL DEAD, HELLRAISER, Lovecraft & Co., die allerdings einen besseren Kurzfilm abgegeben hätte: Die Plastilinsplatterei ist manchmal etwas too much, die TV-Parodien nerven etwas und das Ende zieht sich ziemlich – dennoch nette Unterhaltung für Fans.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

31.08.2015, 09:44


Reminiszenz an Ray Harryhausen

von Heidi
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Über den Inhalt brauche ich hier nichts mehr zu schreiben. Kurz wurde ich bei "Possessed" an „El día de la bestia“ erinnert. Ich hatte jede Menge Spaß, denn hier gab es Adaptionen und Persiflagen von Filmen, die ich gern und oft sehe – Indiana Jones, Der Exorzist, Das Omen, Alien, ... Ich glaube nicht, dass mit "Possessed" etwas Neues entstehen sollte. Ich sehe den Film als Hommage an große (Horror-) Filme und als großer Ray-Harryhausen-Fan habe ich mich riesig gefreut, seinen Namen im Abspann zu finden.

Neben den Zitaten und Adaptionen sind es die Kleinigkeiten, die Spaß machen entdeckt zu werden: Damien, der in Schuluniform mit AC/DC–Emblem Dreirad fährt, Adaption eines Motörhead-Plakats ...

Und natürlich ist es auch eine Hommage an den Flamenco. Duende Flamenco, wenn Trini den Teufel in Grund und Boden tanzt!
Heidi
sah diesen Film im Cinemaxx, München

07.09.2015, 07:22


Eine Knetgummireise durch die Horrorklassiker

von Leimbacher-Mario
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"Pos eso" ist richtig knuffig, für Horrorfans einfach nur sympathisch. In einer temporeichen, ulkigen Story werden dutzende Film-, meist Horrorklassiker verwurstet & spanisch charmant zitiert. Alles in einer Mischung aus Knetgummi & CGI, nicht absolut hochwertig, aber auch vom Stil her süß & einfach zum Schmunzeln.

Der kurzweilige Film hat sein Herz definitiv am richtigen Platz & die Macher kennen & lieben ihre Vorbilder - das kann ich einfach nicht zu hart kritisieren. Schon allein die vielen Entdeckungen, welche Filme gerade parodiert werden, machen ungeheuer Spaß. Und die Liste ist richtig lang, vom Exorzist über Alien bis zu Shining, jeder große Name, aber auch manch ein Geheimtipp, kriegt seine Szene. Dass dabei das Finale etwas schwächelt & keinen Film zitiert, die Charaktere einem nicht wirklich nah gehen & auf Grund der spaßigen Stimmung keine richtige Spannung aufkommen will - das kann ich verschmerzen. Spaß stimmte, allzu oft sehen muss man ihn allerdings nicht, selbst wenn man beim ersten Schauen sicher nicht alle Gags erfasst hat. Trotzdem: gelungenes Projekt von Fans für Fans! Und die Splatterszenen rocken, der Soundtrack ebenso! Guter Tribut, sogar die (spanische) Gesellschaft kriegt ihr Fett weg. Weniger begeistert war ich von den CGI-Gremlin-Vershnitten gegen Ende, die deplatziert & billig wirkten. CGI verliert gegen Claymation einfach immer!

Fazit: toll, die vielen Anspielungen zu entdecken, immer ziemlich süß & charmant. Für einen richtigen Hit fehlt aber irgendwie Eigenständigkeit & Größe.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

14.04.2016, 10:09




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