von Fans für Fans

Rendel

Rendel: ist ungarisch für "order"

von Michaela
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Rendel basiert auf einem Comic des Regisseurs, der, wie er uns im Video verraten hat, sofort nach Erscheinen ausverkauft war. Seine Mama hat beide Kopien gekauft. Der Regisseur wirkt sympathisch und erklärt, dass mit dem Zustandekommen des Films ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen ist.

Rendel ist also der erste finnische Superheld, die dünne Linie zwischen Gut und Böse. Auch hat er ein cooles Superheldenkostüm, mit Lederjacke und schwarzer Maske. Soweit also nichts Neues an der Superheldenfront. Außer vielleicht, dass dieser Superheld keine Superkräfte hat.

Rendel ist ein etwas eigenartiger Mix, einerseits tief tragisch, dazwischen äußerst schwarz humorig und dann auch wieder ziemlich brutal, eine Mischung, die mir nicht ganz zugesagt hat. Allerdings gibt es auch ein paar tolle Aufnahmen / Bildeinstellungen, grade zum Ende hin. Und der Soundtrack ist auch nicht zu verachten.

Ich denke, Rendel muss jeder selbst auf sich wirken lassen und sich sein eigenes Urteil bilden. Was man nicht erwarten sollte, ist eine Schenkelklopfer-Komödie.
Michaela
sah diesen Film im Cinemaxx, München

07.09.2017, 02:47


Supersankari

von Heidi
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Der erste Superheldenfilm aus Finnland!? Ja, man merkt, dass Finnland diesbezüglich in den Kinderschuhen steckt. Grundsätzlich ist das Storyboard nicht schlecht, eine Figur á la Batman mit einem Hang zur Selbstverstümmelung á la Dead Pool, klassische Bösewichte, Rache, Gesellschaftskritik ...

Allerdings steckte der Cast ebenfalls in den Kinderschuhen. Ein paar Lichtblicke gab es. Da gibt es die Figur des Rotikka, der missratene und gedemütigte Sohn, über dem man ein interessantes Psychogramm erstellen könnte.

Rendel, der Superheld!? Es ist einmal erfrischend einen Superhelden zu sehen, der wie ein normaler Mensch ausschaut, etwas kompakt, in einer Motorradjacke gezwängt. Aber sonst?

Ja, es gab zwei, drei Lichtblicke und auch der Einspieler des Regisseurs war ausgesprochen nett, aber für wahre Superheldenfilme müssen die Finnen noch üben, damit sie neben Marvel oder DC bestehen können.
Heidi
sah diesen Film im Cinemaxx, München

07.09.2017, 23:19


THE FINNISHER

von Herr_Kees
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Von wegen erster Superheldenfilm Finnlands: RENDEL ist einfach eine finnische PUNISHER-Variante, und ob der als Superheld durchgeht, darf bezweifelt werden. Und auch, ob wir einen weiteren solchen amateurhaften Gangsterfilm mit peinlichen Stereotypen brauchen, der sich in seiner eigenen möchtegerncoolen Brutalität suhlt, aber weder eine interessante Geschichte noch ordentliche Actionszenen zustande bringt. Schade, das eingespielte Videointro des Regisseurs hatte einen Charme, der seinem Film total abgeht.
Herr_Kees
sah diesen Film im Metropol, Stuttgart

08.09.2017, 23:17


Coming-of-Rage

von Frank
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Ein Schlag in die Fresse ist in RENDEL immer wuchtig und klingt akustisch wie die Kombination eines Presslufthammerstoßes mit einem Peitschenhieb. Davon gibt es von Beginn an reichlich, gefühlt im Minutentakt. RENDEL verschwendet keine Zeit damit Charaktere zu entwickeln, wozu sollte das auch gut sein, wenn man Stereotypen genauso gut die Fresse polieren kann? Eine komplexe Story? Würde nur den Ablauf der Gewalteskapaden stören. Oder dem episch aufdringlichen Score seinen Führungsanspruch nehmen. Aber seien wir fair, der Score zu RENDEL ist eigentlich ganz gut und vermutlich ohne den Film besser zu genießen. Er suggeriert lediglich permanent eine Größe, die der Film nicht leisten kann. Ähnliches gilt auch für die Kamera, die teils ganz eindrucksvoll ist, sich jedoch nie wirklich zurücknehmen will und stattdessen mit Rundfahrten, Obersichten, Zeitlupe und Close-ups überfordert und nicht so recht mit dem Rest harmoniert.

Dem stereotypen Antagonisten kann man zumindest etwas Präsenz bescheinigen mit einer psychischen Störung, die bei anders gelagerten Schwerpunkten der Story sicher noch Potenzial für mehr Tiefschichtigkeit gehabt hätte. Angesichts der allgemeinen Charakterisierung der Figuren ist der Vergleich mit Jeeg Robot allerdings ein Sakrileg. Dort waren die Figuren facettenreich, ihre Motivation oder ihr Wahn dem Zuschauer nah gebracht. Vor Allem hatte jener Herz, während RENDEL sich auf kurzweilige Show-Werte verlässt; und mit Ausnahme vielleicht des Endkampfes, wo auch die Choreografie etwas besser war, vermögen leider nicht einmal die Action Szenen zu fesseln. Das einzig nennenswerte, was diese Filme gemeinsam haben, ist, dass sie beide ungewöhnliche, neue Wege für das Subgenre gehen.

Was mich an RENDEL allerdings am meisten genervt hat, ist, das man uns all das als Superhelden Film verkauft, denn Rendel, der sich hier prügelnd und mordend durch die Welt bewegt, hat vorrangig die Züge eines Rächers.

So bleibt am Ende ein (mir viel zu) brutaler Film, angereichert mit schwarzem Humor, dessen tragische Komponente mangels tieferer Charakterzeichnung und etwas unvorteilhaft eingesetzter Auflösungsrückblenden nicht wirklich Wirkung zeigt und dessen Score und Kamera eine gewisse Selbstüberschätzung offenbaren.

Ganz knapp unter Durchschnitt.
Frank
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

14.09.2017, 19:32




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