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Inside (2007)

Sträflich verschenkte Möglichkeiten...

Aus Frankreich kamen gerade in der letzten Zeit durchaus bemerkenswerte und teilweise verstörende Filme (Haute Tension, Frontieres, Martyrs), Inside gehört sicher nicht dazu.

Was hätte aus diesem Film werden können. Selten wurde ein Horrorfilm der letzten Zeit schon im Vorfeld von einem derartigen Hype begleitet. Auch die Macher vom FF reihten sich hier brav ein und es kursierten (wieder einmal) die beliebten Schlagworte "härtester Film aller Zeiten" usw.

Und in der ersten halben Stunde wurde der Film -nicht in der Härte sondern in seiner Qualität- auch tatsächlich seinen Vorschusslorbeeren mehr als gerecht.

Das Regieteam schaft es hier, mit minimalen Mitteln eine sich stetig steigernde, unglaubliche Spannung aufzubauen und allein die Art und Weise, wie Beatrice Dalle eingeführt wird, immer nur schemenhaft und im Dunkeln gehalten, ließ einen im Kinosessel ein ums andere Mal schaudern und in Sorge um das noch Folgende bald unruhig hin und herrutschen...

Diese brillante Exposition ließ die Erwartungen immer weiter steigen...

Aber dann ging das ganze in rasanter Geschwindigkeit so steil bergab, wie man es nach dem Anfang nicht für möglich gehalten hätte, beide Hälften des Films klaffen in ihrer Qualität so weit auseinander, als ob man hier zwei völlig entgegengesetzte Filme aneinandergehängt hätte.

In dem Moment, als der von Beatrice Dalle gespielte Todesengel dann endlich aus dem Schatten tritt und das große Schlachten beginnt, ist alles vorbei, entwickelt sich aus einem Beinahe-Meisterwerk ein unfassbar spekulativer und ärgerlicher Dreck.
Fast jede Gewaltszene wirkt aufgesetzt und selbstzweckhaft, der Film schreit (schon von seiner Thematik her) in fast jeder Szene geradezu nach dem gewollten Tabubruch, das alles ist jedoch gerade deswegen und trotz des sehr detailliert Gezeigten bereits nach kurzer Zeit einfach nur dumm und furchtbar langweilig.
Der Film schafft es ja noch nicht einmal, die ihm vorher zugesprochene "enorm intensive Härte" konsequent einzusetzen, jede blutige Mordszene (häufig leider offenkundig am Computer entstanden) wird von den Regisseuren mit allerlei albernen technischen Mätzchen und CGI-Spielereien begleitet, auf der Tonspur wird dann zusätzlich noch ein überlauter, nervtötender Klangbrei drübergekleistert, die immer weiter ausufernde Gewalt wird so derart überzogen dargestellt und inszeniert, dass die Grenze zur unfreiwilligen Komik zum Ende hin weit überschritten wird.

Die auf den Zuschauer sehr offensichtlich gewollte Wirkung bleibt am Ende völlig aus und man bleibt nur noch genervt, unbeteiligt und vollkommen desinteressiert zurück.

Zwei Punkte nur für den brillanten Einstieg und für Beatrice Dalles intensives Spiel, der kümmerliche Rest hätte nicht mal einen Punkt verdient...

Sehr schade, sehr ärgerlich und sehr, sehr dumm.
MiniMe69
sah diesen Film im Cinemaxx 7, Berlin
OO........
14.07.2008, 11:39
 

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