Virus Undead

H5N13 aka "Not bad Dude"

von meiklsan
Wieder mal ein Virus-Filmchen?
Wieder mal ein Zombie-Flick?
Und vor allem, Achtung: Ein Film aus deutschen Landen, der sich am Horror-Genre versucht. Gefährliches Pflaster.
Die Vorzeichen stellen sich schon mal als sehr schwierig dar.
Aber geben wir dem Film eine Chance.
Ohne Schörkel starten wir also "fast paced" direkt ins Geschehen und wissen nach den opening titles sofort Bescheid. Es werden wohl Vögel mit im Spiel sein und der allseits bekannte Vogelgrippe-Virus, der irgendwie außer Kontrolle geraten ist.
Auffällig zu Beginn schon das ambitionierte Ansinnen, eine hochwertige deutsche Produktion sein zu wollen.
In kühlen monotonen digitalen Bildern wird durchgängig eine schaurige Atmosphäre geschaffen, die den Film optisch vom lowest budget abhebt. Gedreht wurde in englischer Sprache mit deutschem Cast. Und die deutschen Jung-Darsteller meistern diese Hürde meist besser als mancher italienische Argento-Cast.
Doch zurück zu den Anfängen.
Denn bevor es richtig losgeht mit den Undeads müssen wir uns leider erst durch ein etwas langwieriges "storybuilding" quälen. Wollen wir es hier mal eher positiv als "Spannungsaufbauphase" bezeichnen. Hin und wieder werden wir ja dankenswerterweise mit kleinen Schockeinlagen daran erinnert, dass wir einen Horrorfilm sehen wollten.

Der Enkelsohn mit seinen zwei "Dudes" macht sich also auf die Fahrt, das Schloss seines verstorbenen Großvaters zu sichten, Dokumente einzusammeln usw.
Unterwegs werden natürlich noch ein paar rollige chicks eingeladen und der Herr Bösewicht stellt sich auch schon mal vor. Die Schloss-Party ist also schnell organisiert, der Wein schmeckt und die Mädels sind willig. Wer bis hierhin durchgehalten hat, wird ab Minute 60 mit einem durchwegs kurzweiligen blutigen Zombie-Virus-Flick sehr gut unterhalten. Der Virus greift sukzessive um sich und wird in seinem Infizierungs-Wahnsinn sehr stimmig von genretypischer metallischer Mucke untermalt. Hier stimmt dann auch das timing und es macht richtig Spaß.
Gelegentlich fühlte ich mich bei der animalischen Power der infizierten Undeads ein wenig an die Vampire von 30 Days of Night erinnert. Ein Hauch von Hitchcock schwingt bei vielen Einstellungen sicher bewußt im Hintergrund mit, wirkt aber nicht aufgesetzt oder störend. Wohl eine gewollte Hommage an den Großmeister des Genres.
Insgesamt muss man die Leistung des Films als absolut ambitioniert bezeichnen. Und er wird garantiert seine Fans finden. Denn schlussendlich wird man nicht enttäuscht und bekommt optisch und akustisch einwandfreie Zombie-Kost geboten.
Mal schaun, ob die screenings auf dem FFF08 ebenfalls ausverkauft sein werden, so wie die Weltpremiere auf dem Shanghai Festival?

Not bad "Dude".
meiklsan

03.08.2008, 18:13



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