Eden Lake

Don't go to teh cuntry

von Batzman
Der folgende Review enthält SPOILER!
Nach viel Tamtam und einem Regisseur, der nochmal drauf hinweist wie derbe sein Film ist und das Kritiker bescheinigten man müsse diesen Film "überleben", ist es dann doch erstaunlich, wie konventionell Eden Lake dahinkommt. Wie berechenbar er seine "peculiar little town" Geschichte erzählt, die man in Variation schon dutzende Male gesehen hat. Stadtvolk kommt aufs Land, dort herrschen andere Sitten. Die Leute sind mißtrauisch und feindseelig und das Machismo erlaubt es den "Helden" nicht der offenkundigen Gefahr aus dem Weg zu gehen. Auch wenn die Jugendlichen von Anfang an Gewaltätigkeit ausstrahlen, kommen die Protagonisten nicht auf die Idee ihre Ärsche nach Hause zu bewegen. Selbst als sie beinah überfahren werden, reicht es noch nicht und man muss die Bande konfrontieren. Fast ist man geneigt zu sagen: They had it coming. Da hilft es wenig, dass getreu den Horrorfilmklischees viele Möglichkeiten noch mit halbwegs heiler Haut davonzukommen, ehe alles Pete Tong geht, ignoriert werden. Da unterscheiden sich die Figuren wenig von ihren noch dümmeren Vorgängern anderer Wald- und Wiesen-Slasher und ganz ehrlich, ich bin es auch langsam leid Leute durch Wälder flüchten zu sehen. Das der Oberpsychopath ein Teenager ist, macht auch nicht wirklich soviel Unterschied, denn die Charkterzeichnung der Kids beschränkt sich auf Klischees und Küchenpsychologie. Yeah Yeah... White Trash Inbreed Country Parents Make Kids Go Psycho. Nix neues hier und so verkommt die "Sozialkritik" doch eher zum Lippenbekenntnis, denn an Hintergründen und echter Charakterentwicklung ist der Regisseur anscheinend nicht interessiert. Über den sensationsheischenden Charakter der Meldungen der Boulevardpresse, die über böse Kids die Leute abstechen berichten, geht Eden Lake auch nicht hinaus. Das wirkliche Grauen und die sozialen Fehlentwicklungen die sich in bestehenden gated Communities ergeben, wären wohl spannender gewesen, als dieser letztlich doch sehr absehbare und in gewisser Weise auch kaltschnäuzige Film, der sich an seiner Gewalt teilweise doch eher aufgeilt, als sie zu hinterfragen. Im Lande von Straw Dogs gilt auch weiterhin: Shun the Country und bleibt mit dem Arsch zu Hause.
Batzman
sah diesen Film im Cinemaxx 7, Berlin

13.08.2008, 02:02



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