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Versus (2000)

Spaltend...

... und ich meine jetzt nicht mal die zahllosen Körper, die hier aufgetrennt und kleingehackt werden, sondern die Rezeption durchs Publikum. Wir lasen hier mehrfach "Trash", "Amateur-Streifen", "Low Budget", und erwarteten belangloses Rumgematsche auf Ittenbach-/Schnaas-Niveau. Stattdessen kriegten wir richtig "großes" Kino zu sehen, mit begeisternden Kameraeinstellungen, starker und temporeicher Montage, konsequenter Story und sehr guten Schauspielern.

VERSUS nimmt sich nicht ernst. Ich würde sogar sagen, daß er als lupenreine Parodie gemeint ist. Vielleicht wäre der Film optimal in einem Double Feature mit "Kung Pow!" aufgehoben; denn vom absoluten Gaga-Niveau der Gags her sind beide in einer Liga. Natürlich hat VERSUS zusätzlich die gewisse Tonne Gore - und ist so, als Verbindung von großartiger Inszenierung, bösen Witzen, coolen Charakteren und haltlos überdrehtem Gemetzel spassige Popcorn-Unterhaltung pur.

Auch ist er KEINE Minute zu lang! Denn durch die vielen verschiedenen Figuren, die in unterschiedlichen Konstellationen und unterschiedlichen Lebendigkeits-Stadien aufeinandertreffen, kommt es zu immer wieder neuer, treffender Situationskomik, die die Eigenheiten der Figuren stets miteinbezieht. Wir haben hier nicht: "ein guter und ein böser Gangster gegen eine Menge Zombies, dazu Arm-Abhack-Witze", sondern wir haben: rasante Verschiebungen, was die Zusammensetzungen der "Teams" angeht; viele unterschiedliche Persönlichkeiten unter den Figuren (vom Feigling über den stoischen Befolger von Befehlen hin zum blutdürstigen Maniac - um nur auf die Nebenrollen einzugehen); wir haben auch storymäßig eine Entwicklung und dadurch fast so etwas wie Dramatik: nach und nach werden die Hintergründe des untoten Geschehens den Figuren und dem Zuschauer klarer, und es wird immer deutlicher, was es zur "Rettung" braucht. So kann man irgendwann sogar anfangen, mitzufiebern, ob der Held es schaffen wird, das Nötige zu tun... Und nicht zuletzt gibt es in der Story auch noch einige Überraschungen, die in einem absolut wild-witzigen Finale münden.

Zusammengefaßt: erwartet bloß keinen Zombiefilm im üblichen Sinne, erwartet keinen "billigen" Film im Sinne von BAD TASTE, erwartet NICHT hyperkrasse Goreeffekte (es gibt zwar ein paar, aber so derb ist das alles nun auch nicht). Stattdessen kriegt ihr eine originelle Story, interessante Figuren, sehr gute Schauspieler. Und 120 Minuten durchgeknallte Jokes, Tempo, grandiose Unterhaltung. Ein Hammer von einem Film. Wenn man etwas für kranken Humor übrig hat.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Turm Palast, Frankfurt
OOOOOOOO..
14.08.2002, 05:17
 

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