How to Get Rid of the Others

Dänische KZs

von GeorgeKaplan
Was passiert, wenn die Stammtischparole "Sozialschmarotzer an die Wand" plötzlich in die oberen Etagen der Politik gespült würde und dort auch noch Freunde findet? Verführerisch einfache Lösungen für - vermeintliche - Probleme sind halt attraktiver als der Versuch zu verstehen, wie komplex gesellschaftliche Zusammenhänge sind.

Diesen Gedanken setzt "How to get rid of the others" nun einfach mal um und zeigt, wie man als Nichtsnutz im Staate Dänemark keinen Staat mehr macht. Zwar bekommt die dänische Version des KZs einen zivilen Anstrich, aber letztlich bestimmt das Militär, wer erschossen wird und wer nicht.

Das alles klingt verdammt böse, und die Skandinavier sind ja nun spätesten seit "Adams Apples" bekannt, dass sie sich um pc wenig scheren und auch keinerlei Berührungsängste haben, sich mit radikalen Strömungen auseinanderzusetzen.

Aber ach, viel fällt dem Film leider nun dazu nicht ein. Wenn einem zu Anfang noch die Kinnlade ob der Unverfrorenheit runterfällt, gewöhnt (!) man sich an die Situation irgendwann mal. Wenig überraschendes passiert, zu sehr scheint man von der gewagten Ausgangsidee überzeugt gewesen zu sein und konzentriert sich letztlich auf ein paar Psychospielchen. So interessiert es etwa nicht, was denn die Folgen einer solchen General"säuberung" für die Verbliebenen wären. Auch formal schwinden nach anfänglich guten Einfällen die Ideen, zu oft bewegt man sich auf Kammerspielniveau.

Schade, das hätte ein ganz großer Wurf werden können.
GeorgeKaplan
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln

22.08.2008, 21:00



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