Um mal eines vorweg zunehmen: Die Auswahl der Eröffnungsfilme lässt durchaus zu wünschen übrig. Nach den halbgaren Filmchen SEVERANCE und BLACK SHEEP nun also EDEN LAKE. Dieser ist auch nicht sonderlich innovativ, bedient sich lediglich der bekannten Backwood Slasher Konventionen, indem der Film seine Protagonisten abermals durch das (zugegeben schön gefilmte) tiefe, grüne Dickicht scheucht. Des Öfteren ertappt man EDEN LAKE dabei, wie er aus der Rahmenhandlung gelöste Szenen verpulvert, die einzig und allein dem Strecken der Filmlänge dienen. Da muss sich der Nagel im Fuß auch schon einmal falsch herum gezogen werden, damit das Publikum reagiert.
Genug gebasht. Denn an sehr cleveren und interessanten Bausteinen mangelt es EDEN LAKE nun wirklich nicht. Das Einbringen der U-Tube Generation ist nicht minder interessant und wohlüberlegt als die amoklaufende Kindergärtnerin, die anfangs noch versucht mit Worten der Lage Herr zu werden, schließlich aber doch zum Mordwerkzeug (bzw. der Scherbe) greift. Dieses Motiv montiert der Film ähnlich wie BRICK seiner Zeit das verschrobene Bild des Schulhofes, auf dem man eine Idylle vergebens sucht und nur auf Hass und Gewalt trifft. Dass EDEN LAKE besorgt um die angeprangerte Brit-Kultur (oder Jugend im Allgemeinen?) ist, merken wir schon daran, dass der Film das Szenario nicht mit dem altfränkischen Schuld- und Sühnebrei auflöst, sondern konsequent bis zur letzten Instanz aufrecht erhält.
Irgendwie ist das ja alles ganz nett und auch nicht dumm. Die Inszenierung allerdings ist drauf und dran, eine neue Bestmarke der Beliebigkeit zu erreichen. Zwischendurch wird es dann eben doch sehr mühsam. |