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Repo! The Genetic Opera (2008)

Ab nach Sing-Sing

Ich habe einen Fehler begangen. Nein, eigentlich zwei:
2. Ich hätte mir im Gegenprogramm „Awake“ ansehen sollen.
1. Aber dummerweise hatte ich den Untertitel und die Inhaltsangabe im Programmheft zu „Repo“ nicht genau genug gelesen. Da steht „The Genetic Opera“. In meinem Kopf schwamm aber irgendwie „The Genetic Musical“. Vielleicht lag’s an den Reviews, die ich vorab gelesen hatte, aber ich hatte tatsächlich so was wie die „Rocky Horror Picture Show“ erwartet, also einen Film, in dem zwar immer mal wieder auch gesungen wird – der Hauptteil der Handlung aber in ganz konventioneller Weise gesprochen vorangetrieben wird.

Da ich sogar Musicals gemeinhin eher hasse, war es vermutlich von vorneherein keine gute Idee, mir „Repo“ anzusehen. Aber ich dachte mir: „Hey, die Story klingt lustig, das Setting sowieso, das könnte ein ziemlich durchgeknallter Trip werden. Und wenn sie zwischendurch anfangen zu singen, kannst du dir ja die Ohren zuhalten, wenn es sein muss.“

Tja, nur blöd, wenn sie alle ununterbrochen singen. Oper, nicht Musical. Hier wird NICHT gesprochen, hier wird NUR gesungen. Leider die meiste Zeit auch noch auf ziemlich niedrigem Niveau. Nun bin ich sicherlich kein Fachmann für großartigen Gesang, aber einige der Darsteller hier wirkten dabei ungefähr so professionell wie ich unter der Dusche. Und hätten sich das Singen auch ungefähr genauso sehr schenken können.

Dummerweise gibt es auch keine große Story, die von den gesanglichen Peinlichkeiten der meisten Darbeiter ablenken könnte. Und bei weitem nicht ausreichend Geschwindigkeit in den Handlungsfragmenten, die über DEREN Abwesenheit hinwegtrösten könnte. Ich hatte mir bonbonbuntes oder meinethalben auch schön dunkles Konfetti erwartet, Spektakel, Wahnwitz. Aber davon gibt es nur wenig, wenn man vom Design der Stadt selbst absieht.

Das hier soll kein Komplettverriss werden, es gab nette Momente und auch ein paar sehr gut gespielte Figuren (unter anderem den titelgebenden Repo-Man und die eigentlich Hauptfigur, seine Tochter). Vereinzelt waren auch echte Sangeskünste zu belauschen (natürlich Blind Mag aka Sarah Brightman, aber auch der Repo-Man, Anthony Head). Und für Gothic- sowie Rock-Opera-Freunde ist „Repo“ ohnehin ein ganz anderer Schnack und potentiell ein genial komponiertes, durchgestyltes, finster-schönes Etwas.

Für Liebhaber härterer Musik und weniger dicker Schminke aber ist der Film wohl eher etwas zum Ertragen als zum Genießen, insbesondere auch, weil die meisten Songs sich in der puren Beliebigkeit ergehen. Mir war das insgesamt gleichzeitig nicht schräg genug und viel zu dick aufgetragen – unterhalten tat es zwar leidlich, gefallen eher mal gar nicht. Ich vergebe nur 4 Punkte, aber wie gesagt: das ist nie und nimmer „objektiv“. Wer nichts gegen Singkrähen in schwarzen Kostümen hat, tendiert bestimmt mehr in Richtung „grandios“. Wobei ich mir mehr als 8 Punkte auch von dieser Seite kaum vorstellen kann – dafür gab es einfach zu viele Schwächen in der Inszenierung, nicht nur von gesanglicher Seite, sondern auch in Sachen Erzählfluss bzw. Timing.

Ach, übrigens: das Kino war gerade mal zur Hälfte gefüllt. Und das zur besten Zeit des Abends.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt
OOOO......
29.08.2008, 05:20
 

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