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Dying Breed (2008)

Totgelaufen

Vor zwei, drei Jahren hätte ich an „Dying Breed“ vermutlich noch ziemlich viel Gefallen gefunden, inzwischen kann ich so was aber langsam wirklich nicht mehr sehen: der hundertste Film über Städter im Hinterland, die mit degenerierten, skrupellosen und mörderischen Inzestdörflern aufeinanderprallen, was in Jagd und Folter mit hübsch tödlichen Fallen und zynischen Momenten galore mündet.

Da bin ich aber vermutlich einfach nicht ganz fair, denn wenn man „Dying Breed“ besucht, weiß man eigentlich, was einen erwartet. (Gilt vielleicht nicht für die vier teils schnauzbärtigen Anzugträger in der Reihe vor uns, die erst mal über ihre eigene Tollkühnheit giggeln mussten, als Rudi von Rosebud den Streifen als „Film für die härtere Fraktion“ ankündigte...)

Diese Erwartungshaltung befriedigt der bedingt teuflische Tasmane auch anstandslos, das hier ist routinierte Backwoods-Dutzendware von der Stange. Inbegriffen sind natürlich flache Charaktere und dämliche Verhaltensweisen, dumme Sprüche und ein spannungsarmes Voranschreiten der immerhin leidlich blutvollen Geschehnisse.

Vier Städter suchen im Dschungel vor den Küsten Australiens Spuren des angeblich ausgestorbenen Tasmanischen Tigers – und Erinnerungen an die vor acht Jahren im selben Gebiet ums Leben gekommene ältere Schwester der Hauptfigur. Dabei finden sie aber in erster Linie jede Menge Gründe, sich untereinander zu streiten (und damit die Nerven des Zuschauers auf Belastungsproben zu stellen) sowie die Nicht-Ganz-So-Gastfreundschaft der sechzehnten Generation irischer Sträflings-Nachkommen.

Das wär eigentlich auch schon alles, selbst die stellenweise krudere Gewalt ist ja heutzutage kaum noch erwähnenswert. Aber dass eine der wenigen überraschenderen Szenen des Films sich ihren Gröhlfaktor im Niedermetzeln eines ganz sicher nicht tödlichen Tieres sichert, ist komplett unter aller Sau (hat den Saal allerdings nicht gestört, ist ja schließlich „nur“ ein Tier...). Und verrät einiges über die Güte des Regisseurs, wie auch die sonstige überwiegende Spannungsarmut des hanebüchenen Treibens auf der Leinwand.

Nettes Videothekenfutter für alle, die „Wrong Turn“ ernsthaft für einen gelungenen Film halten. Und Abschalt-Kost ohne zu große (eigene) Schmerzen für alle anderen, die sich bei erträglichen Darstellerleistungen gerne mal im (Blut-)Dschungel verirren. 4,5 Punkte.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Metropolis 3, Frankfurt
OOOOo.....
29.08.2008, 05:44
 

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