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XII (2008)

Sand, Spritzer, so lala

Über die depperten Dialoge des Films wurde ja bereits geschrieben, über den billigen DV-Look auch, über die generelle Belanglosigkeit des Gezeigten ebenfalls...

Deshalb habe ich eigentlich keinen wirklich Grund, mich über „XII“ zu beschweren. Man bekommt Slasher-Ware von der Stange, ein paar nette kleine Witzchen, zwei hübsche Mädels und sehr viel Sand geboten... Aber leider nur extrem wenig Blut und Gore. Was bei einem solchen Film, unter solchen Voraussetzungen, ein durchaus bedeutsames Manko ist. Denn die Story hat ja sonst nichts, womit sie punkten könnte. Und wenn die Ausgangslage schon lautet: irrer Kinderschänder will alle 12 Jurymitglieder umbringen, die ihn in den Knast gebracht haben – dann will ich das doch wenigstens auch in der gebotenen Ausführlichkeit genießen können?

Denkste. Ein Teil der Morde geschieht schon, bevor die Storyline einsetzt, drei Viertel der übrigen werden off Screen vollzogen – kein Witz: nach der Eröffnungssequenz dauert es bis ganz zum Schluss, bis wir Zeugen des hier einzig sinnstiftenden Blutvergießens werden können. In der Zwischenzeit schwenkt die Kamera immer in letzter Sekunde weg.

Aber das ist auch kein Wunder, für teure sichtbare Effekte war wohl einfach kein Geld mehr übrig – nachdem man vermutlich Unsummen in die hier restlos verschwendeten Nutzungsrechte von „Falling“ aus dem „Twin Peaks“-Soundtrack investiert hat...

Daneben hätten mich ja auch ein paar mehr Hintergründe des Geschehens wirklich interessiert. Nein, in einem Slasher muss ich nicht wissen, warum der Killer zum Killer geworden ist. Aber wenn wir schon ein so begrenztes Arsenal an Locations und Figuren haben wie im hier genutzten Wüstenkaff; und wenn in der Titelsequenz schon mit Bildern der Inhaftierung des Kinderschänders und eines seiner Opfer gespielt wird – hätte man hierauf nicht wenigstens ein klitzekleines bisschen mehr eingehen können? Einfach nur, um der Non-Handlung etwas mehr Tiefe zu geben bzw. wenigstens ein Mindestmaß an Interesse beim Zuschauer hervorzurufen? Ich hätte da so was wie beim ersten „Nightmare on Elm Street“ erwartet... ein paar wenige Angaben, um die Geschichte anfassbarer zu machen.

So aber kam ich mir vor wie in der Lernbehinderten-Version von „Jeepers Creepers“... gesichtsloser Killer ohne echte Vergangenheit, er ist halt einfach da und killt alle. Und zwar auch noch so, dass wir das nicht mal wirklich sehen. Hmm. Wie soll ich sagen. Leider recht blutleer, in jedem Sinne. Und darum nicht mehr als 3 Punkte wert.
Dominic Saxl
sah diesen Film im Metropolis 3, Frankfurt
OOO.......
29.08.2008, 05:46
 

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