JCVD

Camera, Camera, Camera

von FFFler
Die Macher des Festivals haben es einem echt nicht einfach gemacht, die Erwartungen nicht zu hoch ausfallen zu lassen. Nahezu vor jeder Vorstellung wurde der Film in höchsten Tönen gelobt, als bester Film des Festivals ausgesprochen und als Must See ... ob man Van Damme nun hasst oder mag. Zu viel versprochen haben sie jedenfalls nicht, denn der Film hatte mich schon bei der herrlichen Variation des Gaumontlogos, bei dem ich schon meinen ersten Lachanfall hatte ;) Aber auch sonst ist der Film einfach nur großartig geworden ... alleine die Geschichte: Jean Claude Van Damme (der sich in diesem Film selbst spielt) hat gerade einen Sorgerechtsstreit hinter sich und muss die fälligen Anwaltskosten bezahlen. Gerade als er dies machen will, gerät er in einen Überfall und wird mit den anderen Kunden als Geisel gehalten. Die Bankräuber kommen natürlich auf die herrliche Idee so zu tun, als hätte Van Damme die Bank überfallen und während sich die Polizei draußen fragt, wie es so weit kommen konnte, und aufgebrachte Van Damme Fans vor dem Szenario ihren Helden unterstützen wollen, muss der Titelheld den Kriminellen (die natürlich teilweise auch Van Damme Fans sind) seine Karatekunststücke zeigen. Dies klingt jetzt extrem albern, aber im Gegensatz zu My Name is Bruce weiß Regisseur Mabrouk El Mechri genau, wie er einen Film wie diesen in Szene zu setzen hat. Anstatt auf eine platte Selbstveralberung zu setzen, geht er dabei viel subtiler vor, so wird Van Damme im Film bspw. mit seinen oftmals sehr dämlichen Interviews konfrontiert und gibt sich oft sehr nachdenklich und über das Leben sinnierend. Höhepunkt ist dabei ein gut 5-minütiger, von Van Damme selbst improvisierter Monolog, in dem er direkt in die Kamera spricht und dem Zuschauer berichtet, wie es denn überhaupt ist, Jean Claude Van Damme zu sein ... wer bei dieser Szene keine Gänsehaut bekommt ... dann weiß ich auch nicht. Aber auch sonst ist das Szenario nie zu albern geworden, sondern funktioniert ebenso in den dramatischen Bereichen, so dass entgegen dem Trailer JCVD doch eher eine Tragikomödie als eine reine Blödelei ist. Und die große Überraschung dabei: Van Damme kann schauspielern ... das mag man kaum glauben, aber was er hier abliefert, besonders in dem oben genannten Monolog ... das ist einfach nur wow ... Hut ab, das hätte ich trotz des Lobs im Vorfeld nie so gut erwartet. Ebenfalls rechne ich ihm an, dass seine Selbstparodie wirklich ehrlich wirkt ... man bekommt das Gefühl, hier den Menschen Van Damme zu sehen und nicht den Star, der zur Selbstparodie kein Klischee auslässt ... hier geht es viel subtiler zur Sache. Ob ihr nun Van Damme mögt oder hasst ... gebt diesem Film eine Chance ... er lohnt sich wirklich ... mich hat er jedenfalls begeistern können.
FFFler
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

07.09.2008, 16:18



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