Opapatika

Die Geburt aus dem Nichts

von Frank
Opapatika thematisiert die menschlichen Begierden, das Leben nach dem Tode, die Wiedergeburt; und nimmt sich damit klassischer buddhistischer Themen an.

Die Zwischenwelt ist die Welt, in der die Opapatikas sichtbar sind. Ein Detektiv betritt diese Welt, nachdem er mit Hilfe eines erfahrenen Gurus Selbstmord begangen hat. Seine Motivation ist die Unsterblichkeit. Als Opapatika verfügt er nun über besondere Fähigkeiten. Als Preis für seinen Selbstmord verliert er allerdings nach und nach seine fünf normalen Sinne. Seine neuen Fähigkeiten nutzt er dazu, im Auftrag des Gurus vier Opapatikas aufzuspüren, die auch alle über besondere Fähigkeiten verfügen. Erledigt werden sollen diese dann von Söldnern, die wieder jemand ganz anderem unterstellt sind...
Wir sehen also: Auch im Reich der Toten gehen die Kämpfe weiter. Menschliche Verlangen haben nach wie vor ihren Platz.

"Wer einen Neuanfang will, muss seine Vergangenheit ablegen."
"Alles kommt zu einem zurück."
"Geschehenes kann man nicht ungeschehen machen."
"Im Körper wie im Geiste, im Himmel wie auf Erden."
"Man kann nicht alles haben, was man will."
"Das Leben ist eine Täuschung, man sieht, was man sehen will."
"Wer durch die Sünde seinen Vorteil sucht, kann nur verlieren."

Opapatika hat den Anspruch, alle möglichen (spirituellen) Weisheiten in einem Film zu verpacken und spricht diese auch aus. So wechseln Actionszenen mit philosophischem Inhalt. Die Übersicht bleibt bei dem Ganzen auf der Strecke. Opapatika ist extrem verworren arrangiert, es ist schwierig, ihm inhaltlich zu folgen. Wem? Was? Wie? Wer? Wieso?, stand wohl einen Großteil des Films auf meiner Stirn geschrieben.

Thailändische Filme haben schon öfter gezeigt, das sie sich in "Look and Feel" abheben, nicht nur vom westlichem Film, sondern auch innerhalb des asiatischen Kinos.
So liegt es nahe anzunehmen, dass Opapatikas Adoptionsschwierigkeiten für das westliche Publikum durch die Kultur- und Glaubensunterschiede begünstigt werden.

Es hätte dem Film gut getan, seinen extrem hohen Kampf-, Baller- und Goreanteil herunterzuschrauben. Ich bin auch nicht der Ansicht, dass er durch seine Choreografien glänzt, deren Einfallsreichtum begrenzt ist. Sie sind O.K., gehen aber häufig in der Dunkelheit unter oder werden durch den Schnitt verhunzt.

Die Stärke des Films ist sein visueller Stil, die Bilder zwischen Action und Philosophieunterricht. Sein düsterer Grundton mit hohem Grünanteil prägt ihn. Und dann plötzlich: einzelne Bilder, die sich wie ein Stilleben anfühlen, jede Bewegung herausnehmen. Hier, in diesen viel zu spärlichen Szenen, zeigt sich das schlummernde Talent des Regisseurs, eine Verwandtschaft zu Kim Ki-duk und Wong Kar Wei, das Gespür für die Dinge, die zwischen den Zeilen stehen.

Fazit

Opapatika präsentiert sich als ein sehr spezieller Film, der es durch sein verworrenes Arrangement und seine Länge dem Zuschauer ziemlich schwer macht.
"Wer durch die Sünde seinen Vorteil sucht, kann nur verlieren."
Opapatika hat gesündigt, indem er zuviel wollte. Er wurde ein Opfer seiner Begierden.
Macht ja nichts, "Man kann eben nicht alles haben, was man will!"
Frank

02.11.2008, 21:45



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